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Geheimtipp oder Trash? Das Killerhai-Action-RPG Maneater angespielt

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maneater 100

Auch wenn Haie ihren Zenit in der heutige Popkultur bereits überschritten haben und die Veröffentlichungen der Klassiker "Der weiße Hai" oder "Deep Blue Sea" weit in der Vergangenheit zurückliegen, ganz verschwunden sind die "Killer-Haie" nie. Zwar verfolgen Filme wie Sharknado einen eher trashigen Ansatz, jedoch erfreuen sich Haie auch heute noch großer Beliebtheit. Dies hat sich wohl auch die US-amerikanische Spieleschmiede Tripwire Interactive gedacht und versucht, besagtem Thema in Form von Maneater wieder neues Leben einzuhauchen. Aus diesem Grund hat sich Hardwareluxx den Neoprenanzug geschnappt und sich in die wilden Gewässer der Golfküste der USA begeben, um dem Action-Rollenspiel in typischer HWL-Angespielt-Manier auf den Zahn zu fühlen.    

Da es sich bei Maneater um ein Videospiel mit einer FSK-Altersfreigabe von 16 Jahren (PEGI 18) handelt, verzichten wir auf Screenshots und weiteres Bildmaterial, das kritisch sein könnte. Unsere Berichterstattung kommt weitestgehend ohne abgetrennte Körperteile oder riesige Blutlachen im bzw. auf dem Wasser aus.

Mit Maneater verfolgt das Entwicklerstudio Tripwire Interactive einen neuen Ansatz in der Welt der Rollenspiele. Zwar gab es in der Vergangenheit schon RPGs, in denen der Fokus auf der Tierwelt lag, einem Killerhai allerdings die Hauptrolle zu überlassen ist gänzlich neu. Jedoch finden sich auch in Maneater typische Rollenspielelemente wieder. Um den Protagonisten weiterzuentwickeln, müssen diverse Lebewesen konsumiert oder verstecktes Loot aufgespürt werden. Des Weiteren lassen sich bei Maneater verschiedene Gebiete, wie z.B. Fawtick Bayou, Golden Shores oder Dead Horse Lake, erkunden. Hier erwarten unseren Killerhai die unterschiedlichsten Aufgaben. Ein Quest bringt uns dazu, zehn Welse zu fressen, ein anderer wiederum sorgt dafür, dass wir die Grotte von Fawtick Bayou aufsuchen. Aber auch das Töten von unschuldigen Strandbesuchern gehört zu unserem Aufgabenrepertoir. Laut Angaben der Spieleschmiede dauert die Kampagne des Storymodus von Maneater zwischen zehn bis 20 Stunden, je nachdem wieviel Zeit man mit den Leveln des eigenen Raubfisches verbringt.

Ebenfalls dürfen natürlich unzählige Kampfhandlungen nicht fehlen. Neben wehrlosen Bewohnern der US-amerikanischen Golfküste, wie Schildkröten oder diversen kleinen Fischen, treffen wir auch auf sogenannte "Spitzenprädatoren", wie zum Beispiel einen Alligator. Zudem stehen unserem Killerhai nicht nur Tiere aus der Unterwasserwelt gegenüber, die Spieler treten auch gegen menschliche Gegner in Form von Kopfgeldjägern an, die es auf unsere Rückenflosse abgesehen haben. Neben "Schnuckel Paul" sind neun weitere Jäger auf der Suche nach uns. Ein Sieg über solch einen Jäger bringt neben Niedertrachts-Punkten auch noch weitere Belohnungen. Wie zum Beispiel die Fähigkeit, "Mineral" zu verdauen.

Das neue Tripwire-Action-Rollenspiel lässt sich ab dem 22. Mai 2020 exklusiv im Epic Games Store sowie für Sonys PlayStation 4 und Microsofts Xbox One erwerben. Eine Version für die Nintendo Switch soll im späteren Verlauf des Jahres erscheinen.

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Gameplay

Obwohl Tripwire Interactive für die PC-Version einen Controller wie z.B. den der Xbox empfiehlt, ließ sich unser Hai auch problemlos mit Maus und Tastatur in der Welt von Maneater navigieren. Die Bewegungen erfolgen wie üblich mit WASD und zugebissen wird via linkem Mausklick. Mit der rechten Maustaste lässt sich ein "Schwanzflossenschlag" ausführen und um Gegnern auszuweichen nutzen wir die Tasten Q und E. Auch die Leertaste kann zum Ausweichen verwendet werden. Befinden wir uns jedoch an der Wasseroberfläche, sorgt ein Druck auf die Spacebar für einen Sprung, um z.B. auf dem Deck eines Schiffs zu landen und dort die Besatzung zu verschlingen. 

