Seite 1: Tenda Nova MW12 im Test: Mesh-System zum attraktiven Preis

tenda nova mw12Im Sektor der Mesh-Netzwerk-Hardware dürfte Tenda vielen noch kein Begriff sein, wenngleich das Unternehmen als solches schon einige Zeit aktiv ist. In der vergangenen Monaten hat man vermehr hierzulande auf sich aufmerksam gemach – vor allem im Hinblick auf günstige und dennoch schnelle Mesh-Hardware. Man will die etablierten Anbieter hier bereits hinter sich gelassen haben. Wir haben uns das Tenda Nova MW12 als Einsteiger-Lösung genauer angeschaut.

Tenda ist im Jahr 2012 eine Partnerschaft mit Broadcom eingegangen und ist ein wichtigster Partner in China geworden. Das Unternehmen verbaut seitdem die Chipsätze von Broadcom und will damit eine gewisse Kompatibilität und Leistung garantieren können. Neben den Mesh-Produkten bietet man auch noch Router, Switches und vieles mehr im Bereich der Netzwerk-Hardware an.

Das Nova MW12 deckt mit seinen drei Stationen eine Fläche von 500 m² ab. Das Set bestehend aus drei Stationen kann auf bis zu 12 Mesh-Knoten ausgebaut werden und deckt dann bis zu 2.000 m² ab. Mit Hilfe der Tenda-WiFi-App lassen sich die Stationen managen und je nach Bedarf noch ein Gäste-Netzwerk anlegen oder auch eine Kindersicherung aktivieren.

Kommen wir nun aber zum Nova MW12 bzw. zu den technischen Daten des Mesh-Systems:

Tenda Nova MW12
Modell Tenda Nova MW12
Straßenpreis ab 220 Euro
Homepage www.tendacn.com/de
Technische Daten
Internet Dynamische IP, Statische IP
LAN 2x Gigabit-Ethernet
1x WAN
Telefonie -
WLAN IEEE802.11a/b/g/n/ac-Triband-WLAN
1x 2,4 GHz: bis zu 300 MBit/s
1x 5 GHz: bis zu 867 MBit/s
1x 5 GHz: bis zu 867 MBit/s (Backhaul für das Mesh)
Anschlüsse 2x Gigabit-Ethernet (10/100/1000 Base-T)
1x Gigabit-Ethernet (10/100/1000 Base-T) WAN für den Anschluss an Kabel-/DSL-/Glasfasermodem oder Netzwerk
Abmessungen 100 x 100 x 100 mm
Lieferumfang 3x Mesh12 Stationen
drei Netzteile
Ethernet-Kabel
Installationsanleitung

Das Starterset besteht aus drei Mesh12-Stationen, die allesamt identisch sind. Je nachdem welcher Knoten zuerst eingebunden wird, ist dieser das Gateway bzw. das zentrale Element des Mesh-Netzwerks und wird auch mit dem restlichen Netzwerk bzw. dem Router per Ethernet verbunden. Das System erkennt automatisch, um welche Art von Internet-Verbindung es sich handelt – beispielsweise ob dynamisch eine IP zugewiesen wird oder dies manuell geschieht.

An diesem Meshknoten stehen dann noch zwei weitere Gigabit-Ethernet-Anschlüsse zur Verfügung, da der dritte als WAN-Anschluss verwendet wird. Mesh-Knoten, die nur per WLAN eingebunden sind, haben demzufolge drei Gigabit-Anschlüsse zur Verfügung. Das WLAN ist nach 802.11ac kompatibel, kann aber natürlich auch Clients mit älteren Standards einbinden. Per 2,4-GHz-Netz sind 300 MBit/s möglich, bei 5-GHz-Netzen sollen es 867 MBit/s sein. Hier haben wir natürlich schon schnellere Netzwerk-Hardware gesehen – zumindest auf dem Papier. An Verschlüsselung unterstützt werden WPA-PSK und WPA2-PSK.

In jeder Station sind ein SoC mit 900 MHz und 256 MB DDR3-Arbeitsspeicher verbaut. Dies soll es ermöglichen, dass das Netzwerk bis zu 100 Geräte gleichzeitig im Netzwerk verarbeiten kann. Außerdem ist die Rechenleistung offenbar notwendig, um das MU-MIMO, QoS, und Beamforming+ zu steuern. Im Lieferumfang befinden sich die drei Mesh12-Stationen, jeweils ein Netzteil dazu, ein Ethernet-Kabel und eine Kurzanleitung, die bei der Inbetriebnahme behilflich sein kann.

Die Mesh12-Stationen sind als Würfel ausgelegt und haben Abmessungen von genau 100 x 100 x 100 mm. Somit ist die Mesh-Hardware schon einmal recht kompakt, denn wir haben auch schon Lösungen gesehen, die sich nicht so einfach in ein Regal oder ähnliches stellen lassen. Klein und unauffällig, so ließe sich das Design des Nova MW12 beschreiben. Die Gehäuse sind zudem auch noch einfach nur weiß gehalten. Ein Nova-Schriftzug und ein hellgrauer, gitterförmiger Aufdruck sind alles, was sich von außen beobachten lässt.

