> > > > HTC Vive in der Praxis: Aufbau und Funktionsweise

HTC Vive in der Praxis: Aufbau und Funktionsweise

DruckenE-Mail
Erstellt am: von

Seite 1: HTC Vive in der Praxis: Aufbau und Funktionsweise

htc vive logo22016 soll das Jahr der virtuellen Realität werden. Kaum ein Thema hat in den vergangenen Monaten für einen solchen Hype sorgen können. Dabei haben sich die Hersteller wirklich auf das Jahr 2016 konzentriert, denn angefangen bei der Consumer Electronics Show Anfang Januar, über den Mobile World Congress im Februar bis zum eigentlichen Launch der finalen Hardware im März/April zog sich das Thema durch das bisherige Jahr. Wir haben nun eine HTC Vive erhalten und wollen einmal von unseren Erfahrungen mit der virtuellen Welt berichten.

Bei diesem Artikel wird es sich weniger um einen Test, als vielmehr um eine Hintergrundgeschichte handeln. So werden wir uns die Funktionsweise des Trackings etwas genauer anschauen, denn es ist gerade bei der HTC Vive essentiell für die Funktion und das Erlebnis mit der VR-Hardware. Bevor wir aber genauer darauf eingehen, vergleichen wir einmal die aktuelle VR-Hardware.

Spezifikationen der VR-Headsets im Vergleich

Hersteller und Bezeichnung:

HTC Vive Oculus Rift
Preis: 959 Euro 741 Euro
Homepage: www.htcvive.com www.oculus.com
Gewicht: 555 g 380 g
Auflösung pro Auge: 1.080 x 1.200 Pixel 1.080 x 1.200 Pixel
Panels: OLED OLED
Bildwiederholungsrate: 90 Hz 90 Hz
Sichtfeld 110 °  93-94 °
Sound: beliebiger Kopfhörer anschließbar integrierter Kopfhörer
3D-Audio
austauschbar
Tracking: optisches Tracking via Laser
Gyroskope
Beschleunigungssensoren

Tracking über Kamera
Gyroskope
Beschleunigungssensor

Controller: 2x Handcontroller Xbox-Controller
Handcontroller folgen später
Anschlüsse: 1x HDMI 1.4
1x USB 3.0
1x HDMI 1.4b
1x USB 3.0
Plattform: PC PC
Sonstiges: Bluetooth -

Als ersten Punkt wollen wir auf den Preis eingehen. Wer sich für eines der beiden VR-Headsets für den PC entscheidet, muss zum Kaufpreis noch einen Gaming-Rechner hinzurechnen, der noch einmal mindestens 800 Euro kostet. Die Mindestvoraussetzungen sind vor allem hinsichtlich der Grafikkarte wichtig und hier werden eine GeForce GTX 970 oder eine Radeon R9 290 empfohlen. Ob dies ausreicht, werden wir in den Benchmarks bzw. in einigen Tests sehen. Davon einmal abgesehen ist die Oculus Rift gute 200 Euro günstiger. Dafür bietet sie allerdings auch keine Möglichkeit eines erweiterten Bewegungsspielraums und auch keine Touch-Controller. Wie teuer diese Controller für die Oculus Rift sein werden lässt sich nur schwer abschätzen und somit lässt sich auch der Preisunterschied kaum beurteilen.

Großer Gewinner könnte Sony mit der PlayStation VR sein. Die PlayStation VR soll nur 399 Euro kosten, für weitere 350 Euro ist eine PlayStation 4 zu haben und die Move-Kamera spielt mit 30-40 Euro ebenfalls noch eine Rolle. Vieles wird aber auch davon abhängen, welche Software angeboten wird. Es zeichnen sich bereits erste Exklusiv-Deals ab, die bestimmte Spiele an die Oculus Rift oder HTC Vive binden. VALVE möchte zusammen mit HTC die offenere Plattform sein. Ob dies letztendlich zum Erfolg führen wird, lässt sich derzeit noch nicht sagen. Oculus hat mit Facebook aber auch einen entsprechend breiten (finanziellen) Rücken, der sicherlich auch eine Rolle spielen wird.

In den meisten technischen Bereichen sind die Unterschiede geringer, als man dies erwarten würde. Hinsichtlich der verwendeten Displays unterscheiden sich die beiden VR-Headsets gar nicht. Die Unterschiede sind an anderen Stellen vorhanden und viele davon lassen sich erst erfahren, wenn man beide Brillen einmal auf dem Kopf hatte.Wir konnten bereits beide VR-Headsets testen, wenngleich wir noch keine Oculus Rift CV1 über einen längeren Zeitraum nutzen konnten.

