Seite 2: Leistung, Kühlung und Akkulaufzeit

Ein insgesamt dünneres Gehäuse, dann noch das etwas dickere Display und dennoch soll im XPS 13 2-in-1 ebenso wie im XPS 13 je nach Konfiguration ein Core i5 oder Core i7 stecken. Tatsächlich stimmt das, aber auch Dell dürfte Intel die gleichen Fußfesseln wie allen anderen Partnern verpasst haben. Denn dass tatsächlich nur der inzwischen als Core i vermarktete Core m zum Einsatz kommen, verrät der obligatorische Aufkleber am Gehäuse nicht. Zugute halten muss man Dell jedoch, dass sowohl auf der Produktseite des Geräts als auch im Konfigurator nur stellenweise der Eindruck erweckt wird, man hätte es mit einem vergleichsweise leistungsstarken Prozessor zu tun.

Mit Core i7-7Y75, aber schneller als erwartet

Im Test sorgte der verbaute Core i7-7Y75 allerdings aus einem ganz anderen Grund für Fragezeichen. Denn der Zweikerner mit Hyper-Threading erreichte in vielen Benchmarks höherer Werte, als eigentlich zu erwarten waren. So attestierte der 3DMark eine Leistung, die teilweise höher als bei Notebooks mit Core i7-7500U ausfielen. Die Ursache hierfür ist eine ungewöhnliche Entscheidung seitens Dell. Auf Nachfrage erklärte der Hersteller, dass es sich um einen regulären Core i7-7Y75 mit einer TDP von 4,5 W handelt, eben dieser Wert aber überschritten werden dürfe, um länger mit höheren Taktraten arbeiten zu können.

Allerdings deutet einiges darauf hin, dass Dell schlicht die TDP-up-Option gezogen hat, die aber vor den üblichen Analyse-Tools verborgen wird. Dafür spricht beispielsweise der Basistakt von 1,6 GHz, standardmäßig arbeitet der CPU-Part des Prozessors nur mit 1,3 GHz. Ebenso fällt die CPU Package Power unter Last höher als für einen 4,5-W-Prozessor üblich aus - unter Volllast pendelte die sich bei gut 7 W ein.

Im Alltag spielt das aber keine nennenswerte Rolle. Mit 2,7 und 159 Punkten in Cinebench 11 und 15 (Multi-Thread-Wertung) landet das XPS 13 2-in-1 im unteren Mittelfeld, ähnlich sieht es im 7Zip-Test aus. Etwas besser schneidet das Convertible in den Office-nahen Tests PCMark 7 und 8 ab, vor allem dank der schnellen SSD. Das von Toshiba gelieferte NVMe-Laufwerk mit seinen 256 GB erreicht beim Lesen und Schreiben maximal knapp 1.200 und 670 MB/s und hat einen großen Anteil daran, dass sich das XPS 13 2-in-1 schneller anfühlt, als man es erwarten würde. Dennoch gibt es klare Grenzen, auch wenn der 3DMark-Score in allen drei berücksichtigten Szenarien höher als üblich ausfällt. Spiele laufen nur dann halbwegs flüssig, wenn sie auf minimaler Detail-Stufe und reduzierter Auflösung gestartet werden, umfangreiche Video- und Bildbearbeitung sind ebenfalls nicht das Metier des Geräts.

Für Office, kleinere Bildkorrekturen und vergleichbare Aufgaben ist das XPS 13 2-in-1 aber gut gerüstet. Der höhere CPU-Takt macht sich im direkten Vergleich bemerkbar - wenn auch nur für kurze Zeit. Mehr als die verbauten 8 GB Arbeitsspeicher (LPDDR3-1866) dürften sich angesichts der Systemleistung aber nur in weniger Ausnahmefällen lohnen.

Kühl und gebremst

Den Vorteil der geringen TDP macht Dell sich beim Kühlsystem zunutze. Das kommt wie in fast allen Core-m-Systemen ohne Lüfter aus und arbeitet entsprechend ohne Geräuschentwicklung. Dadurch erwärmt sich das XPS 13 2-in-1 zwar stärker als viele Konkurrenten, kritische Werte erreichen Gehäuse und Prozessor aber nicht; letzterer wies nach längeren Volllastphasen 80 °C aus. Auf der Oberseite des Gehäuses konnten dann durchschnittlich 34 °C gemessen werden, auf der Unterseite 38 °C, die punktuellen Spitzen lagen bei 43 und 45 °C. Bei geringer Last blieb das Notebook deutlich kühler, im Schnitt wurden dann 27 und 28 °C erreicht.

Dennoch muss über das Thema Drosselung gesprochen werden. Wer das System voll ausreizt, muss schon nach knapp einer halben Minute mit einem CPU-Takt von 800 MHz auskommen, was weit weniger als der Basistakt ist. Die GPU bewegt sich mit 450 MHz hingegen gerade noch im grünen Bereich. Ganz klar: Hier bremst die TDP. Deutlich wird das, wenn nur der CPU-Part voll ausgereizt wird. Hier wird der Takt nach der gleichen Zeitspanne auf 1,6 GHz begrenzt - exakt der Basistakt der TDP-up-Variante des Prozessors.

Kurzatmig unter Last

Leichtes Spiel sollte der Akku des XPS 13 2-in-1 haben, hätte Dell nicht auch hier eingespart. Denn von den 60 Wh des klassischen XPS 13 sind gerade einmal 46 übrig geblieben. Das ist zwar etwas mehr als beispielsweise im Acer Swift 7, in einem Notebook der 13-Zoll-Klasse zu so einem Preis sollte an vorderste Stelle aber eine 5 stehen.

Immerhin weiß das Convertible jedoch mit der gespeicherten Energie umzugehen, wie die Benchmarks zeigen. Bei geringer Last im Battery Eater Reader's Test hielt es mit einer Ladung mehr als 15 Stunden durch, unter etwas anspruchsvolleren Bedingungen (Battery Eater Classic) immerhin noch knapp vier. Bei hoher Last, simuliert mit den PCMark-Settings Home und Creative, musste nach rund zwei bis zweieinhalb Stunden zum Netzteil gegriffen werden.

Hält man sich die verbauten Komponenten vor Augen, sind vor allem die Laufzeiten unter höherer und hoher Last keine Überraschung - die Bedarfswerte belegen dies. Im Leerlauf kommt das XPS 13 2-in-1 mit gerade einmal 4,2 W aus, unter Volllast genehmigt es sich 16,5 W. Selbst rein rechnerisch ist die Marke von drei Stunden bei hoher Last so nicht zu knacken. Das führt dazu, dass dem Gerät im Sachen Laufzeit nur eine durchschnittliche Note verliehen werden kann. Je geringer die Last ausfällt, desto eher überzeugt es. Wer hingegen abseits einer Steckdose häufiger mehr als Word und Excel nutzen möchte, dürfte enttäuscht sein.

Das mitgelieferte Netzteil bietet ausgangsseitig maximal 30 W und lädt den Akku unter Volllast des Systems nur noch sehr langsam. Und obwohl USB Typ-C- als Anschluss verwendet wird, verzichtet Dell auf USB PD.