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Telefónica will nach E-Plus-Übernahme deutliche Einschnitte vornehmen

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telefonicaNoch immer ist unklar, ob Telefónica Deutschland den Konkurrenten E-Plus überhaupt übernehmen darf. Doch schon jetzt hat das Unternehmen im Rahmen einer außerordentlichen Hauptversammlung bekannt gegeben, welche direkten Auswirkungen dieser Schritt für beide Beteiligten haben würde.

So sei geplant, 600 der dann rund 1.800 Verkaufsfilialen zu schließen; in welchem Verhältnis - E-Plus betreibt etwa 800 Shops, Telefónica 1.000 - ist unbekannt. Dadurch und durch Veränderungen im Kundenservice - dahinter dürften auch Stellenstreichungen stecken - sollen allein im Support und Vertrieb bis zum Jahr 2018 circa 660 Millionen Euro eingespart werden. Dass es grundsätzlich einen Personalabbau geben wird, bestätigte Telefónica, wie viele der zusammen etwa 10.000 Stellen betroffen sind, verriet man jedoch nicht.

Einsparungen sollen aber auch beim Netzausbau vorgenommen werden, nicht zuletzt durch die Zusammenlegung der beiden Netze. Die Rede ist hier von annähernd 800 Millionen Euro, Einzelheiten blieben aber auch hier ungenannt. Durch generelle Synergieeffekte verspricht man sich Einsparungen in Höhe von 10,5 Millionen Euro in diesem sowie 79,1 Millionen Euro im kommenden Jahr. Für 2016 und 2017 geht man von 106,7 Millionen Euro aus.

Allerdings würden im Falle einer grundsätzlichen Genehmigung der Übernahme durch die Aufsichtsbehörden zunächst einmal hohe Ausgaben auf Telefónica zukommen. Denn für „Integrationskosten und weitere Effekte“ sind 550 Millionen Euro eingeplant. Hinter diesem Punkt verbergen sich vor allem Abfindungen für Mitarbeiter, von denen man sich im Zuge des Arbeitsplatzabbaus trennen würde. Die Rede ist hier von mindestens 100.000 Euro per betroffenem Mitarbeiter.

Zumindest die eigenen Aktionäre konnte Telefónica Deutschland mit diesen Zahlen überzeugen. Denn diese stimmten mit großer Mehrheit für die erforderlichen Kapitalmaßnahmen, die für die Übernahme notwendig sind. Die Anteilseigner der E-Plus Mutter KPN hatten ihre Zustimmung bereits im Oktober 2013 erteilt. Wann mit einer Entscheidung der Kartellbehörden zu rechnen ist, ist aber noch offen. Derzeit ist aber nicht einmal entschieden, ob das Bundeskartellamt oder die EU Kommission die Übernahme prüfen wird. Beide Einrichtungen beanspruchen die Zuständigkeit, eine Klärung wird in den kommenden Wochen erwartet.

Für den Fall einer Genehmigung haben Vodafone und die Deutsche Telekom bereits Reaktionen angekündigt. Denn nach Meinung der beiden Unternehmen müsse die Bundesnetzagentur die an Telefónica und E-Plus vergebenen Mobilfunkfrequenzen wieder einziehen und neu vergeben. Sollte derartiges nicht geschehen, stünde man vor einem möglichen „eklatanten Missverhältnis im Markt“, so Vodafone-Deutschland-Chef Jens Schulte-Bockum Ende Januar.

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Kommentare (5)

#1
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Registriert seit: 10.06.2008
Emsland / Bochum
Admiral
Beiträge: 10639
Die Schließung der Shops wäre nur konsequent.

Ich würde mal tippen, hier sind in der Fußgängerzone locker 15 Shops von Eplus oder O2.
Dazu noch Saturn, Cyberport und andere Läden die zusätzlich Handyverträge anbieten.

Für mich wäre aber interessanter, ob die die Netze auch zusammenlegen. O2 ist hier so ziemlich am Limit, und in der Bahn zwischen Ballungszentren hab ich so gut wie nie Empfang.
#2
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Registriert seit: 13.01.2004

Kapitän zur See
Beiträge: 3950
Welche Konsequenzen hat das für die Kunden von Aldi-Talk, Lidl-Mobile usw. aus, welche am E-Plus Netz hängen?
#3
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Registriert seit: 25.11.2011

[online]-Redakteur
Beiträge: 1388
Die werden dann wohl genauso wie vorher Telefonieren, SMSen und im Internet surfen können ;)
#4
Registriert seit: 05.03.2007

Kapitän zur See
Beiträge: 3553
Deren Handy werden zu Wasserstoffbomben und fliegen in die Luft.
#5
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Registriert seit: 10.10.2003
Berlin
Kapitän zur See
Beiträge: 3387
Zitat
Dadurch und durch Veränderungen im Kundenservice - dahinter dürften auch Stellenstreichungen stecken - sollen allein im Support und Vertrieb bis zum Jahr 2018 circa 660 Millionen Euro eingespart werden.


Wenn beim Kundenservice gespart wird (sofern so was überhaupt je existent war), passt das zum eh schon Beschissenen Umgang mit Kunden, denn sie sind mehr unbeliebte Bittsteller als wichtige Kunden.
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