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Mitbetreiber von Kinox.to muss für drei Jahre und vier Monate hinter Gitter

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rechtsstreitDer Kampf gegen illegale Streaming-Webseiten, die massenhaft Filme, Serien und Dokumentationen unerlaubt über das Internet verbreiten, ist wie ein Katz-und-Maus-Spiel. Kaum wird eine Webseite erfolgreich von Ermittlern und der Polizei geschlossen, taucht wenig später eine weitere in den Untiefen des Internets auf. So geschehen im Fall von Kino.to und Kinox.to.

Nachdem ein internationaler Polizeieinsatz im Juni 2011 das Ende der Internetseite Kino.to einläutete, tauchte wenige Tage später ein neuer Klon mit nahezu identischem Datenbestand auf. Ehemalige Mitarbeiter der Plattform hatten die Datenbank kopiert und unter neuem Namen ans Netz gebracht. Vor gut einem Jahr gab es dann in vier Bundesländern eine großangelegte Razzia gegen die Betreiber von Kinox.to, welche als direkter Nachfolger von Kino.to gilt. Auch wenn die beiden Hauptbeschuldigten, zwei Brüder im Alter von 26 und 22 Jahren, damals nicht ausfindig gemacht werden konnten und sich noch immer auf der Flucht befinden, wurden im Zuge der Razzia zwei weitere führende Köpfe der Plattform festgenommen. Gegen einen dieser Mitgründer lief am vergangenen Montag vor dem Landgericht Leipzig der Prozess. Dieser ging nun früher als erwartet zu Ende.

Der 29-jährige Angeklagte wurde unter anderem der tausendfachen Urheberrechtsverletzung für schuldig gesprochen und zu einer Haftstrafe von drei Jahren und vier Monaten verurteilt. Er soll seit 2011 zeitweise die Geschäfte bei Kinox.to geführt haben. Zudem habe der Angeklagte gegen zwei Konkurrenten Computersabotage begannen. Dabei wurden Konkurrenz-Webseiten für Nutzer unerreichbar gemacht, um die eigene „Marktposition“ zu verbessern, so die Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen e.V. (GVU). Der Angeklagte habe schon bei Kino.to mitgewirkt und sei geständig gewesen. Wo sich die beiden Hauptbeschuldigten und Köpfe hinter der Streaming-Plattform derzeit aufhalten, die noch immer per internationalem Haftbefehl gesucht wurden, konnte oder wollte der Angeklagte nicht mitteilen – eine nicht namentlich genannte dritte Person habe die Kontrolle der Plattform übernommen.

Die Webseite ist derzeit noch immer im Internet erreichbar – eine Abschaltung ist bislang nicht gelungen, noch immer sollen die dafür benötigten Zugangsdaten fehlen. Ein Großteil der Hintermänner von Kino.to wurde bereits zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt.