Seite 3: Fazit

Im direkten Vergleich beider Kopfhörer kann man zunächst einmal festhalten, dass beide ihre Vor- und Nachteile haben. Die Klangqualität ist bei beiden Modellen gut, bei den QuietComfort 15 aufgrund des On-Ear-Design aber noch einen Tick besser. In jedem Fall weniger basslastig als so mancher Konkurrent. Audiophile Persönlichkeiten werden aber mit keinem dieser Modelle ihre Freude haben - alleine schon die aktive Geräuschunterdrückung dürfte für viele ein Nogo sein. Apropos aktive Geräuschunterdrückung: Auch diese funktioniert bei beiden Modellen erstaunlich gut. Gerade wenn ein ständig konstanter Lärmpegel im Hintergrund vorhanden ist, können die aktive Systeme diese recht gut eliminieren. Flugzeugturbinen und Züge sind hier Paradebeispiele für den Einsatzort solcher Kopfhörer, denn dort verschwinden diese Geräusche teilweise komplett. Doch auch in dieser Disziplin siegt das On-Ear-Modell QuietComfort 15 - vermutlich auch hier aufgrund es On-Ear-Designs.

Bose QuietComfort 15

Bose richtet sich mit den QuietComfort 15 gezielt an Vielreisende. Dies belegen die relativ kompakten Kopfhörer, aber auch der Lieferumfang mit Adapter für das Flugzeug und die Transporttasche, in welcher der Kopfhörer flach verstaut werden kann. Die Akkulaufzeit ist selbst für längere Reisen mehr als ausreichend und eine kleine AAA-Batterie findet im Reisegepäck sicherlich auch noch Platz. Sobald man den Kopfhörer einschaltet, arbeitet auch die aktive Geräuschunterdrückung und der Träger kann die Augen schließen, sich auf die Musik und/oder den Podcast konzentrieren oder doch mit offenen Augen dem Film im Board-Entertainment oder dem selbst mitgebrachten Tablet folgen. Umgebungsgeräusche werden gut herausgefiltert, was sich gerade bei monotonen Quellen wie den erwähnten Flugzeugturbinen oder der Klimaanlage besonders gut zeigt. Wer eine solche Untermalung auch zum Einschlafen nutzt, der kann in der Business- oder First-Class aber nur die rückwärtige Position einnehmen. Auf der Seite liegend stören die großen Ohrmuscheln doch zu sehr.

Nicht so gut gefallen hat uns das Anschlusskabel, dessen Stecker zwar um 45 Grad abgewinkelt ist, ein vollständig rechter Winkel wäre hier aber sinnvoller gewesen. Außerdem ist das Kabel etwas widerspenstig und lässt sich nicht sonderlich gut aufwickeln. Ein weiterer Kritikpunkt an dieser Stelle ist die Verwendung eines proprietären Anschlusses auf Seiten des Kopfhörers. Hier hätte Bose ebenfalls einen 3,5-mm-Klinke-Anschluss verwenden können, um einen möglichen Austausch zu vereinfachen.

Bose QuietComfort 20i

Wer nur kurze Reisewege mit kleinem Gepäck vor sich hat, der möchte vielleicht nicht die großen Kopfhörer mitnehmen und entscheidet sich stattdessen für die kompakten QuietComfort 20i In-Ears. Auch hier können Klang und die Noise-Cancelation-Technik überzeugen. Weniger ansprechend ist allerdings das Design. Bereits ohne die aktive Geräuschunterdrückung schirmen die Ohreinsätze relativ gut ab. insgesamt ist diese Technik in etwa auf Niveau der On-Ears.

Allerdings haben auch die QuietComfort 20i so ihre Kritikpunkte und auch hier spielt das Kabel eine wichtige Rolle. Zum einen ist es nicht gut gegen störende Geräusche abgeschirmt, die aus den Mobilfunkfrequenzen entstehen. Ein angeschlossenes Smartphone speist ständig seine störenden und typischen Signale ein. Ebenfalls besser lösen könnte man die Ummantelung des Kabels, damit dieses etwas geschmeidiger wird. Wohl wenig machen kann man gegen das Steuermodul. Irgendwo muss Bose bei den In-Ears den Akku sowie die notwenige Technik für die aktive Geräuschunterdrückung unterbringen. Dies ist eben der Kompromiss, den man durch die relativ kompakten Kopfhörer eingeht.

Schlusswort

Fast 300 Euro für einen der beiden Kopfhörer sind eine Menge Geld. Man sollte sich also genau überlegen, zu welchem Modell man nun genau greift. Sicher lohnt sich noch ein Blick über den Tellerrand auf andere Hersteller. Wir haben uns in diesem Artikel aber auf die Modelle von Bose beschränkt und an dieser Stelle können wir nur eine Empfehlung für die QuietComfort 15 aussprechen, da sie bisher die beste Kombination aus Reisezubehör für den Audiogenuß mit aktiver Geräuschunterdrückung sind, die wir ausprobieren konnten. Die Abdeckung der Ohrmuscheln passt und technisch ist an der Noise-Cancelation wenig bis nichts auszusetzen. Wer aber nur hin und wieder etwas Musik hört, der sollte und muss keine 280 Euro für Kopfhörer ausgeben. Wer aber große Teile seines (Arbeits)Lebens auf Reisen verbringt, der ist sicher über einen eigenen kleinen Ruhebereich glücklich.

Aktuell nicht wirklich empfehlen können wir die QuietComfort 20i. Nicht, weil sie technisch versagen oder die Audioqualität unzureichend ist. Es ist vielmehr die Tatsache, dass im Vergleich zu On-Ears auf Reisen wenig für In-Ears spricht. Ändern könnte sich dies, wenn z.B. das Steuermodul direkt in die Kopfhörer wandert und nicht mehr störend am Kabel hängt. Außerdem dürften die In-Ears noch deutlich kompakter werden, so dass sie weder spürbar noch wirklich sichtbar sind.