Seite 4: BIOS und Overclocking

Zum Testzeitpunkt war das BIOS bei unserem Mainboardsample nicht auf dem neuesten Stand. Die aktuellen LGA1151-Platinen von Biostar bieten glücklicherweise ein komfortables Instant-Flash-Feature, mit dem wir das BIOS auf die aktuellste Version "5.11" (Z17EF523.BST) flashen konnten. Zu den Verbesserungen zählt laut Biostar einzig die Aktualisierung des Micro-CPU-Codes.

Das UEFI-BIOS beim Racing Z170GT7 unterscheidet sich ziemlich deutlich von den anderen Mainboard-Herstellern, wie ASUS, ASRock, MSI oder Gigabyte. Beispielsweise gibt es keinen EZ-Modus, sondern einzig die hier gezeigte Oberfläche. Dies bedeutet jedoch nicht, dass das BIOS von der Biostar-Platine gänzlich unbrauchbar ist.

Oben ist unübersehbar der "Racing"-Schriftzug sichtbar, links am Rand erhält der Anwender einen Überblick über die Taktfrequenzen von CPU und RAM inklusive die dazugehörigen Spannungen. Des Weiteren werden die Lüfterdrehzahlen der beiden CPU-FAN-Header und die CPU-Temperatur bekanntgegeben.

Hinter den unten abgebildeten sieben Menüs wurden die Einstellungen selbst implementiert. Auf der "Main"-Seite stehen nur grundlegende Informationen, wie die aktuell vorliegende BIOS-Version und die installierte Arbeitsspeicher-Kapazität. Auch lässt sich auf dieser Seite die Sprache ändern. Außer Englisch und Taiwanisch stehen jedoch keine weiteren Sprachen zur Verfügung. Der nächste Punkt "Advanced" beinhaltet die Einstellungen, die die Onboard-Komponenten betreffen. Chipsatz-spezifische Settings hat der Mainboard-Hersteller in einen eigenen Reiter platziert.

Die Boot-Einstellungen sehen komplett aus und wurden im Menüpunkt "Boot" untergebracht. Dort findet der Anwender die richtigen Einstellungsparameter. Möchte man das BIOS vor Unbefugten schützen, so lässt sich ein Admin- und User-Passwort hinterlegen. Auch an das Einsatzgebiet "Secure Boot" hat Biostar gedacht. Wesentlich interessanter geht es im "O.N.E."-Reiter zu. Hier wurden sämtliche Overclocking-Einstellungen zusammengefasst. Schließlich können die gewählten Einstellungen unter "Save & Exit" gespeichert, die Standard-Werte geladen und die Einstellungen exportiert und importiert werden.

Während die Bedienung per Maus eher ruckelig vonstattengeht, erfolgt diese mit der guten alten Tastatur ohne jegliche Probleme. Wer auf keine besonderen Extras Wert legt, wird mit dem BIOS des Racing Z170GT7 zufriedengestellt.

 

Overclocking

Für die Übertaktung con CPU und RAM verfügt das BIOS über eine ausreichende Anzahl an Funktionen. Von der Menge her hätten wir uns jedoch über einige zusätzliche Funktionen gefreut.

Der Grundtakt kann von 90 MHz bis 500 MHz festgelegt werden. Anders als bei der Konkurrenz, kann der BCLK jedoch nur in 1-MHz-Schritten ausgewählt werden. Ein Feintuning ist also etwas schwierig. Bei der CPU-Spannung vertraut Biostar ausschließlich auf den Override-Modus. Der Spielraum beträgt 0,502 Volt bis 1,770 Volt. Bis 1,500 Volt sind 0,001-Volt-Intervalle drin, oberhalb davon sind es große 0,059 Volt-Schritte. Eine Offset-Einstellmöglichkeit gibt es nicht, was wir sehr schade finden. Alle weiteren Overclocking-Funktionen können der folgenden Tabelle entnommen werden.

