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ZTE Blade V7 im Test

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Seite 2: Akku, Gehäuse, Software, Fazit

Das Blade V7 hält länger durch

Das Wachstum des Displays hat ZTE dazu verleitet, den Akku zu vergrößern. Aus 2.200 wurden 2.540 mAh, was für ein Gerät mit 5,2 Zoll aber immer noch wenig ist. Huawei schafft es beispielsweise, in einem beinahe gleich großen Gehäuse 3.000 mAh unterzubringen.

Wie so oft ist aber nicht die Größe entscheidend. Denn obwohl die Kapazität nur um 15 % gestiegen ist, fallen die Ergebnisse in den beiden Laufzeit-Benchmarks um 19 und 70 % besser. In PCMark hielt das Blade V7 rund 5 h durch, in der Video-Schleife beinahe 9 h. Beides sind nur durchschnittliche Resultate, im Alltag verhielt sich das Smartphone aber etwas besser. Immerhin gut zwei Tage waren hier mit einer Ladung zu schaffen.

Das Nadelöhr: Der Akku kann nur langsam per Micro-USB geladen werden
Das Nadelöhr: Der Akku kann nur langsam per Micro-USB geladen werden.

Kritik verdient am Ende aber nicht die Tatsache, dass der Akku mal wieder fest verbaut ist oder nicht drahtlos befüllt werden kann. Stattdessen ist es ärgerlich, mit welch geringem Tempo das Laden erfolgt. Das mitgelieferte Netzteil bietet ausgangsseitig nur 5 W, leistungsfähigere Alternativen brachten keinen Vorteil.

Verbessertes Gehäuse wieder mit Anleihen

Keine andere Komponente zeigt so deutlich wie das Gehäuse, dass ZTE sich vor großen Experimenten gescheut hat. Grundsätzlich weist somit auch das Blade V7 eine nicht zu übersehende Ähnlichkeit mit dem iPhone auf, hier und da lassen sich aber Änderungen im Detail erkennen. So ist die Kamera nun in die Mitte und etwas weiter nach unten gerückt, die störenden Antennen-Isolatoren hat man versteckt und den Lautsprecher von der Rückseite ans untere Ende und die Lautstärkewippe von rechts nach links versetzt. Auf der Front ist hingegen alles beim Alten geblieben, hier sind die Ähnlichkeiten zu Apple nach wie vor im vollen Umfang sichtbar.

Am grundsätzlichen Design hat ZTE festgehalten, auch das Blade V7 wirkt äußerst schlank
Am grundsätzlichen Design hat ZTE festgehalten, auch das Blade V7 wirkt äußerst schlank.

Dennoch: Das Blade V7 wirkt gegenüber dem Blade V6 optisch frischer und in sich schlüssiger, die verbesserte Verarbeitungsqualität kommt noch hinzu. Alles wirkt stabil, nur die Übergänge zwischen Aluminiumgehäuse und Kunststoffkappen am oberen und unteren Ende sind nicht ideal gelöst.

Die Verarbeitung ist besser als vor einem Jahr, kleinere Schnitzer wie im Bild stören aber
Die Verarbeitung ist besser als vor einem Jahr, kleinere Schnitzer wie im Bild stören aber.

Mit 146,0 x 72,5 x 7,5 mm geht die Größe für ein Display dieser Diagonalen völlig in Ordnung, mit nur 136 g ist das Gewicht überraschend niedrig. Die Bedienung mit nur einer Hand ist wie schon beim Vorgänger nicht möglich - auch, da das Display wieder nur etwa 70 % der Front einnimmt. Immerhin sind die Tasten am linken und rechten Rand problemlos erreichbar. Gewöhnungsbedürftig sind die unter dem Display verbauten Tasten für die Android-Bedienung. Statt der üblichen Symbole sind hier nur ein großer Kreis sowie zwei kleine Punkte vorhanden.

Werbung kostet Platz

Eine Frischzellenkur hat ZTE auch der Software verpasst. Als Basis dient nun Android 6.0, die eigene Oberfläche ist jedoch wieder mit von der Partie. Die zeichnet sich vor allem durch den fehlenden App Drawer sowie die zahlreichen Anpassungsmöglichkeiten aus, wirkt im Vergleich zu so mancher Mitbewerberlösung aber zu bunt und kindlich. Integriert ist aber auch eine Gestensteuerung, mit der sich beispielsweise durch vorher definierte Applikationen starten lassen.

Die ZTE-eigene Oberfläche kann optisch angepasst werden, wirkt mittlerweile aber zu unübersichtlich
Die ZTE-eigene Oberfläche kann optisch angepasst werden, wirkt mittlerweile aber zu unübersichtlich.

Im Vergleich zum Blade V6 hat man leider die Zahl der vorinstallierten Drittanbieter-Programme gesteigert, was zunächst viel Speicherplatz blockiert; das Deinstallieren ist aber leider nicht in allen Fällen möglich.

Fazit

Hier und da ein paar Änderungen am Design, ein neuer SoC sowie ein größeres Display - fertig ist die nächste Generation. Was in der Vergangenheit so mancher Hersteller gemacht hat, ist nun auch bei ZTE zu finden. Die Kritik am Blade V6 hat man zum Anlass für einige Korrekturen genommen, die in vielen Fällen aber nicht weit genug gehen. Vor allem das Übernehmen der enttäuschenden Kamera kostet das Blade V7 Punkte, die durch das eindeutig verbesserte Display und den leistungsfähigeren SoC nicht ganz ausgeglichen werden. Immerhin hat man die Verarbeitung sicht- und spürbar verbessert, frei von Mängeln ist das Gehäuse aber nicht. Damit schneidet das Blade V7 insgesamt besser als sein Vorgänger ab, für mehr als einen Platz im Mittelfeld reicht es aber nicht.

Das Blade V7 schneidet besser als sein Vorgänger ab, die Konkurrenz ist aber immer noch zu stark
Das Blade V7 schneidet besser als sein Vorgänger ab, die Konkurrenz ist aber immer noch zu stark.

Dafür ist die preisähnliche Konkurrenz am Ende doch noch ein gutes Stück besser, vor allem auf das Huawei P9 Lite und das Moto G4 trifft das zu. Ersteres ist mit 280 Euro etwas teurer als das ZTE-Smartphone, letzteres mit 240 Euro minimal günstiger. Ähnlich viel Geld wird für das Nexus 5X verlangt, das zuletzt einen deutlichen Preisverfall erfahren hat und deshalb eine erschwingliche und vor allem gute Mittelklasse-Alternative ist.

Für ZTE bleibt zu hoffen, dass das Lerntempo so hoch wie zuletzt bleibt. Dann dürfte spätestens das Blade V8 ein ernsthafter Mitbewerber werden.

Positive Eindrücke des ZTE Blade V7:

  • Speicher erweiterbar
  • helles Display

Negative Eindrücke des ZTE Blade V7:

  • Akku fest verbaut
  • Kamera mit Schwächen