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Corsair Strafe RGB mit Cherry MX Silent im Test

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strafe rgb7 840x559Corsair, ehemals vorwiegend durch seinen Arbeitsspeicher bekannt, hat sich mittlerweile einen Namen als Hersteller und Lieferant von hochwertiger Gaming-Peripherie erarbeitet. Erst vor Kurzem haben wir uns die Corsair Strafe zur Brust genommen. Nun schickt Corsair eine Art Update ins Rennen, die Strafe RGB. Wie der Name schon sagt, liegt einer der Unterschiede in der Beleuchtung. Zudem schaut sich Hardwareluxx zum ersten Mal die Silent Switches von Cherry etwas genauer an.

Mittlerweile darf man die Beleuchtung beim Gaming-Tastatur als Standard bezeichnen. Die individuelle RGB-Beleuchtung mit ihren 16,7 Millionen Farben verbreitet sich stetig und ist auch an vielen anderen Stellen der Gaming-Peripherie praktisch omnipräsent. Welchen Mehrwert eine individuelle Tastenbeleuchtung mit sich bringt, muss jedoch jeder für sich selbst entscheiden. Ein weiterer Unterschied zur gewöhnlichen Strafe ist zudem die Handballenauflage. Schade das Corsair diese nur dem teureren Modell, der Strafe RGB für ca. 175 Euro, beilegt. Der Preisunterschied zum normalen Modell liegt damit bei ca. 55 Euro. Dafür bekommt der Käufer nun eine Handballenauflage, Silent Switches und eine RGB-Beleuchtung. Ob sich der Mehrpreis lohnt, wird sich zeigen.

Technische Details - Corsair Strafe RGB:

  • Switches: Cherry MX Silent (ähnlich MX Red)
  • Betätigungskraft: ca. 45 Gramm
  • Weg bis zum Auslöser: 2,0 mm
  • Weg bis zum Anschlag: 4,0 mm
  • Beleuchtung: RGB-Beleuchtung
  • Beleuchtungsfeatures: Jede Taste individuell
  • Programmierbare Tasten: Keine (jedoch sekundäre Belegung möglich)
  • Zusätzliche Tasten: Keine; Mediatasten (Funktionstasten Doppelbelegung)
  • Weitere Anschlüsse: 1x USB 2.0
  • Besondere Features: Handballenauflage
    Deaktivierung Windowstaste, zusätzliche WASD- und QFER-Tasten;
  • Anti-Ghosting: Ja
  • Handballenauflage: Ja
  • Kabel: Länge ca. 1,8 m (zweiter USB-Anschluss für USB-Hub)
  • Abmessungen: 448 x 220 mm inkl. Handballenauflage
  • Preis: ca. 175 Euro


Lieferumfang / Zubehör:

  • Corsair Strafe RGB
  • Handballenauflage
  • Zusatztasten
  • Kurzanleitung

Design Verarbeitung - Corsair Strafe RGB:

Strafe RGB 3

Das Layout zur normalen Strafe ist fast zu 100% identisch. Die Strafe-Serie richtet sich bekanntlich an die Nutzer, welche keine Zusätzlichen Tasten benötigen - Corsair verzichtet auch bei der RGB-Version darauf. Das Herstellerlogo ist im Vergleich zum Vorgänger nach rechts gewandert, ein kleiner Unterschied. Corsair fertigt das Top Cover aus herkömmlichen Kunststoff, gegenüber dem Alu-Gehäuse der K70 ist das leider ein Rückschritt. Der Kunststoff ist aber zumindest sehr gut verarbeitet. Die Taster sind nicht direkt auf dem Top Cover, sondern auf einem weißen Kunststoff platziert. Dies hebt das Tastenfeld etwas hervor, vermittelt optisch einen guten Eindruck und kommt gerade mit den Beleuchtungseffekten sehr gut zur Geltung. Es ist jedoch weniger hilfreich für die spätere Reinigung. Dem Non-RGB-Modell wurde eine rote Oberfläche spendiert.

