Seite 7: Fazit

Das Core G3 zeigt eindrucksvoll, wie platzsparend ein ATX-Gehäuse eigentlich sein kann. Die Bezeichnung Mini-Tower ist dabei eigentlich etwas irreführend. Im Vergleich zu den sonst üblichen Micro-ATX-Modellen fällt das Thermaltakegehäuse bei ähnlicher Tiefe höher, dafür aber auch schlanker aus. Thermaltake nutzt diese Slim-Bauweise dann sogar noch, um auch eine Nutzung in der Horizontalen zu ermöglichen. Es kann dann zwar nicht klassisch als Unterbau für den Bildschirm genutzt werden, ermöglicht aber interessante Einblicke durch das Deckel-Window.   

Egal ob horizontal oder vertikal genutzt, bringt die schlanke Bauweise doch einige Einschränkungen mit sich. Optisch sofort auffällig ist das praktisch nicht vorhandene Kabelmanagement. Dazu kommen Einschränkungen bei der Komponentenwahl. Im Endeffekt dürfte das Core G3 damit nur für einen kleinen Nutzerkreis attraktiv sein. Und zwar vor allem für die Nutzer, die Platz sparen wollen, aber nicht auf ein ATX-Mainboard verzichten möchten. Dieses Mainboard sollte gute Onboard-Lösungen bieten, denn ab Werk kann nur eine einzelne (Dual-Slot-)Erweiterungskarte genutzt werden. Zwei interne Laufwerksplätze müssen ausreichen, und auch bei Prozessorkühler und Netzteil wird eine gewisse Flexibilität gefordert. Die Montage der Komponenten ist zwar nicht gerade kompliziert, hat mit der Laufwerksinstallation hinter der Front und vertikalen Grafikkarteninstallation aber ihre Besonderheiten. Im Betrieb überzeugen das gut bestückte und bestens erreichbare I/O-Panel und die praktischen, magnetischen Staubfilter unter dem Boden und auf dem Deckel. 

Thermaltake Core G3

Wer die Abstriche in Kauf nimmt, erhält mit dem Core G3 ein bemerkenswert platzsparendes ATX-Gehäuse zu einem fairen Preis. Es ist nicht leicht, ein auch nur annähernd vergleichbares Gehäuse zu finden. Auf ein ähnliches Volumen kommt beispielsweise SilverStones HTPC-Gehäuse Grandia GD09B. Bei 26,8 Litern Volumen nimmt es selbst SSI-CEB-Mainboards, ein 5,25-Zoll-Laufwerk und ein ATX-Netzteil auf und ermöglicht anders als das Core G3 auch die Bestückung mit bis zu sieben Erweiterungskarten. Allerdings ist es auf die liegende Nutzung beschränkt und damit weniger vielseitig.

Ob als dezentes HTPC-Gehäuse oder als Slim-Tower am Arbeitstisch - das Core G3 eignet sich bestens, wenn ein ATX-System auf kleinstem Raum untergebracht werden soll. Wer die Komponenten mit etwas Geschick zusammenstellt, kann auf Basis des schlanken Thermaltake-Gehäuses auch durchaus ein richtig leistungsstarkes System aufbauen. 

Positive Aspekte des Thermaltake Core G3:

  • extrem schlankes und platzsparendes ATX-Gehäuse
  • stehend und liegend nutzbar
  • hinter der Front Platz für einen (kompakten) 240-mm-Radiator
  • werkzeuglose Montage zumindest für 3,5-Zoll-Laufwerke
  • I/O-Panel gut erreichbar und gut bestückt
  • magnetische Staubfilter in Deckel und Boden, Front mit Staubfilter leicht abnehmbar

Negative Aspekte des Thermaltake Core G3:

  • bauartbedingte Einschränkungen bei der Komponentenwahl (geringe Kühlerhöhe, nur zwei Laufwerksplätze, SFX-(-L)-Netzteil, nur zwei Erweiterungskartenslots/ein Riserkabel)
  • werkzeuglose Montage nur für 3,5-Zoll-Laufwerke, einfache Schraubmontage für Erweiterungskarten/2,5-Zoll-Laufwerke
  • Lüfter ungeregelt recht laut
  • kurze Grafikkarten können nicht gestützt werden