> > > > Apple, Google und Samsung droht Regulierung durch Finanzbehörden

Apple, Google und Samsung droht Regulierung durch Finanzbehörden

Veröffentlicht am: von

samsung payMit ihren Zahlungsdiensten wollen Technologiekonzerne wie Apple, Google oder Samsung ihren Kunden nicht nur einen Mehrwert bieten, sondern auch Einnahmen generieren und weitere Daten abgreifen. Anders als die traditionellen Finanzinstitute müssen sie sich dabei aber nur vergleichsweise wenigen Regeln unterwerfen, was für mehr und mehr Argwohn sorgt. Dem scheinen sich nun auch die ersten Finanzbehörden anzuschließen. Auch, weil Banken sich mehr und mehr im Nachteil sehen und sich beschweren, wie Douglas Flint, Vorsitzender des Verwaltungsrats der britischen Großbank HSBC, erklärt.

In China hätte dies bereits zu ersten Untersuchungen geführt. Die dortige Finanzaufsicht überprüft dort derzeit unter anderem die Tätigkeiten von Alibaba und Tencent, ähnliches könnte in absehbarer Zeit auch andere Unternehmen in anderen Regionen treffen. Aus den hinter den Beschwerden steckenden Motiven macht Flint kein Geheimnis. Ihm und anderen Bankern ginge es um Chancengleichheit und die Frage, ob die neuen Konkurrenten lediglich als Mittler zwischen Verbraucher und Finanzinstitut oder doch als bankähnliches Unternehmen aktiv werden. Zu klären sei aber auch, ob die höchst sensiblen Daten ausreichend geschützt seien und wer im Falle eines Missbrauchs haftbar gemacht werden kann.

Bislang profitieren Apple, Google, Samsung und andere von vergleichsweise wenigen Vorschriften
Bislang profitieren Apple, Google, Samsung und andere von vergleichsweise wenigen Vorschriften

Teilen die Aufsichtsbehörden die Meinung der Finanzwirtschaft, dürfte der Aufwand für die Technologieunternehmen deutlich größer werden. Bei einer Einstufung als Finanzinstitut drohen deutlich umfangreichere Regularien, beispielsweise im Hinblick auf Anti-Geldwäsche-Gesetze. Dass dies Apple oder Samsung zum Abschied vom neuen Betätigungsfeld bewegen würde, hält Flint aber für unwahrscheinlich. Stattdessen würden die Betroffenen Kooperationen mit Banken eingehen, um einen Mittelweg zu finden.

Wirklich neu ist die Diskussion aber nicht. Denn schon seit Jahren wird darüber diskutiert, welche Bedingungen erfüllt werden müssen, damit ein Unternehmen vergleichbare Dienste anbieten darf. So musste PayPal beispielsweise eine europäische Banklizenz erwerben, um seinen Dienst fortzusetzen. Über eine solche verfügen aber auch Apple und Google, selbst Facebook soll verschiedenen Berichten zufolge an einem Erwerb interessiert sein.