Seite 3: Leistung, Laufzeit, Fazit

Leistung

Dass auch schnellste SoCs nicht ausreichen, um die Systemoberfläche flüssig darzustellen, gleichzeitig aber in Benchmarks wie erwartet abschneiden, ist kein Geheimnis. Zwar taucht dieses Problem inzwischen weitaus seltener als noch vor ein oder eineinhalb Jahren auf, völlig verschwunden ist es aber nicht. Irritierender ist jedoch das, was die Kombination aus Snapdragon 410, Android 4.4.4 und TouchWiz für Resultate liefert.

Denn während das Galaxy A3 und Galaxy A5 bei der Oberflächendarstellung keinerlei Probleme zeigen, schneidet der Chip in einigen Tests überraschend schlecht ab. So reicht es in der AnTuTu-CPU-Wertung nur für die hinteren Plätze, ähnlich sieht es in Sachen GPU-Leistung aus. Und auch der bekannte 3DMark (Ice Storm Unlimited) spricht von schwachen Ergebnissen. Wie viel mehr der Snapdragon 410 leisten könnte, zeigt der Vergleich mit dem HTC Desire 410, in dem der gleiche SoC, aber sogar noch weniger RAM (1 GB) steckt: Im 3DMark erreicht der taiwanische Konkurrent 68 Prozent mehr Punkte, in AnTuTu liegt das Plus stellenweise bei etwa 200 Prozent.

In Benchmarks schwächelt der SoC, im Alltag ist davon nichts zu spüren
In Benchmarks schwächelt der SoC, im Alltag ist davon nichts zu spüren (Galaxy A5)

Im Mittelmaß landen die beiden Samsung-Smartphones in den browser-lastigen Tests, ebenso in Hinblick auf die AnTuTu-Gesamtleistung. Letztere bestätigt auch den generellen Eindruck. Denn beim Einsatz der üblichen Applikationen und Spiele kam es weder zu auffälligen Aussetzern noch zu überraschend niedrigen Bildwiederholraten oder langen Ladezeiten.

Laufzeit

Die Entscheidung, den Akku fest im Gehäuse zu verbauen, dürfte Samsung viel Kritik bescheren. Ganz freiwillig dürfte man zu dieser nicht gelangt sein, immerhin war die Austauschbarkeit - die es selbst bei den IP-zertifizierten Modellen gab und gibt - beinahe schon etwas wie ein Alleinstellungsmerkmal. Sollten die Galaxy-A-Smartphones in puncto Design ein Vorgriff auf das sein, was das Galaxy S6 und andere kommende Modelle bieten werden, dürfte der Energiespeicher auch dort nicht entnehmbar sein. Aber auch in einem anderen Punkt hat die Formensprache direkten Einfluss auf den Akku.

Denn die Entscheidung, das Galaxy A3 und Galaxy A5 möglichst dünn zu gestalten, sorgt für weniger Platz im Innern. Die Konsequenz: Im kleineren Modell stehen gerade einmal 1.900 mAh zur Verfügung, im größeren 2.300 mAh. Vergleicht man die Smartphones mit Schwesternmodellen gleicher Diagonale, wird das Minus deutlich. Das Galaxy A5 verliert gegenüber dem Galaxy S5 300 mAh, das Galaxy A3 gegenüber dem Galaxy S5 Mini 200 mAh.

Dem Design geopfert wurde das leichte Wechseln des Akkus - die Rückseite ist fest
Dem Design geopfert wurde das leichte Wechseln des Akkus - die Rückseite ist fest (Galaxy A5)

Aber nicht nur das führt zu lediglich durchschnittlichen Laufzeiten, auch das Zusammenspiel von Soft- und Hardware scheint einen Teil dazu beizutragen. Denn trotz vergleichsweise sparsamer Super-AMOLED-Technik reichte es im Video-Test mit einer Helligkeit von 200 cd/m² nur für jeweils etwa 9,5 Stunden. Im Alltag mit mehreren kurzen Telefonaten, Surfen per LTE und WLAN sowie dem Abgleich zweier Mail-Konten musste das Gerät nach dem Trennen vom Ladegerät am Morgen am Abend des Folgetags wieder angeschlossen werden. Aufwendige Spiele oder die maximale Helligkeitseinstellung sorgen wie üblich für deutlich schnelleres Entladen.

Mit aktiviertem Ultra-Energiesparmodus lässt sich deutlich mehr Zeit überbrücken, wie üblich muss man dann jedoch auf die meisten Funktionen der beiden Handys verzichten. Nicht mit dabei ist der Schnelllademodus des Galaxy Note 4.