Allerdings gilt hierbei zu beachten, dass auch ein Killerhai nicht an Land überleben kann. Sobald sich die O2-Leiste dem Ende neigt, sollten wir schnellstens wieder das kühle Nass aufsuchen. Ansonsten hat dies negative Auswirkungen auf unsere Lebensenergie, die sich mit dem Verspeisen von Beute jedoch wieder auffüllen lässt.

Mit Shift lässt sich ein Spurt einlegen, der seine wahre Geschwindigkeit jedoch erst an der Oberfläche zeigt, wo wir uns in typischer Hai-Manier mit sichtbarer Rückflosse in die sogenannte "Schneide-Position" begeben. Um die Oberfläche zu verlassen genügt ein Druck auf die C-Taste. 

Ebenfalls lassen sich per einmaligem Tastendruck sämtliche Menüs erreichen oder das Sonar sowie der "Gefahrenblick" aktiveren. Letzter sorgt dafür, dass wir unseren Gegner auch in hektischen Gefechten nicht aus dem Blickfeld verlieren. Um die “Evolution” zu nutzen reicht ein Druck auf die Taste T. 

Halten wir die linke Maustaste gedrückt, reißt unser Protagonist sein riesiges Maul auf und hält seine Beute darin fest. Ein anschließender Rechtsklick sorgt dafür, dass wir Gegner mit einem Flossenschlag auf den Meeresboden befördern können. Gerade bei menschlichen Opfern, die über keine Taucherausrüstung verfügen, sorgt dies für ein schnelles Ende. Anschließend können sie ganz entspannt verspeist werden.

Mithilfe des Schwanzflossenschlags wird allerdings nicht nur die gefangene Beute durch den Ozean geschossen oder Bote zerstört, mit einem gezielten Schlag lassen sich auch unter Wasser liegende Gittertore öffnen. Ob dies jedoch von Erfolg gekrönt ist, hängt von der erreichten Evolutionsstufe ab. Ein Jungtier auf Level 1 ist nicht in der Lage, einen Schlag auszuführen. Wollen wir also das nächste Gebiet erreichen, gilt es zunächst entsprechende Nährstoffe aufzunehmen, indem wir uns auf die Suche nach Beute begeben. Ein Level-Upgrade sorgt unter anderem dafür, dass sich die "Massenwertung" sowie die "Gesundheitswertung" oder die "Verteidigungswertung" verbessert. Zudem lässt sich die "Organ Evolution", wie z.B. das Sonar, mit der Zeit verbessern. Die Evolutionen sorgen allerdings auch dafür, dass Giftdrüsen, bioelektrische Organe oder eine Knochenrüstung verwendet werden können. Die Freischaltung erfolgt dabei über den Niedertracht-Rang, Landmarken-Aufgaben oder das Töten von Spitzenprädatoren.

Story

Direkt zu Beginn unseres Abenteuers an der Golfküste der Vereinigten Staaten finden wir uns nicht wie vermutet im Wasser wieder, sondern lernen in einer Fersehdokumentation den Haijäger Pierre LeBlanc kennen. Nachdem Scaly Pete - wie der Fischer auch genannt wird - dem Publikum von seinem Vater und dessen glorreichen Abenteuern erzählt hat, erwähnt Pete einen Hai, der entkommen war, sich jedoch durch eine feststeckende Harpune leicht erkennen lässt. Nachdem der Haijäger allen Zuschauern nochmal deutlich macht, wie viel Spaß ihm die Jagd auf die Raubfische macht, fängt auch unser Abenteuer an. 

Diesmal finden wir uns unter Wasser in einem unterirdischen Konstrukt wieder und bemerken als allererstes eine Harpune in der rechten Seite des Protagonisten, dessen Steuerung wir übernommen haben. Es besteht kein Zweifel daran, dies muss der Hai sein, der Petes Vater entkommen war.

Nachdem wir uns etwas umgeschaut haben, widmen wir uns dem Einführungstutorial und machen uns mit der Steuerung des Killerhais vertraut. Wir folgen den Anweisungen am linken Bildschirmrand und schwimmen in den nächsten Raum. Dort angekommen entdecken wir unsere erste Beute. Darunter sind auch Schildkröten, über die wir uns dem Tutorial folgend direkt hermachen. Mit einem vollgeschlagenen Magen und allen nötigen Informationen, die wir für eine erfolgreiche Jagd auf Beute benötigen, durchbrechen wir mit ein paar Schwanzflossenschlägen ein Gittertor, das uns den Weg versperrt und erreichen im Anschluss die offenen Gewässer der Golfküste.  

