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Weihnachtsgeschäft: Amazon Deutschland will Flüchtlinge einstellen

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amazonNicht nur wegen dem gesteigerten Sendungsaufkommen, sondern auch wegen den alljährlich drohenden Tarifstreiks beschäftigt Amazon Deutschland schon seit vielen Jahren zur Weihnachtszeit mehrere tausend Saisonkräfte – auch in diesem Jahr sollen rund 10.000 Saisonarbeiter benötigt werden. Wie Amazon-Deutschland-Chef, Ralf Kleber, in einem Interview gegenüber der Wirtschaftswoche verlauten ließ, wolle man in diesem Jahr erstmals auch Flüchtlinge beschäftigen. Hierfür führe man derzeit Gespräche mit den Arbeitsagenturen. Das Interesse bei den Agenturen, aber auch bei den Flüchtlingen sei nach Aussagen Klebers enorm.

Die Flüchtlinge sollen dabei den gleichen Lohn erhalten wie andere Beschäftigte. Nach Aussagen des Managers liege der Einstiegslohn bei durchschnittlich 10,40 Euro die Stunde. Vielmehr aber müsste man sich damit befassen, welche Zusatzleistungen man anbieten müsse. Zur Debatte stünden beispielsweise Sprachkurse. Eigenen Angaben zufolge beschäftigt Amazon Deutschland derzeit 12.500 festangestellte Mitarbeiter, für das diesjährige Weihnachtsgeschäft liege der Bedarf bei zusätzlichen rund 10.000 Arbeitskräften.

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Zur Weihnachtszeit will Amazon rund 10.000 Saisonarbeiter einstellen – darunter auch Flüchtlinge

Das Glatteis bereitet uns jedes Jahr weitaus mehr Kopfzerbrechen als die Verdi-Aktionen“, teilte Kleber im Interview gegenüber der Wirtschaftswoche mit. Demnach seien die Witterungsbedingungen zur Weihnachtszeit für Amazon weitaus schwieriger als die Streiks durch Verdi, womit versucht wird, die Löhne der Mitarbeiter auf das Niveau des Einzel- und Versandhandels zu bringen. In den Tarifverhandlungen zeigte sich Amazon Deutschland bislang immer uneinsichtig.

Zur Weihnachtszeit verkauft Amazon weltweit fast 40 Millionen Artikel und damit fast 430 Artikel pro Stunde. In Deutschland werden zu Rekordzeiten fast 4,5 Millionen Bestellungen täglich verarbeitet. Trotzdem sollen laut Amazon in der Regel alle Pakete rechtzeitig zu Heilig Abend unter dem Weihnachtsbaum liegen. Das soll laut Kleber auch in diesem Jahr wieder so sein.