Seite 1: ASUS VivoWatch im Test

asus vivowatch teaser kleinBessere Laufzeiten und mehr Fitness- und Wellnessfunktionen: Mit der VivoWatch will ASUS sich ganz bewusst von Android Wear und anderen Smartwatches distanzieren, ohne dabei jedoch auf Komfort zu verzichten. Zu guter Letzt sollen mit Android und iOS auch gleich zwei Plattformen bedient werden. Ist die VivoWatch am Ende vielleicht die beste Wahl?

Eine mögliche erste Antwort liefert das Konzept, das irgendwo zwischen Fitness Tracker und Smartwatch angesiedelt ist. Denn während die Optik klar in Richtung der vielseitigen Uhren geht, erwartet man einen solchen Funktionsumfang eher bei Fitness-orientierten Vertretern. Mit etwa 150 Euro liegt zudem auch der Preis unter dem, was man von ZenWatch, G Watch R und Co. kennt.

Hardware

Das Herz der Uhr ist ganz klar das Display, bei dem ASUS auf einen Kompromiss zwischen Darstellungsmöglichkeiten und Energieeffizienz setzt. Herausgekommen ist dabei der Einsatz eines Memory-LC-Displays, das man so auch von der Pebble kennt. Dabei verfügt jeder der insgesamt 16.384 Bildpunkte (128 x 128 Pixel, 1,28 Zoll) über einen 1 Bit großen Speicher, der den jeweiligen Zustand – Schwarz oder Weiß – speichert. Ändert sich am Display-Inhalt nichts, wird kaum Energie benötigt, der Vorteil liegt dementsprechend klar auf der Hand. Der größte Nachteil aber auch: Denn durch die Beschränkung auf Schwarz und Weiß muss auf farbige Darstellungen verzichtet werden.

Ein Stück weit ausgeglichen wird dies von je einer roten und grünen LED, die unterhalb des Displays in einer schmalen Leiste platziert sind. Über diese können verschiedene Informationen signalisiert werden: Bei nahezu leerem Akku oder einem zu hohen Puls blinkt die rote Diode, bei optimalem Trainingspuls oder beim Laden die grüne.

Das Display kennt man von der Pebble, das Design von der ZenWatch
Das Display kennt man von der Pebble, das Design von der ZenWatch

Energie spart man aber nicht nur durch die beiden Darstellungsformen, sondern auch die Beleuchtung der primären Anzeige. Denn durch die transreflektiven Eigenschaften ist das Display selbst im direkten Sonnenlicht problemlos ablesbar. Stellt der integrierte Helligkeitssensor hingegen fest, dass das Umgebungslicht unzureichend ist, wird beim Entsperren der Uhr die Hintergrundbeleuchtung aktiviert. Deren Helligkeit reicht völlig aus, allerdings leuchtet sie das Display nicht ganz gleichmäßig aus und verwandelt an sich schwarze Flächen in leicht blaue. Zurück zum direkten Sonnenlicht: Die beiden LEDs sind bei derartigen Bedingungen nur schwer zu erkennen.

Display 1,28 Zoll, 128 x 128 Pixel, Memory-LC
Akku 123 mAh
Maße (Gehäuse) 43 x 36 x 11 mm
Gewicht 49 g (mit Armband)
Sensoren Beschleunigungssensor, Pulsmesser, UV-Sensor, Helligkeitssensor
Arbeitsspeicher -
Interner Speicher -
Produktseite www.asus.de

Zur weiteren Hardware gibt es nur wenige Angaben. So verbaut ASUS insgesamt vier Sensoren für die Erkennung von Bewegungen, Puls, UV-Belastung und Helligkeit sowie ein Bluetooth-Modul (4.0) für die Kommunikation mit dem gekoppelten Smartphone. Die Akkukapazität gibt man mit 123 mAh an. Informationen zum Prozessor gibt es hingegen nicht. Offener ist man hingegen beim Gehäuse. Während man beim oberen Drittel auf Edelstahl setzt, kommt beim Rest deutlich angerauter Kunststoff zum Einsatz. Das austauschbare Armband (22 mm) besteht aus einem Elastomer und bietet zwei verschiedene Oberflächen: Auf der Innenseite ist es glatt, Außen ebenfalls rau. Die Verarbeitung fällt insgesamt gut bis sehr gut aus, einzige die ebenfalls aus Edelstahl bestehende Schließe hinterlässt einen etwas schlechteren Eindruck – Langlebigkeit strahlt sie nicht aus.

Huckepack: Das Lade-Dock besteht ebenso wie die untere Hälfte des Gehäuses aus Kunststoff, der Rahmen hingegen aus Edelstahl
Huckepack: Das Lade-Dock besteht ebenso wie die untere Hälfte des Gehäuses aus Kunststoff, der Rahmen hingegen aus Edelstahl

Etwas anderes gilt für die VivoWatch als Ganzes. Denn die Zertifizierung gemäß IP67 verspricht Schutz vor dem Eindringen von Wasser und Staub, Gorilla Glass 3 soll hingegen Kratzer auf dem Display vermeiden. Damit ist die Uhr für den üblichen Außeneinsatz gerüstet, das Tragen beim Schwimmen oder unter der Dusche wird jedoch wie üblich nicht abgedeckt.

Weitere Merkmale: Die einzige, aus Edelstahl bestehende Taste ist in rechten Rand integriert und gut erreichbar, Pulsmesser und Ladekontakte befinden sich am Boden. Letztere machen einen USB-Anschluss überflüssig, sind zum Laden jedoch auf das mitgelieferte Dock angewiesen, das einfach auf die Unterseite geclipst wird. Hier setzt ASUS auf Kunstsoff, der nicht so hochwertig wie beim Gehäuse der Uhr wirkt.

Die einzige Taste ist am rechten Rand untergebracht
Die einzige Taste ist am rechten Rand untergebracht

An der Optik lässt sich zunächst nichts aussetzen. In den wesentlichen Punkten greift ASUS das Design der ZenWatch auf, die größten Unterschiede betreffen den Rahmen sowie den Gehäuseboden. Mit 43 x 36 mm fällt die Grundfläche der VivoWatch etwas kleiner aus, mit 11 mm ist sie jedoch etwas dicker. Insgesamt kommt sie einer klassischen Armbanduhr auf den ersten Blick sehr nahe, auch wenn das Gehäuse nicht rund ausfällt. Bei näherer Betrachtung fällt jedoch das Verhältnis von Grundfläche zu Display-Größe negativ auf – so wie auch schon bei der ZenWatch. Rechts und links bringt es der Rahmen auf bis zu 6 mm, oben und unten auf bis zu 11 und 9 mm.