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EU-Roaming: Verbrauchschützer kündigen Klage gegen O2 an

Veröffentlicht am: von

Mit dem Ende der Sommerferien in den ersten Bundesländern dürfte sich bei den ersten O2-Kunden Ernüchterung breit machen. Denn so mancher, der seinen Urlaub in einem anderen EU-Mitgliedsstaat verbracht hat, könnte eine höhere Mobilfunkrechnung als erwartet erhalten. Der Grund: Noch immer stellt der Münchner Provider nicht alle Kunden auf kostenloses Roaming innerhalb der EU um.

Schon Anfang Juli wies die Verbraucherzentrale Sachsen auf das Verhalten des Unternehmens hin. Denn anders als die Deutsche Telekom, Vodafone und andere Anbieter hielt sich O2 eine Hintertür offen. Wer über einen Tarif inklusive EU-Paket verfügte, wurde zum Stichtag 15. Juni nicht automatisch umgestellt, alle anderen Kunden hingegen schon. Ändern ließ – und lässt – sich dies per SMS, andernfalls fielen und fallen bei der Nutzung des Vertrags im EU-Ausland weiterhin Roaming-Gebühren an.

Da O2 auf die Beschwerde und eine Abmahnung der Verbraucherzentrale nicht reagierte, hat sich nun der Bundesverband der Verbraucherzentralen (vzbv) eingeschaltet und eine Klage gegen die Münchner angekündigt.

EU-Roaming gilt aus Sicht des vzbv automatisch und nicht erst, wenn Verbraucher ihren Telefonanbieter darum bitten", so Heiko Dünkel, Rechtsreferent bim vzbv. Verwiesen wird dabei auf die EU-Kommission, die sich zuletzt mehrfach ähnlich äußerte. Darüber hinaus würde O2 aber auch gegen das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) verstoßen. Denn das Vorgehen sei irreführend, Verbraucher würden nicht damit rechnen, dass das EU-Roaming nur dann kostenlos sei, wenn sie selbst aktiv würden.

O2 verhält sich unter Umständen korrekt

Allerdings ist die Sachlage alles andere als klar. So deutet die Homepage der Bundesnetzagentur beispielsweise an, dass O2 sich durchaus korrekt verhalten könnte: „Wenn der Kunde selbst keinen Roamingtarif gewählt hat, gelten grundsätzlich die regulierten Roamingtarife der EU-Roaming-Verordnung für diesen Kunden."

Im Umkehrschluss würde dies bedeuten, dass die Umstellung für Kunden mit selbstgewähltem Roaming-Tarif tatsächlich nicht vorgenommen werden musste. Unter Umständen könnten die Roaming-Optionen einzelne Nutzer sogar besser stellen, da diese auch Gebiete berücksichtigen, die die Roaming-Freiheit seit dem 15. Juni nicht berücksichtigt. Ausgenommen sind hier beispielsweise die Schweiz, Monaco und Andorra.

Bislang hat O2 nicht auf die Klageankündigung reagiert.

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Kommentare (6)

#1
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Registriert seit: 21.01.2006

Korvettenkapitän
Beiträge: 2265
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#2
Registriert seit: 15.09.2009

Leutnant zur See
Beiträge: 1249
Unter Umständen verhält sich o2 korrekt.

Unfassbar, was die EU da macht. Kann man nicht Gesetze ihr Schlupfloch schaffen?
#3
Registriert seit: 30.04.2008
Civitas Tautensium, Agri Decumates
Oberbootsmann
Beiträge: 851
Zitat timo82;25731201
Unfassbar, was die EU da macht. Kann man nicht Gesetze ihr Schlupfloch schaffen?


Völlig richtig, was die EU da macht: Pacta sunt servanda
#4
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Registriert seit: 06.02.2014
Im sonnigen Süden
Admiral
Beiträge: 11490
Zitat timo82;25731201
Unfassbar, was die EU da macht. Kann man nicht Gesetze ihr Schlupfloch schaffen?

Naja, das "Schlupfloch" heisst im Klartext: Ein bestehender Vertrag kann diese Bedingungen überschreiben.
Das ist auch prinzipiell nicht schlecht gedacht.

Alles weitere wird jetzt der Markt selbst regeln.
Wobei allerdings schon seit Ewigkeiten bekannt ist dass O2 generell der schlechteste der 3 großen Anbieter ist. Dafür auch der günstigste... Entsprechend ist es nicht verwunderlich, dass sie die Kunden soweit benachteiligen wie möglich.
#5
Registriert seit: 15.09.2009

Leutnant zur See
Beiträge: 1249
Zitat smalM;25731257
Völlig richtig, was die EU da macht: Pacta sunt servanda


Nein

Die Roamingregulierung muss in nationales Gesetz umgesetzt werden.

Wenn der Vertrag dann im Widerspruch zum Gesetz steht, kannst du dir ja denken, was dann passiert.


Es ist genau das gleiche, wenn die Bundesrepublik Deutschland irgendein anderes Gesetz erlässt.
Zum Beispiel die Rauchmeldepflicht (Gebot per Gesetz = Verbot keine zu haben). Dann kannst du auch nicht sagen, dass du einfach ohne weiter machst, weil dein Mietvertrag älter ist.
Du musst dich dran halten - es ist Gesetz. Andernfalls riskierst du eine Klage.
#6
Registriert seit: 30.04.2008
Civitas Tautensium, Agri Decumates
Oberbootsmann
Beiträge: 851
Ich habe so das Gefühl, der Absatz ab "O2 verhält sich unter Umständen korrekt" ist völlig an Dir vorbeigegangen.
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