Seite 1: Huawei MediaPad M2 8.0 im Test

huawei mediapad m2 teaser kleinDie Zeiten großes Wachstums gehören bei Tablets der Vergangenheit an. Umso härter wird der Wettbewerb um Marktanteile geführt – teils über den Preis, teils mit frischen Ideen. Mit dem MediaPad M2 8.0 beschreitet Huawei beide Wege und will zudem höheren Ansprüchen gerecht werden. Dass letzteres nicht in Gänze gelingt, zeigt der Test.

Der Blick auf den Anfang 2014 präsentierten Vorgänger zeigt dabei, wie schnell die Entwicklung vorangeschritten ist. Denn vor eineinhalb Jahren waren 8 GB Speicher und 1 GB RAM gepaart mit einem HD-Display für 229 Euro ein durchaus übliches Paket. Im MediaPad M2 8.0 hat Huawei den Speicher nun verdoppelt, die Zahl der Pixel mehr als verdoppelt und die Schnittstellen modernisiert – die unverbindliche Preisempfehlung aber nur moderat auf 279 Euro angehoben.

Blau spielt eine Rolle

Der Sprung beim Display darf dabei nicht nur auf die Erhöhung der Auflösung reduziert werden. Mit seinen 1.920 x 1.200 Pixeln bietet das IPS-Panel eine Pixel-Dichte von 283 ppi, was der Darstellung von Texten und anderen feinen Elementen entgegenkommt. Bei sehr genauem Hinschauen lassen sich Treppeneffekte erkennen, eine noch höhere Auflösung – wie beispielsweise beim Galaxy Tab S2 8.0 von Samsung – hätte jedoch einen höheren Energiebedarf zufolge. Auch weil die Hintergrundbeleuchtung mehr Leistung benötigen würde, um die vom Tablet maximal erreichbaren 362 cd/m² zu gewährleisten. Damit ist das Display auch in helleren Umgebungen problemlos ablesbar, nur bei direkter Sonneneinstrahlung wäre mehr nötig.

Das Display ist ausreichend hell und scharf, ab Werk aber nicht optimal eingestellt
Das Display ist ausreichend hell und scharf, ab Werk aber nicht optimal eingestellt.

Wie zuletzt auch beim Mate S enttäuscht zunächst die Kalibrierung der Anzeige. Denn wer das Gerät in diesem Punkt mit den Werkseinstellungen betreibt, muss mit einem kräftigen Blaustich leben – laut Messgerät liegt die Farbtemperatur dann bei schlechten rund 7.900 Kelvin. Macht man von der manuellen Einstellung Gebrauch, können nahezu ideale 6.600 Kelvin erreicht werden. Das geht jedoch zulasten der Helligkeit, das Maximum fällt dann auf 345 cd/m². Ein für ein IPS-Panel guten Schwarzwert bietet das Tablet unabhängig davon, 0,241 cd/m² reichen in der Spitze für ein Kontrastverhältnis von 1.502:1.

Der Lesemodus gefällt, muss aber zunächst gesucht werden
Der Lesemodus gefällt, muss aber zunächst gesucht werden

Gemäß dem Ziel, für jede Art von Medienwiedergabe optimiert zu sein, ist das MediaPad M2 8.0 mit einer Eye Care genannten Funktion ausgestattet. Dieser in den Display-Einstellungen dann nur Lesemodus genannte Punkt soll den Blauanteil des Bildschirminhalts um 50 % reduzieren. Dadurch, so Huawei, würden die Augen beim Leser weniger schnell ermüden. Im Test war ein leichter Unterschied bei längeren Texten spürbar, objektiv messen ließ sich dies aber nicht. Dass das Aktivieren Auswirkungen auf die Darstellungsqualität hat, konnte gemessen – und gesehen – werden. Subjektiv fiel auf, dass einige Farben blasser wirken, das Kolorimeter bestätigte dann den gesunkenen Blauanteil. Allerdings konnte keine Verringerung um 50 % gemessen werden, in der Spitze ging der Anteil um knapp ein Drittel zurück.

Lautsprecher im Fokus

Eine hohe Audio-Qualität will Huawei aber ebenfalls bieten. Zuständig hierfür sind gemeinsam mit harman/kardon entwickelte Stereo-Lautsprecher, die am oberen und unteren Rand – vom Portrait-Modus ausgehend – untergebracht sind. Hervorgehoben werden hier unter anderem das 42 % größere Volumen als noch beim Vorgänger, der Smart-Audio-Verstärker sowie SWS 2.0; eine Technik zur Vergrößerung des Stereo-Bereichs.