Fazit

Das Galaxy Alpha darf getrost als in weiten Teilen gescheitertes Experiment betrachtet werden. Der Versuch, Technik der Mittelklasse zu einem Oberklassepreis auf den Markt zu bringen, wurde von den Kunden nicht honoriert. Aber Samsung hat das, was überzeugt hat, aufgegriffen und weiterentwickelt. Die Ergebnisse sind das Galaxy A3 und das Galaxy A5. Im Vergleich zum Versuchsträger Galaxy Alpha fällt vor allem das nochmals überarbeitete Design auf. Hier hat Samsung sich der kleineren Kritikpunkte angenommen, dabei herausgekommen sind die bislang zweifelsfrei am besten verarbeiteten Handys der Südkoreaner, optisch - auch wenn dies eine Frage des eigenen Geschmacks ist - gehören sie ebenfalls zur Spitze.

Bei den inneren Werten sieht es hingegen etwas anders aus. Zwar zeigen die unverbindlichen Preisempfehlungen von 299 und 399 Euro klar, dass die Geräte in der Mittelklasse - im Falle des Galaxy A5 in der oberen Mittelklasse - einsortiert sind, die Ausstattung lässt diesen Schluss jedoch nicht immer zu. Dies gilt vor allem für das veraltete WLAN-Modul sowie die Display-Auflösung des Galaxy A3. Im Gegenzug stehen ausreichend Arbeitsspeicher sowie ein schnelles LTE-Modem zur Verfügung, auch die Kameras gefallen. In der Mitte landen beide Modelle in Hinblick auf Laufzeiten und Leistung. Für ein klares Minus sorgen die fest verbauten Akkus, hier hat man dem Design sowie der Materialwahl Tribut gezollt. Hier bleibt abzuwarten, ob diese Änderung auch die kommenden Galaxy-Smartphones - allen voran das Galaxy S6 - betreffen wird. Eine uneingeschränkte Empfehlung kann aufgrund der Mängel sowie der oftmals durchschnittlichen Ergebnisse nicht ausgesprochen werden.

Galaxy A3: Das Gehäuse überzeugt, die Kamera gefällt, die Display-Auflösung ist aber zu gering
Galaxy A3: Das Gehäuse überzeugt, die Kamera gefällt, die Display-Auflösung ist aber zu gering

Etwas anders sieht es jedoch aus, wenn der Preis berücksichtigt wird. Denn beide Smartphones sind bereits für weit weniger Geld als von Samsung vorgesehen erhältlich. Das Galaxy A3 wartet bereits für rund 260 Euro auf Käufer und wird, orientiert man sich an der Ausstattung, nur vom ersten Moto X unterboten. Für HTCs One Mini 2 werden hingegen mindestens 310 Euro fällig, womit der taiwanische Mitbewerber schon fast mit dem Galaxy A5 konkurriert. Denn hierfür verlangen Händler knapp 330 Euro. Aber: LGs G3 mit deutlich besserer Anzeige und Kamera sowie der höheren Leistung ist etwas günstiger und am Ende - so lange das Gehäusematerial nur eine untergeordnete Rolle spielt - die bessere Wahl.

Galaxy A5: Am Ende dank höherer Auflösung die etwas bessere Wahl
Galaxy A5: Am Ende dank höherer Auflösung die etwas bessere Wahl

Grundsätzlich hat Samsung mit beiden Geräten vieles richtig gemacht. Das neue Design wirkt stimmig, Materialien und Haptik sind erstklassig und die Preispunkte sind anders als beim Galaxy Alpha geschickt gewählt. Kurzum: Beide Modelle bereichern die Mittelklasse. Am Ende ist das Galaxy A5 das etwas bessere Smartphone.

Positive Aspekte des Samsung Galaxy A3:

  • hochwertiges Gehäuse
  • sehr gute Verarbeitung
  • überdurchschnittliche Kamera
  • helles und kontrastreiches Display

Negative Aspekte des Samsung Galaxy A3:

  • Akku fest verbaut
  • Ausstattungsqualität schwankt
  • Display-Auflösung nicht zeigemäß

Positive Aspekte des Samsung Galaxy A5:

  • hochwertiges Gehäuse
  • sehr gute Verarbeitung
  • überdurchschnittliche Kamera
  • helles und kontrastreiches Display

Negative Aspekte des Samsung Galaxy A5:

  • Akku fest verbaut
  • Ausstattungsqualität schwankt