> > > > Standortschließung: Kritik an Microsoft wächst

Standortschließung: Kritik an Microsoft wächst

Veröffentlicht am: von

Microsoft2012Vor Kurzem erst wurde Microsoft zu einem der beliebtesten Arbeitgeber gekürt und landete in der Rangliste des Great-Place-to-Work-Instituts auf dem vierten Platz – hinter Google und zwei weiteren kleineren IT-Firmen. In Deutschland soll der Softwarekonzern aber Ärger mit seinen Beschäftigten haben. Das berichtet jetzt zumindest das Nachrichtenmagazin Spiegel Online. Laut Microsoft-Mitarbeitern sollen Beschäftigte zwischen 50 bis 60 Arbeitsstunden für den Konzern absolvieren. „Microsoft verstoße damit seit Jahren massiv gegen das Arbeitsrecht“, ließ ein Mitarbeiter Spiegel Online wissen. Zwar soll Microsoft auf Vertrauensarbeitszeit setzen, doch ehrgeizige Zielvorgaben sollen die Überstunden unausweichlich machen.

Die Betriebsräte in den Standorten Hamburg, Böblingen und Bad Homburg hatten sich deswegen vor einigen Wochen an den Software-Konzern gewandt und eine neue Arbeitszeitregelung gefordert. Wenig später gab der Software-Riese die Schließung der drei deutschen Standorte bekannt, machte aber deutlich, dass kein einziger Mitarbeiter vor die Tür gesetzt und seinen Arbeitsplatz verlieren werde. Vielmehr sollen die Mitarbeiter ins Homeoffice wechseln, da Heimarbeit eine flexiblere „Work-Life-Balance“ und den Mitarbeitern eine bessere Arbeitszeiteinteilung ermögliche. Laut Microsoft soll ein Großteil der Mitarbeiter schon vom heimischen Büro aus arbeiten.

Manche Microsoft-Beschäftigte halten diese Argumente allerdings für verfälscht und kritisieren die Standortschließungen, von der rund 500 der 2.700 Mitarbeiter des Software-Konzerns in Deutschland betroffen sind. Sie werfen dem Unternehmen vor, die unbequemen Betriebsräte loswerden zu wollen. Für Ärger sorgt zudem die Tatsache, dass Microsoft für die drei Standorte künftig kleinere Büroräume für Treffen mit Kunden anmieten wolle. Den Mitarbeiter-Aussagen zufolge sollen dort aber nie mehr als vier Mitarbeiter beschäftigt werden, da man erst ab fünf Beschäftigten einen Betriebsrat bilden könne.

Microsoft weist die Kritik der Mitarbeiter aber zurück. Auf Anfrage von Spiegel Online ließ Unternehmenssprecher Thomas Mickeleit wissen, dass es sich bei den drei Standortschließungen um eine strategische Entscheidung handelt. Microsoft wolle sich künftig auf München, Köln und Berlin konzentrieren. Kosten sparen oder gar unliebsame Betriebsräte loswerden, wolle man nicht, vielmehr den Mitarbeitern flexiblere Arbeitszeiten ermöglichen.

Die Mitverträge in Bad Homburg und Hamburg sollen 2014 bzw. 2015 auslaufen. Der in Böblingen sogar schon zum Jahreswechsel.

Social Links

Kommentare (1)

#1
customavatars/avatar64398_1.gif
Registriert seit: 21.05.2007
Wien
Kapitän zur See
Beiträge: 3760
jo jo microsoft...
Um Kommentare schreiben zu können, musst Du eingeloggt sein!

Das könnte Sie auch interessieren:

TomsHardware.de muss seine Pforten schließen (Update)

Logo von IMAGES/STORIES/2017/THG

Eine der bekanntesten deutschen IT-Seiten TomsHardware.de wird abgeschaltet. Damit geht eine Ära zu Ende, denn die 1996 noch unter einem anderen Namen gestartete Webseite gehört sicherlich zu den Größen in diesem Bereich. Der genaue Termin für die Abschaltung der Server steht noch nicht... [mehr]

Interstellar: Hunderte CPUs berechnen schwarzes Loch

Logo von IMAGES/STORIES/2017/SCHWARZES-LOCH

Der Film Interstellar aus dem Jahre 2014 zeichnete sich vor allem durch eine möglichst realistische Darstellung und Simulation eines schwarzen Loches aus. Christopher und Jonathan Nolan schrieben das Drehbuch und zeichneten sich auch für die filmische Umsetzung verantwortlich. Der... [mehr]

Ende des Mining-Booms: Absätze bei den Grafikkarten brechen um bis zu 80 % ein...

Logo von IMAGES/STORIES/2017/BITCOIN

Investoren und Analysten mahnen seit Monaten vor einem Einbruch am Grafikkarten-Markt, doch bisher hat sich dies in den Absatz- und Umsatzzahlen der Hersteller noch nicht wirklich gezeigt. Nun mehren sich aber die Zeichen aus Asien, dass es ab März/April einen erheblich Einbruch bei den... [mehr]

NVIDIA intern: Begehrtestes Produkt ist ein Lineal

Logo von IMAGES/STORIES/2017/NVIDIA

Zwischen den Jahren einmal etwas Kurioses: Größere Unternehmen bieten ihren Mitarbeitern oftmals in internen Shops bestimmte Produkte an. T-Shirt und Kaffeetasse sind hier nur die einfachsten Beispiele. NVIDIA verkauft alle eigenen Produkte natürlich auch an die eigenen Mitarbeiter. Dazu... [mehr]

Ermittler nehmen großes, illegales Usenet-Portal vom Netz

Logo von RECHTSSTREIT

Wie die Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen (GVU) in Zusammenarbeit mit mehreren Ermittlungsstellen per Pressemitteilung bekannt gab, hat es am Mittwoch und Donnerstag eine bundesweite Groß-Razzia gegen das Portal „usnetrevoloution.info“ gegeben – wegen des Verdachts... [mehr]

NVIDIA stellt das GeForce Partner Programm ein

Logo von IMAGES/STORIES/2017/NVIDIA

Das NVIDIA GeForce Partner Programm oder kurz GPP sollte Anreize für Boardpartner und letztendlich auch den Käufer einer Grafikkarte schaffen. Doch ein möglicher unerlaubter Wettbewerbsvorteil warf ein eher schlechtes Licht auf das Programm. Nun hat NVIDIA das Programm offiziell eingestellt. Als... [mehr]