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Telekom will Vectoring weiter ausbauen und verdrängt damit die Konkurrenz

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telekom2Erst in der vergangenen Woche kündigte die Deutsche Telekom an, das Vectoring-Angebot für weitere 400.000 Haushalte auszubauen. Offenbar aber gehen die Pläne noch viel weiter, denn wie nun bekannt wurde, will die Deutsche Telekom einen Antrag bei der Bundesnetzagentur einreichen, um auch einen Bereich von 550 Meter rund um einen Hauptverteiler (HVt) mit VDSL2-Vectoring zu versorgen. Dies betrifft 7.900 HVts bzw. 6 Millionen Telekom-Kunden.

Aus technischer Sicht birgt dies aber einige Schwierigkeiten für die Konkurrenten der Telekom (siehe Hintergrund zum VDSL2-Vectoring). Bisher begründete die Telekom einen nicht möglichen Ausbau rund um die HVts ebenfalls mit den technischen Gegebenheiten des Vectorings. Diese Schwierigkeiten scheint man aber inzwischen umschifft zu haben. Für die Konkurrenten könnte ein positiver Antrag bei der Bundesnetzagentur aber dennoch gehörige Schwierigkeiten bedeuten, denn diese könnten dann kein VDSL2 mehr anbieten. Laut Deutscher Telekom seien davon aber nur 135.000 Teilnehmeranschlüsse betroffen. Nicht nur direkt um die HVts würde ein VDSL2-Vectoring die Konkurrenz ausschließen, sondern auch alle an den HVt angeschlossenen Kabelverzweiger und Vermittlungsstellen mit den für die Anschlüsse verantwortlichen DSLAMs seien betroffen.

VDSL2-Vectoring-Ausbau der Deutschen Telekom
VDSL2-Vectoring-Ausbau der Deutschen Telekom.

Ein Parallelbetrieb von VDSL2-Vectoring und VDSL mit bis zu 16 MBit pro Sekunde ist zwar theoretisch möglich, aber welcher Konkurrent will im gleichen Bereich schon mit 100 MBit/s im Download und 40 MBit/s im Upload konkurrieren, wenn er selbst nur 16 MBit/s im Download anbieten kann? Gegenüber Golem bestätigte Telekom-Sprecher Andreas Middel die aktuellen Pläne: "Wir planen einen Antrag bei der Bundesnetzagentur, aber ich kann noch nicht sagen, wann er eingereicht wird."

Zur Konkurrenzsituation sagte er: "Wir haben mit dieser Reaktion der Wettbewerber gerechnet. Richtig ist, dass wir mit Vectoring im Nahbereich weitere 5,9 Millionen Haushalte in Deutschland mit schnellem Internet bis zu 100 MBit/s versorgen könnten. Betroffen wären gerade einmal 135.000 TAL von Konkurrenten - das sind 1,5 Prozent aller TAL."

Hintergrund zum VDSL2-Vectoring

Beim VDSL2-Vectoring wird eine Technik angewendet, die das Übersprechen von einer Leitung auf die benachbarten Leitungen verhindern soll. Dadurch kann die Übertragungsgeschwindigkeit deutlich gesteigert werden. Neben der Dämpfung, die einer der Hauptfaktoren für die Festlegung der Übertragungsrate ist, hängt das Übersprechen davon ab, wie viele und welche Signale in den benachbarten Leitungen unterwegs sind. Bei der Deutschen Telekom wird eine Steigerung von 50 MBit pro Sekunde im Download auf 100 MBit pro Sekunde erreicht. Der Upload erhöht sich sogar von 10 auf 40 MBit pro Sekunde.

Problematisch ist das Vectoring aus folgendem Grund: Die Abstimmung zwischen DSLAM (so heißt die in den grauen Kästen am Straßenrand verbaute Hardware) und Router des Endkunden erfolgt derart, dass ein kompletter DSLAM nur noch für die Versorgung der Telekom-eigenen Kunden zur Verfügung steht. Dabei modifiziert der DSLAM sein Sendesignal im Downlink im Rahmen der Kanalcodierung, so dass der Datenstrom am kundenseitigen Kabelende möglichst geringe Störanteile von anderen Signalleitungen aufweist. Das gleiche Verfahren wird auch für den Uplink in anderer Richtung vollzogen. Der DSLAM hat die komplette Kontrolle über alle Einzelleitungen im Hauptkabelstrang. Sind Teilnehmeranschlussleitungen von verschiedenen Zugangsanbietern in diesem Strang vorhanden, ist VDSL2-Vectoring nicht möglich. Unter gewissen Voraussetzungen kann die Telekom aber auch dann auf das Vectoring-Verfahren umstellen und anderen Mitbewerbern den Zugang zur Teilnehmeranschlussleitung verweigern, wenn sie selbst oder ein Wettbewerber in dem Gebiet bereits ein zweites Festnetz betreibt.

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