Kommen wir aber zu den Unterschieden. Die HTC Vive ist deutlich schwerer als die Oculus Rift, was nach einem längeren Zeitraum des Tragens auch deutlich wird. Bei der HTC Vive hat man viel mehr das Gefühl etwas zieht vorne am Kopf, denn ein Großteil des Gewichts der HTC Vive hängt vor dem Gesicht. Eine Art Gegengewicht wäre hier sicherlich eine denkbare Lösung. In Zukunft dürften die Brillen aber durch eine Verbesserung der Technik ohnehin leichter werden. Einen kleinen Unterschied gibt es auch beim Blickwinkel, wenngleich dies nur auffällt, wenn man genau darauf achtet. Während die Oculus Rift CV1 über einen integrierten Kopfhörer verfügt, der auch ausgetauscht werden kann, besitzt die HTC Vive nur einen 3,5 mm Klinke-Anschluss, an den ein beliebiger Kopfhörer angeschlossen werden kann.

HTC Vive
HTC Vive

Die größten Unterschiede aber sind unter anderem beim Tracking vorhanden. Während Oculus für die Rift bisher nur ein Tracking über die Kamera verwendet und den Träger damit im Stehen oder Sitzen an einen festen Ort bindet, ermöglicht die HTC Vive einen ebenso stationären Betrieb, das wesentliche Merkmal aber ist die Roomscale-Funktion, bei der sich der Nutzer in einem Bereich von maximale 4,6 x 4,6 m bewegen kann. Im Idealfall sollten also ein paar Quadratmeter freigehalten werden – wenngleich nicht die vollen 4,6 x 4,6 m eingehalten werden müssen. Neben einem Gyroskop und Beschleunigungssensoren in der Brille macht ein optisches Tracking mit Infrarot-Lasern diese Roomscale-Funktion erst möglich. Auf die Funktionsweise gehen wir aber später noch genauer ein.

Der zweite wesentliche Unterschied ist der Controller. Oculus liefert die Rift CV1 nur mit einem Xbox-Controller aus, der durch eine Bluetooth-Fernbedienung ergänzt wird, die aber nicht wirklich für die Steuerung von Spielen eingesetzt werden kann. Erst im späteren Verlauf des Jahres sollen die Touch-Controller ausgeliefert werden, die dann in der Hand gehalten werden. Diese Touch-Controller müssen von Besitzern der Oculus Rift CV1 dann aber noch erstanden werden, während die HTC Vive direkt mit zwei Controllern ausgeliefert wird.

 

Social Links

Seitenübersicht

Ihre Bewertung

Ø Bewertungen: 5

Tags

Kommentare (5)

#1
Registriert seit: 12.03.2010

Stabsgefreiter
Beiträge: 318
mögen die Verfechter von exclusiv titeln an einer Konsole ersticken :vrizz:
#2
customavatars/avatar107160_1.gif
Registriert seit: 23.01.2009
Hannover
Bootsmann
Beiträge: 687
Frage: Was passiert wenn die Akkus der Controller ausgenudelt sind? Tauscht man die? Ich muss hier an mein drei Jahre altes iPhone 5 denken...
#3
customavatars/avatar203945_1.gif
Registriert seit: 08.03.2014
Merzig
Oberbootsmann
Beiträge: 1015
IPhone 5 akkuwechsel ist sowas von low
#4
customavatars/avatar3377_1.gif
Registriert seit: 15.11.2002
www.twitter.com/aschilling
[printed]-Redakteur
Tweety
Beiträge: 29402
Zitat blackwusel;24545995
Frage: Was passiert wenn die Akkus der Controller ausgenudelt sind? Tauscht man die? Ich muss hier an mein drei Jahre altes iPhone 5 denken...


Das wird sich dann zeigen müssen. In jedem Fall handelt es sich um einen Customer-Akku, also nicht um zwei AA-Zellen oder so etwas.

https://de.ifixit.com/Teardown/HTC+Vive+Teardown/62213
#5
Registriert seit: 26.01.2004
Köln
Hauptgefreiter
Beiträge: 161
Muss man für die Einrichtung unbedingt bei Steam eingeloggt sein?
Denn die Vive-Setup-Installation installiert gleichzeitig Steam, und die Vive-Einrichtung startet leider nicht, wenn man nicht bei Steam eingeloggt ist.
Beim erstem mal war die Steamsoftware sogar extrem langsam, Zeichen für Zeichen erschien im Textfenster, im Passwortfeld.
Eine Registrierung über die Software ist auch nicht möglich, da kommt die gleiche "keine Verbindung zum Server"-Meldung. Daher habe Ich über die Webseite registriert.
Bricht man dann ab, bricht man auch die Vive-Installation ab, bzw. es kommt nicht zu Schritt zwei (0, 1, 2, 3), der Einrichtung.
Und auch wenn man dann nur Viveport startet, wird die Brille auch nach Starten einer App nicht aktiv.
Das Steam-Fenster: http://i.imgur.com/XVWBw0G.jpg
Und die Fehlermeldung nach Klick auf "ANMELDEN": http://i.imgur.com/5COS60m.jpg





