> > > > Online-Werbung: EU-Kommission startet Verfahren gegen Google

Online-Werbung: EU-Kommission startet Verfahren gegen Google

Veröffentlicht am: von

google 2015Die EU-Kommission hat offiziell das nächste Verfahren gegen Google gestartet, nachdem unter anderem schon aufgrund von Android ermittelt wird. Dabei geht es um das Herzstück des Internet-Konzerns, die Werbeaktivitäten. Man vermute, dass die marktbeherrschende Stellung in diesem Bereich ausgenutzt werde, so die Begründung. Gleichzeitig werde aber auch geprüft, ob der eigene Preisvergleich bei Suchen bevorzugt werde.

Wir haben heute unsere Auffassung bekräftigt, dass Google den eigenen Preisvergleichsdienst auf seinen allgemeinen Suchergebnisseiten übermäßig bevorzugt. Die Verbraucher bekommen deshalb bei ihrer Suche nicht unbedingt die für sie relevantesten Ergebnisse zu sehen", so Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager.

Hintergrund ist eine im April 2015 gestellte Anfrage, die von Google vier Monate später beantwortet wurde. In dieser sollte das Unternehmen Stellung zu Beschwerden von Verbrauchern und Mitbewerbern beziehen. Beklagt wurde, dass Ergebnisse aus dem eigenen Preisvergleich gegenüber Treffern von anderen Preissuchmaschinenen trotz geringerer Relevanz bevorzugt würden. Google hatte unter anderem damit argumentiert, dass Preisvergleichsdiesnte nicht isoliert, sondern nur im Zusammenhang mit Handelsplattformen wie Amazon betrachtet werden sollten. Nach Ansicht der EU-Kommission sind letztere aber getrennt voneinander zu behandeln - ein Grund für die Aufnahme des Verfahrens.

Weitaus schwerer dürfte jedoch das Thema Online-Werbung wiegen, das 90 % des Umsatzes ausmacht. Erste Untersuchungen hätten gezeigt, dass Google mit seinem AdSense-Programm den Wettbewerb unter Umständen massiv behindere. Ebenso habe man „Bedenken", dass die Vereinbarungen zwischen Google und direkten Partnern des EU-Kartellrecht verletzen könnten. Dabei geht es um die vom Konzern verlangte Exklusivität, die Wettbewerber ebenso behindere wie auch die verlangte Premium-Platzierung einer Mindestzahl von Google-Suchmaschinenanzeigen. Letzteres hätte die Exklusivität Schritt für Schritt ab 2009 abgelöst, weshalb sich die Ermittlungen auf die vergangenen zehn Jahre beziehe.

In den kommenden zehn Wochen müssen Google sowie die Mutter Alphabet, gegen die ebenfalls ermittelt wird, Stellung beziehen. Ändern die Antworten nichts an der Auffassung der EU-Kommission, dürfte dies weitrechende Folgen für den Konzern haben. Denn nicht nur, dass eine Strafe in Höhe von bis zu 10 % des Jahresumsatzes fällig werden kann, auch können die Wettbewerbshüter Änderungen am Geschäftsgebahren verlangen. Das bekannteste Beispiel hierfür dürfte Microsoft sein. Die Redmonder mussten unter anderem dafür sorgen, dass Windows-Nutzern innerhalb des Betriebssystems eine Auswahl an Alternativen zum Internet Explorer präsentiert wird.

Social Links

Ihre Bewertung

Ø Bewertungen: 0

Tags

Kommentare (0)

Um Kommentare schreiben zu können, musst Du eingeloggt sein!

Das könnte Sie auch interessieren:

  • Interstellar: Hunderte CPUs berechnen schwarzes Loch

    Logo von IMAGES/STORIES/2017/SCHWARZES-LOCH

    Der Film Interstellar aus dem Jahre 2014 zeichnete sich vor allem durch eine möglichst realistische Darstellung und Simulation eines schwarzen Loches aus. Christopher und Jonathan Nolan schrieben das Drehbuch und zeichneten sich auch für die filmische Umsetzung verantwortlich. Der... [mehr]

  • Vodafone schaltet erste Gigabit-Anschlüsse über Kabel für 20 Euro

    Logo von IMAGES/STORIES/2017/VODAFONE_LOGO

    Vodafone versorgt ab sofort die ersten Kunden mit einer Geschwindigkeit von bis zu 1 Gbit/s. Das Unternehmen hat hierfür stellenweise sein Kabelnetz auf DOCSIS 3.1 umgerüstet und kann aktuell 400.000 Haushalte mit der schnellen Geschwindigkeit versorgen. Zu den ersten Städten mit der schnellen... [mehr]

  • Amazon geht mit manipulierten Paketen gegen Diebe vor

    Logo von IMAGES/STORIES/2017/AMAZON

    Amazon hat anscheinend mit immer größeren Problemen beim Diebstahl von Paketen zu kämpfen. Teilweise sollen die Lieferanten die Pakete verschwinden lassen und Amazon bleibt letztendlich auf dem Schaden sitzen. Wie ein Insider berichtet, soll das Unternehmen allerdings in der jüngeren... [mehr]

  • Nachfrage bei den Grafikkarten soll weiter sinken

    Logo von IMAGES/STORIES/2017/BITCOIN

    Bereits im Mai deutete sich eine sprunghaft sinkende Nachfrage bei den Grafikkarten an, was besonders solche Hersteller zu spüren bekommen haben, die ausschließlich mit den Grafikkarten ihr Geld verdienen. Aus Taiwan kommen nun Meldungen, die eine sinkende bzw. geringe Nachfrage für die... [mehr]

  • ASUS Software Updates mit Malware verseucht (2. Update)

    Logo von IMAGES/STORIES/2017/ASUS_LOGO

    Bereits mehrfach hat sich gezeigt, dass Software einiger Systemhersteller nicht wirklich mit Fokus auf eine möglichst hohe Software-Sicherheit entwickelt wird. So gab es bereits mehrfach große Sicherheitslücken in Software von ASUS und Gigabyte. Offenbar gab es bei ASUS aber auch noch andere... [mehr]

  • Gewinnwarnung: Schleppende Geschäfte bei Media Markt und Saturn

    Logo von IMAGES/STORIES/2017/MEDIA_MARKT

    Vierzehn Minuten vor Mitternacht und nur wenige Tage vor der Veröffentlichung der eigentlichen Quartalszahlen ging der Elektronik-Händler Ceconomy, unter dessen Dach auch Media Markt und Saturn zusammengeführt werden, am Montagabend mit einer weiteren Adhoc-Meldung an die Öffentlichkeit. Der... [mehr]