Die Lautsprecher sind überdruchschnittlich
Die Lautsprecher sind überdruchschnittlich

Tatsächlich kann das MediaPad M2 8.0 hinsichtlich der Wiedergabe von Musik und anderen Tönen gut schlagen. Die maximale Lautstärke ist beachtlich, der Stereo-Effekt deutlich wahrnehmbar und rein subjektiv ist der Klang klar. Allerdings wurde den tiefen Frequenzen bei der Entwicklung der Lautsprecher zu wenig Beachtung geschenkt, klar dominierend sind die hohen und mittleren Bereiche. Im Zweifelsfall sollten Kopfhörer deshalb vorgezogen werden.

Genügend Kraft

Etwas im Schatten der multimedialen Fähigkeiten stehen – zumindest, wenn man die Produkt-Homepage als Maßstab nimmt – die weiteren Komponenten. Zunächst wäre da der SoC zu nennen. Der Kirin 930 ist bereits ein alter Bekannter, unter anderem steckt er im P8, in leicht abgewandelter Form als Kirin 935 im Mate S und Honor 7. Er vereint zwei Cluster mit je vier Cortex-A53-Kernen, die bis zu 1,5 und 2,0 GHz erreichen, sowie eine Mali-T628 MP4. Je nach Version des Tablets fasst der RAM 2 oder 3 GB, was in begrenztem Umfang Einfluss auf die Leistung hat; das Sample muss mit 2 GB auskommen.

Der SoC bietet genügend Leistung, auch wenn er nicht der schnellste ist
Der SoC bietet genügend Leistung, auch wenn er nicht der schnellste ist.

Langsam ist das MediaPad M2 8.0 deshalb aber nicht. Zwar wirken rund 12.000 Punkte im 3DMark (Ice Storm Unlimited) zunächst eher wenig, dichter an der Realität ist aber AnTuTu. Dort werden mehr als 48.000 Punkte erreicht, womit das Treppchen nur knapp verfehlt wird. Zu verdanken ist dies vor allem dem CPU-Part, ein noch besseres Ergebnis wird einzig und allein von der GPU verhindert – es ist nicht das erste Mal, dass die Mali-T628 als bremsender Faktor in Erscheinung tritt. Eine mehr als ausreichende Leistung attestiert auch PCMark, hier reicht es für knapp 4.500 Punkte.

Angesichts dieser Performance überrascht es nicht, dass es im Alltag keinerlei negative Auffälligkeiten gibt. Die Benutzeroberfläche wird flüssig dargestellt und ungewöhnliche Ladezeiten gibt es nicht.

Hinter der Alu-Rückseite verbergen sich die Antennen für schnelles WLAN und Bluetooth - LTE ist gegen Aufpreis erhältlich
Hinter der Alu-Rückseite verbergen sich die Antennen für schnelles WLAN und Bluetooth - LTE ist gegen Aufpreis erhältlich

Die restliche Ausstattung entspricht dem gehobenen Standard. Das WLAN-Modul arbeitet schnell (802.11ac), der interne Speicher fasst entweder 16 oder 32 GB und kann per microSD-Karte erweitert werden und auf Wunsch können auch LTE-Netze (Cat 4) genutzt werden. Nicht ganz aktuell ist Bluetooth 4.0.

Laufzeit wie versprochen

Die beste Video- oder Audio-Qualität bringt aber nur wenig, wenn der Akku nicht mitspielt. Mit 4.800 mAh liegt dessen Kapazität eher im Mittelfeld, entsprechend konservativ fällt die von Huawei versprochene Laufzeit aus – nur für acht Stunden soll eine Ladung bei der Wiedergabe von Videos ausreichen.

So falsch liegt man damit nicht. Denn bei einer Helligkeit von 200 cd/m² erreichte das Tablet in der Video-Schleife rund 7,5 Stunden. Bei weiter reduzierter Helligkeit waren rund neun Stunden möglich. Wird dem SoC mehr Leistung abverlangt, erreicht man überraschenderweise ein höheres Niveau. So verspricht der PCMark mehr als sechs Stunden Laufzeit, ein insgesamt guter Wert. Wer hingegen in erster Linie technisch anspruchsvolle Spiele nutzt, dürfte nach vier bis fünf Stunden wieder zum Ladegerät greifen müssen. Ärgerlich ist, dass das mitgelieferte lediglich 10 W bietet.