Corsair Strafe

Anders als beim normalen Strafe-Modell ist nun eine Handballenauflage im Lieferumfang enthalten. Diese haben wir uns bereits bei der Strafe gewünscht, gerade in Anbetracht des Preises. Corsair hat mit der Handballenaufalge fast alles richtiggemacht. Die Größe und damit der Support für die Handballen ist nicht ausreichend gewählt, gerade bei Nutzern mit langen Fingern. Die Oberfläche hingegen ist gut gelungen, könnte für unseren Geschmack noch etwas rutschfester sein. 

Corsair Strafe

Bei der genauer Betrachtung der Handballenauflage fiel sofort die Befestigung auf. Man entschied sich dafür, die Auflage an der Tastatur lediglich mit zwei mal zwei einfachen Rastnasen zu befestigen. Gerade in der Vergangenheit hatten wir häufiger Tastaturen mit indentischem Design und gebrochenen Rastnasen auf dem Schreibtisch liegen. Gerade in dieser Preisklasse wäre ein stabileres Design wünschenswert.

Corsair Strafe

Corsair nutzt mittlerweile bei vielen Modellen Aufstellfüße, welche nach außen aufgeklappt werden. Der Höhenunterschied beträgt ca. 9,5 Millimeter. Sind die Füße erst einmal ausgeklappt, so bleiben diese auch sicher in ihrer Position. Was uns weniger gefällt ist die Tatsache, dass diese nicht gummiert sind. Der Unterschied, ausgeklappt oder nicht, macht sich so deutlich in der Rutschfestigkeit bemerkbar. Andere Hersteller haben den Hilferuf nach gummierten Aufstellfüßen bereits wahrgenommen.

Ausstattung & Praxiseinsatz - Corsair Strafe RGB:

Corsair Strafe

Der Unterschied zum günstigeren Vorgänger fiel bisher nur spärlich aus. Der signifikante Unterschied liegt jedoch in der Ausstattung, genauer genommen in den Switches. Wem bisher die mechanischen Swichtes zu laut waren, der sollte sich die MX Silent etwas genauer anschauen. Von der Charakteristik sind diese identisch mit den Cherry MX Red Switches. Der lineare Weg von insgesamt vier Millimeter und der Weg bis zum Anschlag von zwei Millimeter bleiben unverändert. Der Kraftaufwand mit ca. 45 Gramm ändert sich ebenfalls nicht.

Doch wie der Name schon sagt, gehen die Silent Switches deutlich leiser zu Werke. In der Vergangenheit gab es O-Ringe für mechanische Switches um die Lautstärke zu reduzieren, dies ist jetzt nicht mehr möglich. Cherry platziert ein Dämpferelement für beide Anschläge in jeder Richtung. Der etwas weichere Anschlag lässt sich sogar erfühlen und ist genau der Grund für die reduzierte Geräuschkulisse. Nicht nur die Akustik hat sich geändert: Cherry verbesster mit den MX Silent zudem die Führung. Das typische "mechanische Kratzen" wurde deutlich reduziert. Was uns gut gefällt, ist die Tatsache das die mechanische Charakteristik unverändert bleibt. Die Geräuschkulisse ähnelt stark einer Rubber-Dome-Tastatur. Was die verbesserte Akustik jedoch beeinträchtigt, ist das Gehäuse selbst. Besonders beim Betätigen der Leertaste versetzt diese das Gehäuse ins Schwingen. Die Folge: Ein heller Ton ist wahrzunehmen. Gerade der Einsatz eines stabileren Gehäuses könnte die Akustik nochmals verbessern.

