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Test: Extrememory XLR8 Express 60 GB

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Seite 9: Fazit

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Für eine SSD mit lediglich 60 GB kann die XLR8 Express durchaus überzeugen. Die im Vergleich zu Laufwerken mit größerer Kapazität niedrigere sequenzielle Schreibrate (zumindest bei inkompressiblen Daten) mag vielleicht abschreckend wirken, doch sollte man auch bedenken, dass auf einem Laufwerk mit 60 GB sowieso keine riesigen Mengen an Speicherplatz verfügbar sind, die das Arbeiten mit großen Dateien gestatten würden. Wer auf der Suche nach einer Videoschnitt-SSD ist, wird vermutlich erst bei SSDs mit der vierfachen Kapazität anfangen zu suchen, wo die sequenziellen Schreibraten auch kein Problem mehr sind.

Die Konkurrenz lauert in diesem Kapazitätsbereich hauptsächlich in Form der Crucial M4 und Samsung 470. Erstere ist mit einer Kapazität von 64 GB bereits ab 80 Euro zu haben, schneidet beim sequenziellen Schreiben allerdings noch einmal eine kleine Ecke schlechter ab (95 MB/s Herstellerangabe). Mit 170 MB/s (Herstellerangabe) beim sequenziellen Schreiben ist Samsungs 470 mit 64 GB hingegen ein wahrer Überflieger und liegt im gleichen Preissegment wie die M4. Allerdings handelt es sich bei der 470 um ein Laufwerk mit SATA-3 Gb/s-Interface, sodass die sequenziellen Leseraten bei ungefähr 250 MB/s gedeckelt sind. Die Extrememory und Crucial SSDs liefern hier dank ihres schnelleren Interfaces deutlich mehr als 400 MB/s. Was die Leistung angeht, muss man hier also nach persönlicher Vorliebe entscheiden.

Der Preis der XLR8 Express 60 GB liegt momentan (19.09.2011) bei gut 110 Euro, 30 Euro mehr als die erwähnte Konkurrenz. Dieser Aufpreis ist etwas schmerzlich und lässt sich nur durch die besonderen Features des SandForce-Controllers rechtfertigen. Dazu zählt die transparente Kompression (wer mit hochkompressiblen Daten arbeitet, profitiert von höheren Datentransferraten) und die ebenfalls transparente AES-Verschlüsselung.

An dieser Stelle soll die aktuell herrschende BSOD-Problematik bei SandForce-SSDs allerdings nicht unerwähnt bleiben. Dabei handelt es sich um ein Problem, welches viele Hersteller (und auch SandForce selbst) nun schon seit langer Zeit plagt: Im (normalen) Betrieb stürzt Windows mit einem Bluescreen ab. Die Ursache für dieses Problem konnte bisher nicht ermittelt werden, auch nicht bei Extrememory. Allerdings behauptet man dort, das Problem durch den Einsatz einer speziellen Firmware-Version (in Verbindung mit einem eigenen Hardware-Layout) gelöst zu haben. Diese Firmware sei ungefähr 1 Prozent langsamer als andere Versionen, dafür aber absolut stabil. Auch sei bisher mit noch keinem Laufwerk aus der XLR8 Express Serie bei einem Kunden ein Bluescreen aufgetreten.

Diese Aussage können wir natürlich nicht überprüfen, allerdings gibt es auch keinen konkreten Anhaltspunkt dafür, sie anzuzweifeln. Auch in unserem Forum finden sich bisher keine Berichte von Nutzern, die ein Problem mit ihrer XLR8 Express SSD haben.

Wem die Zusicherungen von Extrememory ausreichend sind, kann bedenkenlos zu einer XLR8 Express 60 GB greifen, denn man erhält auf jeden Fall viel SSD für sein Geld. Ansonsten gibt es mit der Crucial m4 64 GB und Samsung 470 64 GB zwei gute Alternativen.

Positive Aspekte der Extrememory XLR8 Express 60 GB:

  • Sehr gute Leistung, insbesondere für ein 60 GB-Laufwerk
  • SandForce-typischer Leistungseinbruch vergleichsweise gering ausgeprägt

Negative Aspekte der Extrememory XLR8 Express 60 GB:

  • Etwas teurer als andere Laufwerke mit ähnlicher Kapazität

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