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Microsoft nimmt Abstand von Standort-Schließungen

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Microsoft2012Die Mitte November bekannt gewordenen Pläne zur Schließung mehrerer Microsoft-Standorte sind vom Tisch. Wie Spiegel Online berichtet, hat die Geschäftsführung der deutschen Dependance des IT-Riesen nach Gesprächen mit Mitarbeitern und Betriebsräten eine Kehrtwende vollzogen.

Diese hätten laut Microsoft-Sprecher Thomas Mickeleit gezeigt, „dass wir das nicht vernünftig hinkriegen“. Bislang war vorgesehen, die Niederlassungen Bad Homburg, Böblingen und Hamburg bis 2015 zu schließen, um den Mitarbeitern durch Heimarbeit eine flexiblere „Work-Life-Balance“ zu ermöglichen. Generell, so die Aussage vor rund drei Wochen, wäre die Einteilung der Arbeitszeit im Home Office besser. Ob das Konzept wie von Mickeleit erklärt aber tatsächlich daran gescheitert ist, darf zumindest hinterfragt werden. Denn noch immer steht der Vorwurf im Raum, Microsoft hätte über die Standort-Schließungen lediglich unbequeme Betriebsräte loswerden wollen.

Denn die Arbeitnehmervertreter hatten bereits vor einigen Monaten ein neues System zur Arbeitszeitregelung vorgestellt. Dieses hätte die bisherige Vertrauensarbeitszeit ohne feste Erfassung abgelöst und somit nach Ansicht der Betriebsräte zu besseren Arbeitsbedingungen geführt. Denn ihrer Ansicht nach würden viele Angestellte 50 bis 60 Stunden pro Woche arbeiten. Als Beleg für den Versuch, die rechtmäßige Arbeitnehmervertretung loswerden zu wollen, diente im November ein Teilaspekt der Schließungspläne. Denn einerseits wollte Microsoft die Standorte aufgeben, gleichzeitig jedoch Büroräume anmieten, um Geschäftspartner empfangen zu können. In diesen sollten jedoch lediglich maximal vier Personen beschäftigt sein, was die Bildung eines Betriebsrats verhindern würde - für diesen sind mindestens fünf Angestellte erforderlich. Das Unternehmen selbst wollte diese Ansicht jedoch nicht bestätigen.

Ganz vom Tisch sind die Umstrukturierungspläne aber nicht. Denn wie das Nachrichtenmagazin weiterhin berichtet, soll die Zahl der festen Arbeitsplätze in den drei Niederlassungen gesenkt werden. Denn: „Schon jetzt nutzen die Mitarbeiter nur ungefähr ein Drittel der Arbeitsplätze“, so Mickeleit. Künftig würden die Mitarbeiter entweder wie teilweise bereits jetzt von zu Hause aus arbeiten oder sich einen Schreibtisch mit anderen Kollegen teilen, die ihrerseits das Home Office nutzen.

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