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Intel startet Automotive Plattform Kendrick Peak

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intel3Nicht nur der Suchmaschinengigant Google, der in dieser Woche seinen ersten Prototyp eines selbstfahrenden Autos präsentierte, ist eng mit der Automobilbranche verzahnt. Auch Intel arbeitet eng mit den Autobauern und Entwicklern der Fahrzeugindustrie zusammen und das schon seit einigen Jahren. Kein Wunder, schließlich sind moderne Autos fahrende Computer, die viele Chips zur Überwachung und Steuerung der Systeme wie Telematik, Infotainment, Connectivity und Fahrzeugassistenz enthalten. Zudem gewinnt das Internet im Auto immer mehr an Bedeutung.

Die Marktforscher von Gartner gehen davon aus, dass die meisten Autokäufer in den nächsten zwei Jahren den integrierten Web-Zugang im Auto als ein unverzichtbares Feature bei ihrer Kaufentscheidung sehen. Musik-Streaming-Dienste, Video-Streaming-Angebote für die Beifahrer und Echtzeitinformationen zu Staus und Unfällen dürften da gerade erst der Anfang sein. Das Auto der Zukunft wird mit der Cloud, der Verkehrsinfrastruktur und mit anderen Fahrzeugen vernetzt sein – ein Grund weswegen die Automobilhersteller zunehmend mit Technologiefirmen wie eben Google und Intel zusammenarbeiten, um die künftig entwickelten Produkte für die Autofahrer sicher und trotzdem komfortabel zu gestalten.

Entwicklungsstandort in Karlsruhe

Um die Innovationen in der Automobiltechnik voranzutreiben, eröffnete Intel vor etwa zwei Jahren das Automotive Innovation & Product Development Center in Karlsruhe mit inzwischen 107 Mitarbeitern. Dort sollen Lösungen für In-Vehicle-Infotainment (IVI) und Telematik entwickelt werden. IVI-Lösungen umfassen eine Vielzahl von digitalen Anwendungen, die Fahrer und Beifahrer nutzen können. Hierzu zählen die fahrzeuginterne Vernetzung, Navigationssysteme mit Schnittstelle zu Verkehrsinformationen, der Zugang zum Internet und Unterhaltungsangebote wie zum Beispiel der Empfang von Fernsehbildern. Das Portfolio umfasst Hardware-Plattformen, IVI-Middleware, die Integration von Anwendungen und Unterhaltungselektronik im Auto sowie Verbesserungen auf Systemebene.

Hierfür hat Intel kürzlich die erste Version der Intel In-Vehicle Solutions für die Entwicklung solcher IVI-Systemen vorgestellt. Sie soll vorintegrierte und validierte Hardware und Software vereinen und eine Art Referenzplattform werden, womit Automobilhersteller und Zulieferer den Marktstart von Anwendungen beschleunigen und trotzdem neue Fahrererlebnisse schaffen und die Entwicklungskosten drücken können sollen. Intel rechnet damit, dass sich mit den standardisierten Intel In-Vehicle Solutions die Entwicklungszeit für Infotainment-System um mehr als zwölf Monate reduzieren lässt und die Kosten um bis zu 50 Prozent gesenkt werden können.

Neue Plattform für IVI-Systeme

Als Basis dient dabei ein Atom-SoC mit integrierter Grafik, der bereits im 22-nm-Verfahren vom Band läuft und mit 3D-Tri-Gate-Transistoren ausgestattet ist. Sie sollen im Vergleich zu anderen Produkten eine deutlich höhere Leistung abliefern und zugleich den Energieverbrauch mit einer TDP von fünf bis zehn Watt deutlich senken, sich vor allem aber durch eine verbesserte Medien- und Grafikleistung sowie in Sachen Bildsignal-Verarbeitung auszeichnen. Die ersten verfügbaren Produkte der Intel In-Vehicle Solutions sollen der Entwicklung von IVI-Systemen mit Fahrerassistenz-Funktionen und Fokus auf autonom gesteuerte Autos dienen.

inte crestview hills compute module 2
Blockdiagramm zum "Crestview Hills"-Compute-Module.

