Seite 1: Sound BlasterX G6 im Test - externer Kopfhörer-Spezialist

soundblaster g6 teaserDer Sound BlasterX G6 strengt sich an, den Klang für Headset-User am PC noch besser zu machen und die omnipräsente OnBoard-Konkurrenz auf die Plätze zu verweisen. Wie gut das gelingt, klären wir in unserem Kurztest.

Es gab Zeiten, da waren Soundkarten, gerade die Sound Blaster-Reihe von Creative eine Standard-Komponente in jedem PC. Heutzutage sieht das alles ein wenig anders aus. Immer besser werdende OnBoard-Codecs haben dafür gesorgt, dass Soundkarten im klassischen Consumer-Umfeld zu einer aussterbenden Rasse geworden sind. Anders sieht es im professionellen Umfeld und bei Musik-Enthusiasten aus, diese stellen aber auch andere Ansprüche, gerade bei der Treiber-Unterstützung, an ihre Hardware, als es beispielsweise ein Gamer tut.

Doch auch im Gaming-Umfeld kann eine Soundkarte durchaus noch ihre Berechtigung haben – zumindest Creative hat mit dem Sound BlasterX G6 die nächste Generation seiner externen USB-Soundkarte vorgestellt. Diese kostet 150 Euro und ist nicht nur für die Nutzung am PC vorgesehen, sondern soll auch Konsolen einen deutlich besseren Klang entlocken. 

Die Ausstattung im Überblick

Damit dies gelingt, setzt Creative auf 32 bit/384 kHz, womit die DAC-Daten des Vorgängers (24 bit/192 kHz) noch einmal deutlich überboten werden können. Gleichzeitig ist es den Ingenieuren auch gelungen, den Rauschabstand weiter zu verbessern. Dieser wird nun mit 130 db angegeben.

Darüber hinaus besitzt der integrierte Kopfhörer-Verstärker genügend Kraft, um auch mit 600-Ohm-Geräten klarzukommen. Für die Verstärkung ist der Xmap-Kopfhörer-Verstärker zuständig, der beide Kanäle separat verstärkt, was ihn von Konkurrenz-Lösungen abheben soll. 

Wer Surroundsound bevorzugt, kann sich ebenfalls freuen, denn der Sound BlasterX G6 beherrscht Virtual Dolby Surround. Ob dies am Ende aber wirklich eine gangbare Lösung ist, hängt erfahrungsgemäß im großen Umfang vom eigenen Geschmack ab.

Kompaktes Gehäuse

Die Hardware verstaut Creative in einem kompakten Gehäuse, das dank seines sechseckigen Profils und dem (im Betrieb) beleuchteten Logo zwar als Gaming-Gerät identifiziert werden kann, im Grunde genommen aber mit einer gefälligen Optik aufwarten kann. Sollte noch mehr RGB-Hardware von Creative vorhanden sein, so kann diese synchronisiert betrieben werden. 

Das auffälligste Element des Gehäuses ist in jedem Fall der große Drehregler zur Anpassung der Lautstärke. Design-bedingt kann er nur von oben bedient werden, wenn der Sound BlasterX G6 auf dem Schreibtisch liegt. Als weitere Bedienelemente gibt es zwei kleine Tasten für die Effekte und einen Schieberegler zur Gain-Anpassung auf der rechten Seite. Das Trio fällt jedoch recht kompakt aus und ist darüber hinaus recht klein beschriftet. Das erschwert die Bedienung etwas.

Die Verarbeitung des kompakten Gehäuses ist über jeden Zweifel erhaben. Auf der Unterseite setzt Creative auf eine Gummierung, was für einen sicheren Stand sorgen soll. Durch das recht geringe Gewicht rutscht das Gehäuse aber dennoch auf dem Schreibtisch hin und her, wenn eine der Tasten oder der Schieberegler genutzt werden soll. 

Creative platziert auf der Front die beiden wohl in den meisten Fällen wichtigsten Anschlüsse. Links und rechts des Drehreglers gibt es je einen 3,5-mm-Anschluss für das Headset, also Line-out und Mikrofon-Eingang. Die weiteren Schnittstellen befinden sich auf der Rückseite der kleinen Box. Dort gibt es einen USB-Port zum Anschluss an den Rechner oder zur Stromversorgung beim Einsatz an einer Konsole. Darüber hinaus gibt es zwei weitere 3,5-mm-Klinke-Buchsen, die auch mit digitalen Signalen umgehen können. Damit bietet der Sound BlasterX G6 für die meisten Anwendungsfälle genügend Schnittstellen.

Die Software im Überblick

Prinzipiell kann der Sound BlasterX G6 ohne Probleme an Konsolen betrieben werden, der volle Funktionsumfang kann aber nur am PC genutzt werden. Nur dort kann nämlich die Software-Lösung Sound Blaster Connect 2 installiert werden.

Zunächst wirkt die Software mit ihren zahlreichen Grafiken und Farben überladen, schlussendlich findet man sich dann aber doch schnell zurecht. Der zentrale Bestandteil sind ohne Frage die zahlreichen Presets, die Creative anbietet. Ob diese am Ende gefallen, hängt im großen Umfang von den persönlichen Vorlieben ab, für viele Nutzer wird so die Einstiegsschwelle aber niedrig gehalten. 

Im Menüpunkt Sound können unter Acoustic Engine einige Einstellungen zum Sound im Allgemeinen vorgenommen werden. So kann bereits in diesem Segment der Bass angepasst werden und auch der Crystalizer, den Creative schon seit vielen Generationen anbietet, ist wieder mit von der Partie. Wer den Klang genauer nach seinen eigenen Vorlieben anpassen möchte, der kann auf einen Equalizer mit 10 Bändern zurückgreifen. Presets können gespeichert werden. Gerade für Fans von Shootern könnte der Scout-Modus interessant sein. Dieser soll dafür sorgen, dass Nebengeräusche im Spiel deutlicher herausgestellt werden, sodass ein Gegner einfacher geortet werden kann. Ebenso erlaubt es die Software das Dolby Feature zu aktivieren und im Rahmen anzupassen.