Seite 17: Fazit

Mit den zahlreichen Umbenennungen schafft es AMD immer wieder zumindest den Eindruck zu erwecken, man habe zahlreiche neue Karten vorgestellt. Doch bis auf die Radeon R9 290X und 290 handelt es sich bei allen weiteren Karten um bereits bekannte GPUs, die in Sachen Takt etwas optimiert wurden, um den neuen Ansprüchen gerecht zu werden. Dies macht die meisten dieser Karten aber keinesfalls schlechter, könnte für den Besitzer einer Radeon HD 7950 aber den Eindruck erwecken, er sei mit einer Radeon R9 280 besser bedient. Daher wollen wir über das Rebranding auch immer wieder aufklären, ohne jetzt alles daran schlechtreden zu wollen.

Die Sapphire Radeon R9 280 Dual-X kann bei allen Messungen allenfalls bei der Kühlleistung überraschen. Die Leistungsaufnahme bewegt sich im erwarteten Rahmen. Hier gehören die GeForce GTX 750 Ti und GTX 750 noch immer zu den Überraschungen des Frühjahrs. Der Blick in die Benchmarks ist letztendlich ebenfalls wenig überraschend, denn auch hier bewegt man sich im zu erwartenden Rahmen zwischen der Radeon R9 270X und Radeon R9 280X. Für die Vorgänger-Generation bedeutet dies eine leicht höhere Performance gegenüber der bereits angesprochenen Radeon HD 7950, die Radeon HD 7970 kann man aber nicht angreifen. Auf Seiten NVIDIAs sind die härtesten Konkurrenten die GeForce GTX 670 und GTX 680 - bei der aktuellen NVIDIA-Generation lässt die Sapphire Radeon R9 280 Dual-X die GeForce GTX 760 meist hinter sich.

Sapphire hätte ruhig etwas mutiger bei der werksseitigen Übertaktung sein dürfen. 940 MHz sind nur 7 MHz mehr, als dies AMD vorsieht. Damit setzt man sich zwar leicht von der Referenzlösung ab, aber ob ein derart geringer Leistungsschub bereits als Overclocking bezeichnet werden kann, darf doch in Frage gestellt werden. Alle weiteren Merkmale der Sapphire Radeon R9 280 Dual-X können als solide bezeichnet werden. Die Kühlung ist in Sachen Temperatur und Lautstärke gut, auf den Basis-Takt von 850 MHz sind wir in keinem Fall zurückgefallen. Mit einem Preis ab 200 Euro rückt eine solche Karte deutlich näher in den Preisrahmen vieler Spieler, die dann mit FullHD-Auflösung und meist hohen Details ausreichende FPS erreichen. Insofern hat sich das Rebranding seitens AMD sicherlich gelohnt. Wer ein paar Euro mehr ausgibt, bekommt aber bereits eine Radeon R9 280X oder eine GeForce GTX 770, die dann jeweils noch mehr zu leisten wissen - vielleicht eine gar nicht so schlechte Überlegung.

Alternativen? Bereits angesprochen haben wir den möglichen Griff nach einer Radeon R9 280X oder GeForce GTX 770. Aber auch innerhalb der Radeon-R9-280-Serie gibt es noch zahlreiche weitere Anbieter, die ebenfalls gute Modelle dieser Karte anbieten. Teilweise sind hier auch die Taktraten deutlich höher, als dies bei Sapphire der Fall ist.

 

Positive Aspekte der Sapphire Radeon R9 280 Dual-X:

  • gute Kühlung
  • gutes Preis/Leistungsverhältnis

Negative Aspekte der Sapphire Radeon R9 280 Dual-X:

  • nur geringe werksseitige Übertaktung

 

Persönliche Meinung

Meiner Meinung nach tut sich AMD derzeit keinen Gefallen mit der extremen Aufspaltung seiner einzelnen Produkte. Wenn bereits vordefinierte Namenschemata durchbrochen werden (z.B. mit der Radeon R7 265) und die Übersicht selbst für den Redakteur verloren geht, ist der Zeitpunkt gekommen, an dem spätestens auch der Kunde nicht mehr weiß, was er denn nun kaufen soll. Zusätzlich werden die Leistungsunterschiede unter den Modellen derart gering, dass für einen relativ kleinen Aufpreis bereits das höherwertige Modell zu haben ist. Dies gilt natürlich auch für die Radeon R9 280, zu der von der R9 270X gewechselt werden kann, von der man aber auch zur R9 280X aufwerten könnte. Auch gegen ein Rebranding spricht nichts, so lange es sich noch um gute Produkte handelt. Für AMD ist die nächste Generation ("Pirate Islands") sicherlich entscheidend und dann werden wir auch wieder mehr neue GPUs sehen. (Andreas Schilling)