An einer Ecke einer jeden Mesh-Station befindet sich eine LED, die grün leuchtet, wenn alles in Ordnung ist, während der Einbindung grün blinkt und in der Folge per gelber oder roter LED anzeigt, wie gut die Empfangsqualität der einzelnen Mesh-Knoten ist.

Als Würfel können die Mesh-Knoten im Prinzip beliebig orientiert aufgestellt werden, natürlich aber gibt es eine Unterseite, denn irgendwo muss der Zugang zu den Anschlüssen gewährt werden. Hier sind auch vier gepolsterte Füße zu sehen, welche die Mesh-Station rutschsicher und ohne Kratzer aufstellen lässt. Auch eine Wandbefestigung ist dank der beiden Löcher theoretisch möglich. Das ansonsten geschlossene Gehäuse bietet an der Unterseite einige Öffnungen, sodass die innenliegende Hardware auch etwas gekühlt werden kann.

Auf der Unterseite befinden sich die Anschlüsse eines jeden Mesh-Knotens des Tenda Nova MW12. Rechts ist der Netzteil-Anschluss zu sehen. Daneben befinden sich die drei Gigabit-Ethernet-Anschlüsse, von denen der rechts sitzende auch als WAN-Anschluss dienen kann. Über die Ethernet-Anschlüsse lassen sich lokal und am Aufstellort der Mesh-Knoten auch kabelgebundene Geräte in das Netzwerk einbinden.

Inbetriebnahme des Tenda Nova MW12​

Mesh-Netzwerke versprechen meist eine einfache Einrichtung, die auch der Laie problemlos erledigen können soll. Häufig aber kommt es dann dennoch zu Problemen, die verschiedene Ursachen haben können. Tenda verspricht ebenfalls eine problemlose Einrichtung, bei der die App unterstützen soll. Diese steht für Googles Android und Apples iOS zur Verfügung.

In einem ersten Schritt muss eine der Mesh-Stationen aufgestellt und mit dem Netzwerk und Strom versorgt werden. Sobald die LED grün leuchtet, kann sich der Nutzer mit dem ab Werk eingerichteten WLAN verbinden. Die notwendigen Zugangsdaten stehen auf der Unterseite einer jeden Mesh-Station. Danach erfolgt schrittweise die Einrichtung.

So wählt der Nutzer einen eigenen WLAN-Namen und vergibt ein eigenes Passwort. Danach kann schon die Integration der weiteren Mesh-Stationen erfolgen. Dazu sollten diese zunächst in direkter Nähe aufgestellt werden. Mit Strom versorgt, suchen sie automatisch nach dem primären Knoten oder Gateway. Nach 1-2 Minuten steht die Verbindung und wird mit einer grünen LED oder in der App bestätigt. Danach können die Mesh-Stationen an den gewünschten Positionen aufgestellt werden. Eine grüne LED zeigt dann an, dass die Verbindung ausreichend schnell ist. Eine gelbe LED zeigt an, dass die Verbindungsqualität nicht gut ist und es besser wäre, die Knoten dichter zusammen aufzustellen. Eine rote LED gibt an, dass der Knoten gar nicht eingebunden ist. 

Hat man den Knoten nun noch richtige Namen gegeben, erhält man in der App eine schöne Übersicht des eigenen Netzwerk-Aufbaus. Hier zeigen Nummern an den Knoten an, wie viele Geräte gerade mit diesem verbunden sind. Eine Anzeige für den Down- und Upstream gibt Auskunft über die Auslastung der WAN-Verbindung. Zu jedem einzelnen Knoten können zusätzliche Detailinformationen aufgerufen werden. Hier kann auch die LED-Anzeige deaktiviert werden, falls diese zu hell ist oder aus anderen Gründen stört. Auch Firmware-Updates sind an dieser Stelle möglich.

Über die Einstellungen können die WLAN-Einstellungen (SSID und Passwort) geändert werden. Auch kann hier ein Gäste-WLAN eingerichtet werden, falls man nicht jeden Nutzer in sein primäres Netzwerk einladen möchte. Über QoS-Dienste können Anwendungen priorisiert und Bandbreitenlimits festgelegt werden. Eine Kindersicherung lässt Gruppen mit Endgeräten festlegen, die nur zu bestimmten Zeiten das Internet verwenden dürfen. Auch sind hier einige Dienste gesperrt.

Natürlich gibt es auch rudimentäre Funktionen wie ein Port Forwarding, einen WPS-Assistenten oder die Möglichkeit eigene DNS-Server einzutragen, das Tenda Nova MW12 bietet aber nicht die umfangreichen Möglichkeiten manch anderer Netzwerk-Hardware. Dies ist in diesem Fall auch nicht zwingend notwendig, denn nicht nur die Einrichtung soll einfach sein, auch sollen im Betrieb keine unnötigen Funktionen stören. Im privaten Netzwerk gehen die wenigsten Nutzer tiefer auf die Einstellungen ein. Aufstellen, anschließen, lossurfen – dies ist die Prämisse, mit denen die meisten Nutzer solcher Mesh-Netzwerk an das Thema herangehen und mehr braucht es meist auch nicht.