Seite 2: Alltägliches, Fazit

Fernsehen mit Zusatz, HD mit Einschränkung

Nach dem Durchlauf werden die gefundenen Sender (nur unverschlüsselte Programme können genutzt werden) unterteilt nach SD, HD und Radio mit ihren jeweiligen Logos präsentiert - für VLC oder andere Player kann in diesem Menü zudem die benötigte Wiedergabeliste im m3u-Format erstellt werden. Leicht negativ fällt dabei auf, dass nicht eine einzige Liste angefertigt werden kann. Statt dessen müssen, sollen alle Sender genutzt werden, gleich drei (SD, HD, Radio) exportiert werden. Als Ausgleich kann die gute Bildqualität gewertet werden. Auch bei HD-Übertragungen waren keine Bildfehler zu beobachten, Senderwechsel erfolgten prompt. Ein Bonus ist zudem die Übertragung aller verfügbarer Zusatzdienste. So kann der Teletext ebenso genutzt werden wie ein elektronischer Programmführer (EPG), eine eventuell vorhandene zweite Tonspur oder Untertitel.

Auch Informationen zur Sendung, Untertitel und alternative Tonspuren werden übertragen
Auch Informationen zur Sendung, Untertitel und alternative Tonspuren werden übertragen

Gleiches gilt auch für die Wiedergabe auf Smartphone oder Tablet. Benötigt wird hierfür entweder die von AVM bereitgestellte App für Android und iOS oder aber ein alternativer Player, beispielsweise VLC. Für den Test haben wir uns auf die offizielle Software beschränkt, da es im Zusammenspiel mit anderen Programmen laut zahlreichen Nutzermeinungen häufig zu Problemen kommen soll. Innerhalb der FRITZ!APP TV fällt die Bedienung leicht. Auch hier werden die Sender mit Namen und Logo angezeigt, Zusatzinformationen und -dienste stehen ebenso zur Verfügung. Nichts auszusetzen gibt es auch hier hinsichtlich der Bildqualität oder der Geschwindigkeit beim Umschalten - sowohl auf einem iPhone 6 als auch einem Nexus 9 überzeugte beides; die jeweiligen Apps bieten den gleichen Aufbau und Funktionsumfang.

Die offizielle App für Android und iOS fällt übersichtlich aus, bietet aber derzeit weder HD noch Radio
Die offizielle App für Android und iOS fällt übersichtlich aus, bietet aber derzeit weder HD noch Radio

Allerdings tritt bei beiden der gleiche Makel auf. Denn derzeit ist lediglich die Wiedergabe von SD-Sendern möglich. AVM-Pressesprecherin Doris Haar erklärte auf Nachfrage, dass Radio-Stationen mit einem noch im Mai erscheinendem Update der Software unterstützt werden. HD-Sender wird es hingegen innerhalb der FRITZ!APP TV nicht geben, unter anderem aus lizenzrechtlichen Gründen; der anderslautende Eintrag auf der AVM-Homepage ist laut Haar nicht zutreffend. Ein dickes Minus gibt es für die fehlenden HD-Sender auf Smartphone oder Tablet aber nicht. Denn die bereits erwähnte Bildqualität reicht subjektiv betrachtet auf den kleinen Geräten mehr als aus. Wichtiger für den Haushalt mit mehreren Nutzer: Gleichzeitig können bis zu zwei unterschiedliche Sender an diverse Endgeräte übertragen werden.

Unauffälliger Repeater

Völlig unauffällig agiert der Repeater bei seiner originären Aufgabe. Die vom Router gespannten Netze wurden im Test zuverlässig erweitert, auch beim Wechsel zwischen den Sendepunkten kam es nicht zu Problemen. Im direkten Vergleich gab es gegenüber einem FRITZ!WLAN Repeater 300E keine Unterschiede. Auch, weil AVM eine eigene Basis für seine DVB-C-Produkt verzichtet und statt dessen die bewährte Plattform (FRITZ!WLAN Repeater 1750E) verwendet. Als tückisch entpuppte sich lediglich der Betrieb beider Repeater in unmittelbarer Nähe zueinander, hier kam es zu Empfangsproblemen beim Standard-Repeater; der Einsatz mit größeren Abständen schaffte hier jedoch Abhilfe. Erwähnenswert ist der Energiebedarf. AVM selbst spricht von einer maximalen Aufnahme von 5,5 W. Im Test wurde dieser Wert jedoch zu keinem Zeitpunkt erreicht, in der Spitze wurden 5,3 W gemessen. Interessanter ist jedoch der Durchschnittswert, der mit 2,8 W ebenfalls unterhalb der Herstellerangaben (3,3 W) liegt. Die üblichen Messtolerenzen können hier nicht ausgeschlossen werden, mehr als die Konkurrenz benötigt das Gerät aber nicht.

