Seite 3: Acer Swift 3

Das Swift 3 bietet Acer bereits seit Ende 2016 an und verfügt damit über eine durchaus flexible Basis für Multimedia-Notebooks. Zunächst nur mit 14-Zoll-Display (SF314) erhältlich, gibt es seit Herbst 2017 auch Konfigurationen mit 15,6 Zoll großen Displays (SF315). Noch mehr Vielfalt gibt es bezüglich der Konfigurationen. Zum Start setzte Acer ausschließlich auf Intels Skylake-Prozessoren, es folgten Kaby Lake und Kaby Lake Refresh - wahlweise mit oder ohne dedizierter NVIDIA-GPU. Derzeit reicht die Preisspanne im Handel von etwa 600 bis 1.300 Euro. Mit unverbindlichen 799 Euro rangiert die hier getestete Version somit am unteren Ende.

Dennoch kann sich die Ausstattung sehen lassen. Neben dem Ryzen 5 2500U stecken im Innern unter anderem 8 GB Arbeitsspeicher (DDR4-2400), eine 256 GB fassende Intel-SSD der 600p-Serie sowie die wichtigsten Schnittstellen. Zu denen gehören gleich viermal USB (je einmal USB 2.0 und USB 3.1 Gen 1 Typ-C sowie zweimal USB 3.1 Gen 1 Typ-A), HDMI, ac-WLAN, Bluetooth 4.2, ein Fingerabdrucksensor, eine Audio-Buchse und ein SD-Kartenleser. Komplettiert wird das Angebot von einer nur mäßigen 720p-Webcam sowie einem unterhalb der Handballenablage verbauten Stereo-Lautsprechergespann, dem es an Tiefen und Höhen fehlt.

Luft nach oben hat auch das Display. Dessen Panel stammt im Falle des Testgeräts von Chi Mei und verteilt auf 15,6 Zoll 1.920 x 1.080 Pixel. Das IPS-Panel wird durch Gorilla Glass geschützt und bietet die für die Technik typischen guten Blickwinkel, einen Touch-Sensor gibt es nicht. Mit maximal 254 cd/m² fällt die Display-Helligkeit schlecht aus, gerade in Kombination mit dem Glasschutz. Hinzu kommt, dass die Homogenität nur bei rund 86 % liegt, an der dunkelsten Stelle liegen somit nur 219 cd/m² an. Das kann selbst in Büros schon zu wenig sein, um Spiegelungen zu vermeiden. Nur ein wenig besser sieht es bezüglich Farbdarstellung und Kontrast aus. Erstere profitiert von einer durchschnittlichen Farbtemperatur von rund 6.800 Kelvin, die nur mittelmäßige Farbraumabdeckung (sRGB 63 %, AdobeRGB 41 %) sieht man dem Swift 3 allerdings nicht an. Mit 1.154:1 landet auch das Kontrastverhältnis nur im Mittelfeld.

Besser gefällt das Gehäuse. Mit 370,5 x 255,0 x 18,9 mm fällt dessen Größe wie in dieser Klasse zu erwarten aus, mit knapp 2,2 kg ist es aber vergleichsweise schwer. Das mag auch am Metall liegen, das Acer für fast alle Teile des Gehäuses verwendet. Im Gegenzug sorgt das zusammen mit dem Brushed-Effekt aber auch für eine hochwertige Haptik und Optik. Letztere profitiert zudem von kleineren Design-Elementen wie der umlaufenden Fase rund um C-Cover und Touchpad oder dem in das Scharnier geprägten Swift-Schriftzug. Die Verarbeitung des Testmusters kann insgesamt als gut bezeichnet werden, Mängel gab es nur sehr wenige. Der vermutlich auffälligste: das nicht ganz mittig platzierte Zentralscharnier. Zudem wäre ein wenig mehr Stabilität wünschenswert. Denn schon auf leichten Druck hin gab die Handballenablage ein wenig nach. Und auch dem Scharnier würde eine leichte Überarbeitung gut tun. Das packt zwar kräftig zu und gleicht auch heftigere Stöße aus, verhindert aber auch das Aufklappen des Displays mit nur einer Hand.