Es folgen weitere Tutorials, um uns mit der Steuerung noch vertrauter zu machen und die Aufgabe "Terror in der Bucht", bei der wir den Auftrag erhalten, zehn Strandbesuchern den Garaus zu machen. Ganz nach dem Motto "gesagt, getan" stürzen wir uns als blutrünstiger Killerhai auf Segelboote und deren Besatzung sowie auf Besucher, die in Strandnähe ein kühles Bad nehmen. Da unser Gemetzel für reichlich Aufmerksamkeit sorgt, dauert es auch nicht lange, bis uns Scaly Pete seine Haijäger auf den Hals hetzt.

Wir lassen also von den Strandbesuchern ab und stürzen uns auf drei heranfahrende Boote inklusive Tauchern. Als auch das dritte Boot samt Crew in die ewigen Jagdgründe geschickt wurde, endet unsere Tutorial-Mission mit der traurigen Nachricht, dass uns Scaly Pete gefangen hat. 

Es folgt eine Zwischensequenz, bei der die Fernsehdokumentations-Thematik wieder aufgegriffen wird und wir beobachten den Haijäger dabei, wie er unseren Protagonisten aufschlitzt und plötzlich einen kleinen Baby-Hai in den Händen hält. Somit war der von uns kontrollierte Hai gar nicht männlich, sondern in Wirklichkeit ein trächtiges Weibchen. Es folgt eine etwas verstörende Szene, in der der frische geborene Baby-Hai dem Fischer den halben Unterarm abbeißt und sich ins Wasser retten kann. Dies lässt Scaly Pete jedoch unbeeindruckt und der Haijäger gibt dem Kamerateam völlig emotionslos zu verstehen, dass es jetzt wohl besser wäre die Kamera auszuschalten. Nachdem die Zwischensequenz vorüber ist, übernehmen wir die Kontrolle des kleinen Baby-Hais und unser Abenteuer in der Welt von Maneater beginnt.

Fazit

Schaut man sich Maneater zunächst auf dem Papier an, weiß man nicht so wirklich, was man mit dem neuen Action-RPG aus dem Hause Tripwire Interactive anfangen soll. Als Killerhai auf Menschenjagd gehen? Klingt erstmal skurril, macht aber zugleich auch neugierig. Wer wollte nicht schon immer mal als Killer der Meere die Strände dieser Welt unsicher machen und für Angst und Schrecken sorgen? Zwar bietet Maneater genau das, doch trotz der Weiterentwicklungen geht es letztendlich nur darum, zu fressen damit man nicht gefressen wird. 

Die Umsetzung der Kampagne als Fernsehdokumentation ist nett gemacht und bietet eine Vielzahl an Zusatzinformationen rund um das Leben und die Verhaltensweisen von Haifischen. Auch bietet die Kampagne hin und wieder den ein oder anderen Lacher, jedoch kratzt die Story lediglich an der Oberfläche und sorgt nicht wirklich für Tiefgang. Ein bisschen mehr Abwechslung hätte dem Spiel sicherlich gut getan. 

Positiv ist hingegen die Steuerung. Auch wenn man kein Freund von einem Controller am PC ist, lässt sich der Killerhai mit etwas Routine problemlos mit Tastatur und Maus navigieren. Ebenfalls konnte uns die grafische Umsetzung mit Hilfe der Unreal 4 Engine überzeugen. Die einzelnen Gebiete sind authentisch und die Meeresbewohner wirken realistisch. Auch die Zwischensequenzen können sich sehen lassen.  

Abschließend lässt sich festhalten, dass Maneater definitiv keine schlechte Umsetzung eines Killerhai-Action-RPGs ist, jedoch dürfte es gerade auf lange Sicht an der Motivation mangeln. Sobald man die Kampagne durchgespielt hat und sämtliche Evolutionen einmal ausprobieren konnte, sollte die Luft aus dem Spiel weitgehend raus sein. Für ein kurzen Abstecher in die Welt der Raubfische ist Maneater sicherlich zu empfehlen. Wer als RPG-Fan hingegen auf der Suche nach etwas Langfristigem ist, dürfte bei Maneater eher enttäuscht werden.

Preise und Verfügbarkeit
Maneater (PC)
Nicht verfügbar Nicht verfügbar Ab 35,99 EUR


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