Für die Konfiguration des FRITZ!WLAN Repeaters DVB-C steht die bekannte AVM-Oberfläche bereit
Für die Konfiguration des FRITZ!WLAN Repeaters DVB-C steht die bekannte AVM-Oberfläche bereit

Aber auch in Sachen Software punktet der DVB-C-Repeater. Abgesehen vom Punkt Fernsehen entspricht diese der der Schwestermodelle - die Oberfläche ist eine angepasste Version der Router-Fassung. Auf der Startseite werden alle wichtigen Informationen zu Netzwerk, Verbindungen und Anschlüssen präsentiert, weitere Optionen sind über die Punkte WLAN und System erreichbar. Hier verstecken sich beispielsweise eine Grafik zur aktuellen Belegung der Funknetze, die Einstellungen für Sicherheit und Gastzugang, aber auch Hinweise zum Energiebedarf, dem Systemzustand und die Möglichkeit Backups anzulegen und Software-Updates einzuspielen. Zusammengefasst: Wer FRITZ!OS von einem AVM-Router kennt, findet sich auch hier schnell zurecht. Neulinge sollten hingegen etwas Zeit mitbringen, um den vollen Funktionsumfang und die dadurch gebotenen Möglichkeiten kennenzulernen.

Abzuwarten bleibt, ob der FRITZ!WLAN Repeater DVB-C die auf der CeBIT angekündigte neue FRITZ!OS-Version erhalten wird. Damit würde die Verwaltung, vor allem in Hinblick auf weitere Updates, noch komfortabler ausfallen.

Fazit

Wer größere oder ungünstig geschnittene Wohnungen oder Häuser mit WLAN versorgen will, kommt kaum um den Einsatz eines Repeaters herum. Dies gilt vor allem dann, wenn hohe Übertragungsraten erreicht werden sollen. Hier reicht meist schon das falsche Wand- oder Deckenmaterial, um die Empfangs- und Sendeeigenschaften spürbar zu verschlechtern. Ist für die Grundversorgung dann auch noch eine FRITZ!BOX im Einsatz, bietet sich ein AVM-Repeater geradezu an. Über die einheitliche Software wird die Bedienung erleichtert, zudem bietet die Oberfläche weit mehr Informationen als die meisten Konkurrenten.

Hohe Übertragungsraten und Ethernet bieten viele Repeater, DVB-C nur dieser
Hohe Übertragungsraten und Ethernet bieten viele Repeater, DVB-C nur dieser

Zudem spricht für die Berliner auch die umfangreiche Ausstattung mit simultanem Dual-Band-Betrieb, hohen Übertragungsraten und Gigabit-Ethernet. Dass bislang das DVB-C-Modell bis hierhin nicht explizit erwähnt wird, hat einen Grund. Denn all diese Aufgaben erfüllt auch der FRITZ!WLAN Repeater 1750E. Das hier getestete Gerät stellt deshalb das i-Tüpfelchen dar. Denn die Verteilung des Fernsehsignals via WLAN stellt einen kleinen, aber durchaus interessanten Bonus dar, der eine Mehrausgabe von kaum mehr als 10 Euro durchaus rechtfertigt, das Modell 1750E ist - solange das TV-Signal per DVB-C ins Haus gelangt - die schlechtere Wahl.

In Sachen Sende- und Empfangseigenschaften nicht der beste, dank DVB-C aber der interessanteste Repeater auf dem Markt
In Sachen Sende- und Empfangseigenschaften nicht der beste, dank DVB-C aber der interessanteste Repeater auf dem Markt

Dass darüber hinaus keine Konkurrenz genannt wird, kann ebenfalls in aller Kürze begründet werden: Es gibt keine direkte. Zwar liefern verschiedene andere Herstelelr mitunter zwar die ausgetüfteltere Repeater-Technik, vor allem in Hinblick auf Antennen und Sende-/Empfangseigenschaften, für den Standardhaushalt reicht die gebotene Leistung aber mehr als aus. Zudem kann der FRITZ!WLAN Repeater DVB-C auch durch seinen Preis überzeugen.

Denn mit etwa 95 Euro gehört er zu den günstigsten Kandidaten, wenn die weiter oben genannten Kriterien ausschlaggebend sind.

Positive Aspekte des AVM FRITZ!WLAN Repeater DVB-C:

  • einfache Einrichtung
  • simultaner Dual-Band-Betrieb mit hohen Übertragungsraten
  • zahlreiche Funktionen
  • übersichtliche Applikaitonen für DVB-C

Negative Aspekte des AVM FRITZ!WLAN Repeater DVB-C:

  • keine integrierte Steckdose
  • Unterbringung der Antennenbuchse wenig durchdacht