Die Overclocking-Funktionen des Biostar Racing Z170GT7 in der Übersicht
Base Clock Rate 90 MHz bis 500 MHz in 1-MHz-Schritten
CPU-Spannung 0,502 V bis 1,770 V in 0,001/0,059-V-Schritten (Override-Modus)
DRAM-Spannung 1,002 V bis 1,600 V in 0,012/0,013-V-Schritten (Fixed-Modus)
CPU-SA-Spannung 0,902 V bis 1,800 V in 0,012/0,013-V-Schritten (Fixed-Modus)
CPU-IO-Analog/Digital-Spannung 0,802 V bis 1,500 V in 0,005-V-Schritten (Fixed-Modus)
PCH-Core-Spannung 0,802 V bis 1,400 V in 0,012/0,013-V-Schritten (Fixed-Modus)
PCIe-Takt - nicht möglich -
Weitere Spannungen CPU GT, Vcc PLL, DDR VPP
Speicher-Optionen
Taktraten CPU-abhängig
Command Rate einstellbar
Timings 31 Parameter
XMP wird unterstützt
Weitere Funktionen
Weitere Besonderheiten UEFI-BIOS
Settings speicherbar in Profilen
Energiesparoptionen: Standard-Stromspar-Modi wie C1E, CSTATE (C6/C7), EIST
Turbo-Modus (All Cores, By number of active cores),
erweiterte Lüfterregelung für CPU-Fan und vier optionale Fans,

Das Biostar Racing Z170GT7 akzeptierte auf Anhieb einen Takt von 4,5 GHz. Bei der CPU-Spannung ist zu beachten, dass die im BIOS selektierte Spannung nicht 1:1 umgesetzt wird. Die Ursache ist die Load-Line-Calibration, die im Grunde natürlich sehr nützlich ist. Um den Takt von 4,5 GHz zu halten, mussten wir im BIOS 1,190 Volt eingeben. Bedingt durch die Load-Line-Calibration sank die Spannung von von 1,276 Volt auf 1,221 Volt herab.

Weiterhin schauen wir uns bei der Skylake-S-Plattform das RAM-Overclocking-Verhalten an. Zu diesem Zweck verwenden wir zwei DIMMs mit jeweils 4 GB Speicherkapazität des Typs "G.Skill RipJaws4 DDR4-3000". Im ersten Test kontrollieren wir die Funktionalität des XMP und im zweiten ohne Verwendung des XMP-Features.

Das Extreme-Memory-Profile wurde ohne Wenn und Aber akzeptiert und in die Tat umgesetzt. Aber auch eine manuelle Parametereingabe war ohne Probleme möglich. In beiden Fällen betrug die VDIMM 1,35 Volt.

Racing-GT-Utility

Für die Windows-Oberfläche stellt Biostar das Racing-GT-Utility zur Verfügung, das etwas Komfort zu bieten hat.

Gleich die erste Seite (System Information) zeigt Daten über den eingesetzten Prozessor, das Mainboard, den Arbeitsspeicher und über die Taktfreqenzen an. Für die Audioausgabe wurde auch ein goldfarbiger Master-Volume-Regler eingebunden. Der Ton lässt sich mit dem "Mute"-Button ausschalten. Zudem lässt sich der Gain von Low auf High schalten. Im nächsten Menüpunkt kann nicht nur der Betriebsmodus des Systems von Normal auf "Eco" und "Sport" geswitched werden, auch die Steuerung über die RGB-LEDs auf dem Mainboard erfolgt hauptsächlich über das Racing-GT-Utility. An Leuchteffekten stehen der "Permanent"-, "Breath"-, "Shine"- und "Shine & Music"-Modus bereit.

Fehlen darf auch der Hardware-Monitor nicht. Dort werden neben der CPU- und System-Temperatur und den Spannungen auch die Lüftersteuerung angezeigt. Die Lüftersteuerung ist auch hierüber erreich- und einstellbar. Und natürlich kann mit dem Racing-GT-Utility auch die CPU übertaktet werden. Löblich ist auch die Möglichkeit zur Einstellung der wichtigen Spannungen.