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Microsoft streicht 7.800 Stellen und schreibt Milliarden ab

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Microsoft2012Was am Morgen noch Spekulation war, hat sich nun bestätigt: Zum zweiten Mal innerhalb von nur einem Jahr hat Microsoft die Streichung von tausenden Arbeitsplätzen bekannt gegeben. In der neuen Runde sollen innerhalb der kommenden Monate bis zu 7.800 Arbeitsplätze gestrichen werden, betroffen ist laut Unternehmenschef Satya Nadella vor allem die Smartphone-Sparte.

Als Begründung für diesen Schritt führt Nadella in einer E-Mail an die Belegschaft an, dass man sich wie angekündigt auf die Bereiche konzentrieren will, in denen man sich klar von der Konkurrenz abheben kann und die über ein Wachstumspotential verfügen. Man verfolge dabei eine langfristige Strategie – die kurzfristige Entwicklung des Börsenkurses spielt dementsprechend keine Rolle.

Für die zweite wichtige Ankündigung des Tages dürfte dies hingegen eher nicht gelten. Denn durch eine notwendige finanzielle Neubewertung der Nokia-Übernahme ist man zu der Entscheidung gekommen, Abschreibungen in Höhe von etwa 7,6 Milliarden US-Dollar vorzunehmen. Hinzu kommen Umstrukturierungskosten in Höhe von 750 bis 850 Millionen US-Dollar.

Erneut verkündet Microsoft-CEO Nadella den Abbau von tausenden Arbeitsplätzen
Erneut verkündet Microsoft-CEO Nadella den Abbau von tausenden Arbeitsplätzen

Wie die Zukunft der Smartphone-Sparte langfristig aussehen wird, dürfte Nadella absichtlich in weiten Teilen offen gelassen haben. Kurzfristig soll die Modellpalette verkleinert und effektiver gestaltet werden. Damit will man drei Zielgruppen bedienen: Preissensible Käufer, die vor allem Wert auf die Kommunikationsmöglichkeiten legen, Geschäftskunden, denen vor allem Management- und Sicherheitsaspekte wichtig sind, sowie Enthusiasten, die an umfassend ausgestatteten Geräten interessiert sind.

Für die Zeit danach legt man sich hingegen weniger fest. So wolle man weg davon, lediglich eine eigene Plattform bestehend aus Windows- und Lumia-Handys voranzutreiben. Stattdessen sollen die Bemühungen, das Windows-Ökosystem vorangebracht werden. Darin inbegriffen seien auch eigene Geräte. Der befürchtete Abschied von der Lumia-Familie dürfte dies nicht werden, ein klares Bekenntnis zur Fortführung der Aktivitäten im bekannten Maßstab sieht jedoch anders aus.

Nadella geht aber auch auf die Verkäufe der letzten Wochen ein. Das Abtreten von Teilen der Bing-Sparte an Uber bezeichnet er als Chance, sich wieder auf die Grundlagen des Kartengeschäfts konzentrieren zu können. Im Werbegeschäft soll der teilweise Verkauf an AOL ebenfalls die Kernkompetenzen fördern.

Im Laufe des morgigen Tages dürften weitere Einzelheiten bekannt werden. Dann will Nadella sich den Fragen der Angestellten stellen.