Für Wartungszwecke lässt sich die Bodenplatte entfernen. Dann besteht Zugang zum WLAN-Modul und zur SSD, nicht jedoch zum Arbeitsspeicher. Denn den hat Acer komplett verlötet, späteres Aufrüsten ist somit nicht möglich.

Als unproblematisch entpuppt sich das Gehäuse in Hinblick auf die Temperaturentwicklung. Selbst nach langen Volllastphasen konnten im Test auf Ober- und Unterseite punktuell nicht mehr als rund 38 und 42 °C, im Schnitt waren es 32 und 34 °C. Das liegt vor allem am Temperaturlimit für den Ryzen 5 2500U, aber auch am Kühlsystem selbst. Bei geringer Last arbeitet das lange Zeit komplett passiv und somit geräuschlos, aber selbst bei vollen Touren hält sich der Lüfter zurück. Mit 38,8 dB(A) stört er kaum.

Etwas mehr Kritik erhält die Tastatur. Die ist zwar eindeutig beschriftet und bietet zumindest eine insgesamt zweistufige, sehr gleichmäßige Hintergrundbeleuchtung, Hub und Druckpunkt gefallen aber nur eingeschränkt. Ersterer fällt etwas zu kurz aus, letzterer ist nicht eindeutig genug definiert und vor allem nicht bei allen Tasten identisch. Nur halbgar ist auch die Integration des Ziffernblocks. Zwar ist es Acer hoch anzurechnen, dass man diesen berücksichtigt hat, allerdings fallen die entsprechenden Tasten ein wenig zu klein aus und auch die Anordnung entspricht nicht den üblichen Gepflogenheiten. Deutlich besser gefällt das Touchpad. Das reagierte im Test zuverlässig auf alle Eingaben und bietet integrierte Tasten mit nahezu optimalem Hub und Druckpunkt. Einzig eine optische Unterteilung zwischen rechter und linker Taste fehlt. Der am rechten Rand platzierte Fingerabdruck arbeitet mit Windows Hello zusammen und entpuppte sich im Test als unauffällig und gute Alternative zur Passworteingabe.

Als möglicher Schwachpunkt könnte sich der Akku entpuppen. Der fasst trotz der Größe des Swift 3 nur 47 Wh - ein Wert, den selbst kompakte 13-Zöller teilweise deutlich überschreiten. Hinzu kommt, dass der Energiebedarf in bestimmten Situationen vergleichsweise hoch ist. So wurden im Leerlauf bei einer Display-Helligkeit von 120 cd/m² fast 10 W benötigt, üblich wären eher 5 oder 6 W. Mit annähernd 43 W sieht es aber auch unter Volllast nicht viel besser aus. Verantwortlich für beide Werte ist den Messungen zufolge ausgerechnet der AMD-Prozessor, der sich im Test bis zu etwa 30 W genehmigte. 

Ob es sich dabei um ein generelles Problem der Raven-Ridge-APUs handelt oder lediglich um eines, das in Acers Verantwortungsbereich liegt, ist nicht klar. Denn letztlich könnte auch ein fehlerhaftes BIOS dafür sorgen, dass zu lange zu hohe Taktraten gehalten werden - was den Leerlaufbedarf erklären würde. Das führt in den Benchmarks zu Laufzeiten zwischen knapp 1,5 und rund 8,5 Stunden. Bei voller Last muss nach einer Stunde zum Ladegerät gegriffen werden. Das ist im übrigen etwas zu knapp dimensioniert: Mit einer Ausgangsleistung von 45 W reicht es für den Volllastbetrieb bei maximaler Display-Helligkeit nicht aus.