Die neue Plattform basiert auf einem Intel-Atom-SoC der E3800-Familie, die es in verschiedenen Varianten mit einem, zwei oder vier Rechenkernen gibt. Für das Premium-Segment sieht die Chipschmiede einen 1,91 GHz schnellen Quad-Core mit 2 MB L2-Cache und Unterstützung für Dual-Channel-Arbeitsspeicher mit einer Kapazität von maximal vier Gigabyte vor. Für die Mid- und High-Segmente stellt Intel hingegen Zweikern-Modelle mit Taktraten von 1,33 bis 1,75 GHz sowie mit 1 MB L2-Cache zur Verfügung, die mit Single- bzw. Dual-Channel-RAM mit 2 bis 4 GB bestückt werden können. Im Entry-Level-Segment wird der „BayTrail I“-Prozessor nur noch über einen einzelnen Rechenkern mit 1,46 GHz und 512 KB L2-Cache verfügen. Der Speichercontroller wird dann mit Single-Channel-Speicher mit einer Kapazität von maximal 2.048 MB zurechtkommen.

Bestücken lassen sich alle Prozessoren mit DDR3L-Arbeitsspeicher sowie eMMC-Speicher. Der Ethernet-Controller I210IS unterstützt AVB und entstammt dem eigenen Hause. Die 90 x 80 mm kleine Platine kann mit bis zu drei PCIe-x1-Slots, zwei SATA-II-Ports, vier USB-2.0-Schnittstellen, einen USB-3.0-Anschluss, einen SD-Kartenleser, DisplayPort oder HDMI und verschiedenen Modulen und Steckkartenplätzen für den professionellen Sektor ausgerüstet werden.

Weitere Investitionen

Neben den In-Vehicle Infotainment Solutions und der Telematik-Produkte forscht Intel auch an intelligenten Verkehrstechniken, um Verkehrsunfälle zu vermeiden und allgemein die Sicherheit im Straßen- bzw. Schienenverkehr zu erhöhen. Die Anwendungen auf diesem Gebiet sind zahlreich: Intelligente Straßensysteme messen mit Hilfe von Laser- Messgeräten und Spezialkameras das Reifenprofil von Fahrzeugen während der Fahrt. Autosysteme informieren den Fahrer per Ansage oder via Symbol auf der Videokonsole über neue Fahrsituationen (z.B. Glatteis etc.) und intelligente Straßenbeleuchtung hilft, den Energieverbrauch zu senken. Insgesamt arbeitet man eng mit zahlreichen Herstellern wie BMW, Jaguar Land Rover, Kia und Toyota zusammen und investiert viel in Zukunft des Autos, wofür dank verschiedener Fonds auch große Geldbeträge in dreistelliger Millionenhöhe zur Verfügung stehen.

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Kommentare (2)

#1
Registriert seit: 21.02.2009

Oberbootsmann
Beiträge: 927
Dumm nur, daß es zumindest in DE an der nötigen Infrastruktur mangelt, um die Technik sinnvoll betreiben zu können. Das wird sich auch so lange nicht ändern, wie Neuländer was zu sagen haben.
#2
customavatars/avatar150117_1.gif
Registriert seit: 12.02.2011
Baden Württemberg
Fregattenkapitän
Beiträge: 2594
Also ich weine dieser Technik nicht hinterher.

Höchstens einige Senioren hätten sowas arg nötig damit sie nicht ständig den Verkehrsfluss stören.

Eine Kamera im Radlauf die das Reifenprofi misst....so weit und elendig sind wir schon gekommen das der Fahrzeugführer das scheinbar selbst nicht mehr kann.
Einfach nur total lächerlich.
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