Seite 2: Features und Layout (1)

Bei der Spannungsversorgung liefern sich die Mainboardhersteller seit knapp zwei Jahren eine Schlacht um die höchste Phasen-Anzahl. Sicher ist, dass eine höhere Phasenanzahl die Effizienz bei der Umschaltung der Phasen im Lastbereich erhöht, im Idle-Betrieb können sich zu viele Phasen aber auch negativ auf die Effizienz auswirken. ASUS geht mit der Fortentwicklung der EPU-Technik einen Mittelweg und liefert eine 16-phasige Spannungsversorgung für die CPU, hinzu kommt eine zweiphasige Versorgung für die Speichermodule. ASUS verwendet hier digitale VRMs und bietet natürlich auch wieder im BIOS und mittels eines eigenen Tools unter Windows die unterschiedliche Ansteuerung der Spannungsversorgung an. ASUS fasst die Neuheiten im Bereich der Spannungsversorgung unter dem Begriff "DIGI+ VRM" zusammen, wobei man angibt, dass eine präzisere Ansteuerung der Spannungen und daraus weniger Leistungsverlust, aber auch eine bessere Übertaktung möglich wäre. Zudem minimiert die digitale Spannungsversorgung die Interferenzen.

Auf dem P67-Mainboard kommt natürlich der Standard-Sockel-1155 zum Einsatz. In der oberen rechten Bildecke sieht man den üblichen 8-pin-ATX12V-Anschluss, der zumindest mit einem 4-Pin-Anschluss belegt sein muss. Die Kühllösung ist wie immer für die spannungsversorgenden Komponenten überdimensioniert. Der P67-Chip befindet sich nicht unter dem "Dual Intelligent II Processors"-Kühlkörper, sondern auf Höhe der PCIe-Slots. Der dort sitzende Kühlkörper ist nicht per Heatpipe an den Rest der Kühllösung angebunden. Somit ist die Kühllösung für die Spannungsversorgung eigentlich viel zu umfangreich - allerdings haben so auch Übertakter bei höheren Spannungen durch die Heatpipelösung genügend Leistungsreserven.

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Die vier DDR3-Slots des Boards müssen in der typischen Reihenfolge bestückt werden - zunächst die blauen, dann die schwarzen Ports. Der Betrieb von vier Modulen war in unserem Fall auch mit unterschiedlichen Speichermodulen kein Problem. ASUS bietet im BIOS des Boards auch eine Option an, den Speicher mit 2400 MHz laufen zu lassen, also mit einem x18-Multiplikator. Dies ist allerdings mit den uns vorliegenden CPUs und Speichermodulen nicht gelungen, sodass nur der x16-Multiplikator zu einem stabilen Betrieb führte.

Rechts neben dem 24-pol. ATX-Stromstecker befindet sich der MemOK!-Button. Hat man die Speichersettings zu scharf eingestellt, hilft der MemOK!-Button, dass das Board wieder startet. Weiterhin kann hiermit ein optimales Speichersetting herausgefunden werden - hierfür bootet das System mehrmals und das System testet den Speicher auf das Bootverhalten bei unterschiedlichen Timings. Anschließende Stabilitätstests sollte man jedoch auch durchführen, um einen stabilen Betrieb sicherzustellen.

Die direkt unter dem MemOK!-Button platzierte DRAM-LED ist als Post-Debug-LED zu verwenden: Bleibt das Board beim Bootvorgang bei der Initialisierung des Speichers stehen, leuchtet die LED. Entsprechende LEDs gibt es in der Nähe der CPU, der Grafikkarte und der Boot-Devices. Nach dem Boot-Vorgang lässt sich im BIOS steuern, ob die LEDs aus sein oder die Spannung anzeigen sollen.

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Der TPU-Schalter, der sich neben dem FAN-Header befindet, ist für ASUS' Overclocking-Funktion TurboV. Die Funktion ist im Normalbetrieb deaktiviert, wer das Windows-Utility zum Tunen verwenden möchte, muss den Schalter umlegen. Bei aktiviertem TPU taktet das Board auf 103 MHz Base Clock Rate, übertaktet das System also bereits leicht. In unserem Fall führte dies aber bereits dazu, dass das System nicht mehr zuverlässig in Windows bootete - ein manuelles Übertakten im BIOS ist also sicherlich empfehlenswerter, da man mehr Kontrolle über die Funktionen bekommt.

Das ASUS P8P67 Deluxe bietet drei PCIe-x16-Slots. Zwei davon hängen in üblicher Art und Weise direkt an der CPU: Der blaue PCIe-2.0-x16-Slot fungiert dabei als primärer Port und ist mit 16 Lanes angebunden. Wird eine Grafikkarte in den zweiten, weißen Port gesteckt, laufen beide mit nur noch acht Lanes. CrossFire und SLI wird damit unterstützt.

Der dritte PCIe-x16-Port ist mit vier PCIe-2.0-Lanes an den P67-Chipsatz angebunden. Weiterhin vorhanden sind zwei PCIe-x1-Ports und eine Reihe Onboard-Komponenten auf PCIe-Basis - somit ist klar, dass ASUS mit den acht Lanes des P67-Chips nicht auskommt. Also verwendet man einmal wieder eine PLX-Brücke, in diesem Fall die PLX8608.

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Ein Blick in das Handbuch und in den Gerätemanager gibt Aufschluss über die Verteilung:
  • der PCIe-x4-Port ist direkt angebunden
  • ebenso die beiden NEC USB3.0-Controller
  • an der PLX-Brücke hängen hingegen alle weiteren Komponenten, auch die beiden PCIe-x1-Ports, und teilen sich somit die Bandbreite von maximal zwei PCie-2.0-Lanes.
Unter anderem ist hier eine PCIe-to-PCI-Brücke von ASMedia zu finden, welche die beiden PCI-Slots auf das Board bringt - eigentlich ist der P67-Chipsatz nämlich nicht mehr in der Lage, diese Schnittstellen zu liefern.Weiterhin bindet ASUS hier den Marvell-SATA-Controller an und den Gigabit-Ethernet-Chip von Realtek. Hinzu kommt VIAs IEEE1394-Firewire-Controller. Zusammen mit den beiden PCIe-x1-Lanes sind dann die acht möglichen Lanes des PLX-Chips voll bestückt. Der Intel-Gigabit-NIC hängt nicht an einer PCIe-Lane, sondern an dem dedizierten Netzwerk-Interface des P67.