Kann man die Sensoren auch "verkehrt" herum montieren?
Also die Wandhalterung z.B. unter ein Regalbrett mit doppelseitigem Kleber statt Löcher in die Wand. Dafür füllt man die Rückseite der Halterung mit Epoxidharknete, und schleift es schön glatt.
Sonst sind die ja hohl mit "Speichen".
So kann man die auch an andere glatte Flächen, z.B. Fenster montieren.
Denn wenn man es dann nicht kopfüber montiert, ist der Winkel zu stark nach unten.
Um Kommentare schreiben zu können, musst Du eingeloggt sein!

Das könnte Sie auch interessieren:

AVM FRITZ!Fon C5 im Test

Logo von IMAGES/STORIES/REVIEW_TEASER/AVM_C5_TEASER_KLEIN

Im Spätsommer 2015 zeigte AVM mit dem FRITZ!Fon C5 die Erweiterung der Festnetz-Familie, die bis dahin aus drei Modellen bestand. Nach längerem Test zeigt sich nun, dass bahnbrechende Veränderungen fehlen. Eine Enttäuschung ist das neue Telefon deshalb aber nicht, denn entscheidend sind die... [mehr]

HTC Vive in der Praxis: Aufbau und Funktionsweise

Logo von IMAGES/STORIES/GALLERIES/REVIEWS/2016/HTC-VIVE/HTC-VIVE-LOGO2

2016 soll das Jahr der virtuellen Realität werden. Kaum ein Thema hat in den vergangenen Monaten für einen solchen Hype sorgen können. Dabei haben sich die Hersteller wirklich auf das Jahr 2016 konzentriert, denn angefangen bei der Consumer Electronics Show Anfang Januar, über den Mobile World... [mehr]

Ohne Kabel: Bose QuietComfort 35 und B&O Beoplay H5 im Praxistest

Logo von IMAGES/STORIES/GALLERIES/REVIEWS/2016/BLUETOOTH-KOPFHOERER/QUIETCOMFORT_35_LOGO

Ist der 3,5-mm-Klinke-Anschluss überhaupt wegzudenken? Mit dieser Fragen werden sich ab dem Sommer sicherlich so einige Menschen beschäftigen müssen, denn offenbar plant Apple das Weglassen des Kopfhörer-Anschlusses. Doch eigentlich sollte es bei der drahtlosen Übertragung von Musik doch um... [mehr]

Logi ZeroTouch im Test - Wird wirklich aus jedem Auto ein Connected Car?

Logo von IMAGES/STORIES/REVIEW_TEASER/LOGI_ZEROTOUCH_TEASER_KLEIN

Das Smartphone ist eine der größten Gefahrenquellen im Auto. Schon das kurze Lesen einer neuen Nachricht reicht aus, um schwere Unfälle mit dramatischen Folgen zu verursachen. Dabei gibt es mittlerweile zahlreiche Mittel und Wege, um die Ablenkung zu minimieren. Alles zu aufwendig, dachte sich... [mehr]

Samsung Gear S3 im Test

Logo von IMAGES/STORIES/REVIEW_TEASER/SAMSUNG_GEAR_S3_TEASER_KLEIN

Während das Android-Wear-Lager Pause macht, legt Samsung nach. Mit der auf der IFA 2016 vorgestellten Gear S3 bleibt man dem Konzept des Vorgängers treu, will hier und da aber Schwachstellen beseitigt und Stärken weiter ausgebaut haben. Das Ergebnis ist eine größere und schwerere Smartwatch,... [mehr]

Netgear Arlo Pro im Test - Kabellose Überwachungskamera mit Cloud

Logo von IMAGES/STORIES/2017/NETGEAR_ARLO_PRO-TEASER

Netgears Arlo-Cams sind schon seit einiger Zeit auf dem Markt und sicher jedem ein Begriff, der schon einmal in Betracht gezogen hat, in seinen eigenen vier Wänden oder auf seinem Grundstück eine Video-Überwachung zu installieren. Jetzt gibt es mit Arlo Pro ein neues Top-Modell, das wir... [mehr]