Corsair Strafe

Corsair fertigt, wie auch bei der herkömmlichen Strafe, die Tasten aus transparentem ABS-Kunststoff. Auch mittlerweile eine Art Standard da wir dies auch bei anderen Herstellern beobachten. Anschließend wird der Kunststoff beschichtet und die Beschriftung mittels Laser-Cut-Verfahren wieder "ausgeschnitten". Die Position der Beschriftung war in der Vergangenheit, bei nicht RBG-Switches, stärker von der Position der LEDs abhängig. Die Ausleuchtung der RGB-Switches ist bereits verbessert worden. Ein kleiner Unterschied zwischen der oberen und unteren Hälfte bleibt jedoch bestehen. Die Sekundärbeschriftung wird daher sehr oft weniger gut ausgeleuchtet. Gerade bei der ENTER-Taste zeigt sich, dass die Position der LED deutlich von deren der Beschriftung abweicht. Bei anderen Tastaturen konnten wir ein Flackern der Beleuchtung wahrnehmen, dies ist jedoch bei der Strafe RGB nicht der Fall.

Corsair legt der Strafe RGB ein paar Wechseltasten bei. Nicht nur die WASD- sondern auch die QFER-Tasten können gewechselt werden. Die Oberfläche besteht aus einem anderem Material (kein ABS-Kunststoff) und besitzt eine leichte Struktur. Gerade bei längerer Benutzung, mit etwas feuchten Fingern, ist die Oberfläche eher kontraproduktiv. Ob die abgewandelte Form Vorteile mit sich bringt muss jeder für sich selbst entscheiden. Ein Montagewerkzeug ist natürlich auch im Lieferumfang enthalten.

Zur Steuerung der zahlreichen Beleuchtungsfunktionen setzt Corsair wenig überraschend auf seine bekannte Software. Wer also bereits ein Corsair-Produkt nutzt, wird sich schnell zurechtfinden. Alle anderen werden erst einmal etwas brauchen um einen Überblick über den schier grenzenlosen Funktionsumfang zu bekommen.

Fazit - Corsair Strafe RGB:

Während des Tests befand sich immer der Unterschied zur herkömmlichen Strafe im Hinterkopf. Optisch ist dieser aber kaum vorhanden. Die Farbe zwischen den Tasten hat ich geändert. Das Herstellerlogo ist gewandert und die Handballenauflage kam hinzu. Bezüglich der Materialien und der Verarbeitungsqualität hat sich gegenüber der Non-RGB-Version nichts verändert. Die Corsair K70 RGB ist mir ihrem Alu-Gehäuse eine wahre Alternative und im Preis kaum unterschiedlich. Leider schmälern Kleinigkeiten, wie die Befestigung der Handballenauflage und die fehlende Gummierung der Aufstellfüße das Gesamtresultat etwas. 

Corsair Strafe

Ein großer und signifikanter Unterschied bleiben jedoch, die Switches unter den ABS-Tasten. Die MX Silent von Cherry machen ihrem Nahmen alle Ehre. Die Geräuschkulisse konnte deutlich reduziert werden und stehen der Rubber-Dome-Konkurrenz nicht mehr in viel nach. Gleichzeitig bleibt die Charakteristik erhalten, wodurch sich mechanische Switches auszeichnen. Cherry hat weiterhin die Führung der Switches verbessert und das typische Kratzen reduziert. Die MX-Silent-Switches stellen daher eine erstklassige Wahl für alle Nutzer dar, die das Beste aus beiden Welten haben wollen: Das typische Handling von mechnischen Tastaturen, kombiniert mit dem leisen Geräusch einer Rubber-Dome-Tastatur. 

Mit einem Preis von ca. 175 Euro ist die Strafe RGB von Corsair schlussendlich nicht ganz günstig. Wem die Geräuschkulisse egal ist, der ist mit der K70 RGB, ebenfalls von Corsair, besser bedient.

ta strafe rgb

Positive Eigenschaften der Corsair Strafe RGB:

  • Sehr gute Tippeigenschaften
  • Reduzierte Geräuschentwicklung
  • Gleichbleibende mechanische Chrakteristik
  • RGB-Beleuchtungsmöglichkeiten
  • Zusätzlicher USB-Anschluss

Negative Eigenschaften der Corsair Strafe RGB:

  • Keine gummierten Aufstellfüße
  • Befestigung der Handballenauflage