1. Hardwareluxx
  2. >
  3. News
  4. >
  5. Allgemein
  6. >
  7. Wirtschaft
  8. >
  9. Amazon versteuert seinen Gewinn ab sofort in Deutschland

Amazon versteuert seinen Gewinn ab sofort in Deutschland

Veröffentlicht am: von

amazonNach zuletzt deutlicher Kritik und dem Reagieren der ersten Regierungen hat Amazon seine Steuersparmentalität überdacht. Denn bereits seit dem 1. Mai werden alle in Deutschland erzielten Gewinne auch hierzulande voll versteuert. Bislang umging der Konzern dies durch trickreiche Buchungen über die Europa-Zentrale.

Für den Käufer ändert sich durch die Umstellung nichts: Wurde in der Vergangenheit ein Produkt über Amazon.de gekauft, erfolgte die Auslieferung zwar meist aus einem der deutschen Versandzentren, als Verkäufer fungierte jedoch offiziell die luxemburger Mutter Amazon EU S.à r.l. respektive bei digitalen Waren Amazon Media EU S.à r.l.. Bedingt durch die sich teils widersprechenden Steuergesetze und -schlupflöcher konnte das Unternehmen nicht nur teilweise bei der Mehrwertsteuer sparen, sondern auch tatsächlich in Deutschland angefallene Gewinne ins Großherzogtum transferieren und dort zu deutlich attraktiveren Konditionen versteuern oder gar komplett unversteuert weiterleiten.

Während sich an den Rahmenbedingungen noch nichts geändert hat, will Amazon nun aber doch auf Kritik reagieren. Gegenüber der Süddeutschen Zeitung erklärte ein Sprecher, dass man die eigenen Strukturen regelmäßig überprüfen würde, „um sicherzustellen, dass wir unsere Kunden bestmöglich bedienen können“.

Ab sofort versteuert Amazon seine in Deutschland erzielten Gewinne hierzulande
Ab sofort versteuert Amazon seine in Deutschland erzielten Gewinne hierzulande

Dass die Motivation wirklich die Kundenbelange sind, darf jedoch zumindest leicht bezweifelt werden. Denn zum einen arbeitet die EU-Kommission ebenso wie die ersten nationalen Regierungen an der Abschaffung solcher Steuersparmaßnahmen, zum anderen dürfte das Steueraufkommen gering ausfallen. Denn Amazon ist nicht nur bekannt für die Vermeidung von Steuern, sondern auch für seine hohen Investitionen. Bedingt durch diese fällt selbst konzernweit oftmals nur ein geringer Gewinn an, häufig werden auch Verluste ausgewiesen. Am Ende könnte die Umstellung weder Amazon schmerzen, noch die Finanzämter freuen.

Anders sieht es jedoch aus, wenn der Blick über den Tellerrand hinaus wandert. Denn auch in Großbritannien hat der Online-Händler sein Gebaren überarbeitet und führt auch dort seit wenigen Wochen Steuern auf seine Gewinne ab. Andere Konzerne, die ebenfalls Schlupflöcher zur Steuervermeidung nutzen, könnten sich dadurch unter Druck gesetzt fühlen. Anders als Amazon erwirtschaften Apple, Google, Starbucks und andere jedoch satte Gewinne in Europa, ein Umdenken in den jeweiligen Zentralen könnte die öffentlichen Kassen dementsprechend füllen.

Einer Strafe dürfte aber keines der Unternehmen entgehen, falls die EU-Kommission zu dem Schluss kommt, dass es sich nicht um legale Lücken im Steuerrecht, sondern um illegale Beihilfen handelt. Dies zeichnet sich zumindest im Fall Apple und Irland ab.

Social Links

Tags

Das könnte Sie auch interessieren:

  • Robert-Koch-Institut: Neues Informations-Dashboard zum Coronavirus

    Logo von IMAGES/STORIES/2017/CORONA-VIRUS

    In der heutigen Pressekonferenz des Robert-Koch-Instituts hat der Präsident Prof. Lothar H. Wieler ein neues Informations-Dashboard zur übersichtlichen Darstellung der Datenlange angekündigt. Dieses Dashboard ist seit heute morgen online und kann unter http://www.esri.de/corona... [mehr]

  • Nach Share-Online ist nun auch Openload vom Netz

    Logo von IMAGES/STORIES/2017/OPENLOAD

    Verletzung von Urheberrechten sind kein Kavalierdelikt und das Verbreiten von geschütztem Material wird zum Teil mit hohen Strafen belegt. In den vergangenen Jahren haben vor allem Filehoster zur Verteilung von urheberrechtlich geschützten Inhalten beigetragen, doch mit Share-Online.biz konnte... [mehr]

  • Bilder zeigen Vernichtung von Retouren im Amazon-Lager in Winsen

    Logo von IMAGES/STORIES/2017/AMAZON

    Seit einigen Monaten tauchen immer wieder Berichte auf, dass große Online-Händler zurückgeschickte Waren vernichten. Dies sei teilweise günstiger als den Zustand zu prüfen und die Produkte wieder zum Verkauf anzubieten. Laut dem neusten Bericht von Greenpeace soll vor allem Amazon große... [mehr]

  • Mehrwertsteuersenkung: Alle Infos zu den Plänen von Saturn, Media Markt und...

    Logo von IMAGES/STORIES/2017/MEDIA_MARKT

    Offiziell gilt die Mehrwertsteuersenkung aufgrund der Corona-Pandemie erst ab dem 1. Juli und endet am 31. Dezember 2020. Allerdings gibt der Lebensmitteldiscounter Lidl die verringerte MwSt. schon jetzt an seine Kunden weiter. Das hat den Stein ins Rollen gebracht und immer mehr Unternehmen... [mehr]

  • Saturn und Mediamarkt feiern "Black Weekend"

    Logo von IMAGES/STORIES/2017/MEDIA_MARKT

    Seit Freitagmorgen ist auch im Mediamarkt bzw. im Saturn das große "Black Weekend" gestartet. Sowohl in den Märkten vor Ort als auch im Onlineshop erwartet die Schnäppchenjäger noch bis Sonntag, den 1. Dezember eine Vielzahl von reduzierten Artikeln.  Im Mediamarkt lässt sich unter... [mehr]

  • Möglicher Skandal beim Apple-Zulieferer Foxconn

    Logo von IMAGES/STORIES/2017/IPHONE_11_TEASER

    Wie jetzt einem Bericht von Taiwan News zu entnehmen ist, sollen Foxconn-Manager rund drei Jahre lang illegal iPhones hergestellt und vertrieben haben. Besagte Geräte wurden mit Komponenten produziert, die als Ausschuss galten und nicht der normalen Produktion zugeführt wurden. Insgesamt... [mehr]