Seite 2: Software, Nutzung und Fazit

SmartBand & Apps im Alltagsgebrauch

Wie bereits auf der vorherigen Seite erwähnt, ist das Armband ohne das Smartphone nichts. Integriertes GPS fehlt, eine Aufzeichnung und Auswertung der gelaufenen Strecke ist daher nicht möglich. Einige Daten können zwar offline gesammelt werden, bspw. die zurückgelegten Schritte, ohne das Smartphone bzw. die App kommt man an diese aber nicht heran. Natürlich sind damit auch alle anderen mit dem Smartphone in Verbindung stehenden Funktionen hinfällig.

Die verschiedenen Funktionen sind in der SmartBand App zusammengefasst. Neben einem Nachtmodus, in dem das Gerät die Schlafphasen überwacht und Benachrichtigungen nicht weitergeleitet werden, kann der sanfte Wecker bei leichtem Schlaf wecken (in einem Intervall von bis zu einer Stunde). Das bedeutet, will ich spätestens um 7.00 Uhr aufstehen, kann das Smartphone bzw. das SmartBand mich per Vibration in der Zeit zwischen 6 und 7 Uhr wecken, genau dann, wenn das Aufstehen am leichtesten fällt. Das hat in unserem Test prinzipiell funktioniert, eine Einstellung für die Vibrationsstärke hätten wir uns aber trotzdem gewünscht. Zudem gibt es keinen "Notwecker" mit einem Ton vom Smartphone, diesen muss man immer noch manuell stellen. 

Kalorien werden aufgrund von Aktivität, Körpergröße, Gewicht und Geschlecht geschätzt.

Der Alarm, wenn man das Telefon liegen lässt, ist ebenfalls eine praktische Funktion. Er könnte aber noch deutlich stärker und nervender sein, die drei schwachen Vibrationen fanden wir für das vergessene Telefon etwas dürftig. Zudem wäre es schön, wenn das Gerät automatisch mit einer Nachricht gesperrt werden könnte, die Kontaktdaten für einen etwaigen Finder anzeigt und nur per persönlichem Code entsperrt werden kann, quasi einen Bluetooth-Lock. Die differenzierten Einstellungsmöglichkeiten, welche Benachrichtigungen als Vibration an die Uhr weitergesendet werden, haben uns gut gefallen. 

Per SmartBand SWR10 lassen sich auch Multimedia-Anwendungen bedienen. Manchmal besser, manchmal schlechter.

Ebenso erging es uns bei der Steuerung des Musikplayers per Klopfzeichen auf das SmartBand (nach vorheriger Betätigung des Buttons). Das hat in ruhigeren Situationen fast immer fehlerfrei geklappt, während es beim Joggen gerne einmal mehrere Anläufe brauchte, bis der Mediaplayer das gemacht hat, was er machen sollte. Es gibt noch weitere Apps, die das Band unterstützen (Kamera, Find my Phone, Office und Action Kamera), jedoch ist dem Button am Armband immer nur eine App gleichzeitig zuweisbar. Etwas schade: Ausgeführte Aktionen werden nicht per Vibration bestätigt, so wird man mehr oder weniger überrascht, was das Band gerade für ein Klopfzeichen erkannt hat. Die Life Bookmarks, die per zweimaligem Druck auf die Taste gespeichert werden sollen (und dann auf dem Smartphone beschriftet werden können), haben bei uns leider nicht funktioniert.

Diese würden theoretisch in der Lifelog App angezeigt und können dort auch manuell erstellt werden. Die App listet übersichtlich alle gesammelten Daten in Verbindung mit einer Zeitleiste auf. So sieht man, zu welcher Zeit man was gemacht hat (geschlafen, gelaufen, etc.) und welche Fotos dort aufgenommen, welche Musik gespielt, welches Video geschaut wurde. Scrollt man in der Zeitleiste in die Zukunft, kann man sich direkt Wettervorhersagen anzeigen lassen. Etwas schade ist an dieser Stelle, dass sie nicht direkt in die ansonsten schön gestaltete App eingebunden wurde. Vor allem, da das aktuelle und vergangene Wetter sogar eingebunden wird (bspw. in Form von Wolken). Es handelt sich lediglich um einen Link zu AccuWeather. Ebenfalls fehlt uns an dieser Stelle die Statistik zu Auto- und Fahrradfahrten, die über die Geschwindigkeit problemlos erkannt werden könnten. Ebenfalls ein Problem: Die Laufgeschwindigkeit kann nicht angepasst werden, sodass langsames Jogging oder Walking nicht von normalem Gehen unterschieden werden. Hier sollte Sony noch nachbessern. 

Fazit

Für den einen hochinformativ, für den anderen die absolute Überwachung: Das Sony SmartBand SWR10. Immerhin ohne Kamera, aber ansonsten immer und jederzeit mit dabei. Unserer Meinung nach hat das Band mindestens so viele Nachteile wie Vorteile. Die Fitness-Tracking-Option ist sicherlich nett, wer sein Smartphone aber sowieso dabei hat, kann auch per Runtastic o.ä. den Weg und die Geschwindigkeit tracken. Ob Schritte da wirklich einen Mehrwert darstellen, sei dahingestellt. Der Schlafphasenwecker hingegen ist eine wirklich praktische Option, wenngleich wir uns hier aber mehr Einstellungsmöglichkeiten gewünscht hätten.

Am meisten gestört hat jedoch die blinde Bedienung. Die LEDs waren unserer Meinung nach nicht gut platziert und oft konnte man nicht unterscheiden, ob es sich bei einer Vibration um den Wecker, Benachrichtigungen, ein vergessenes Handy oder einen leeren Akku handelt. Den Griff zum Smartphone erspart das SWR10 also nicht. In solchen Momenten hätten wir uns ein kleines OLED oder LED-Display mit Textanzeigen gewünscht. Auch eine Rückmeldung bei Aktionen über den Button oder das Tappen auf das Band hätten wir gerne gehabt - hätte uns aber vermutlich noch mehr verwirrt, wenn es in Form einer Vibration gewesen wäre.

Das SmartBand polarisiert. Schick ist es, ja. Vergleichsweise günstig ebenfalls. Aber ist es trotzdem 60 Euro wert?

Wenn man ganz nüchtern betrachtet, was das SmartBand kann, sollte man sich genau überlegen, ob es die 60 Euro Wert ist. Denn eigentlich kann es neben der Bewegungserfassung und Vibrieren nichts. Erst in Verbindung mit dem Smartphone wird es wirklich smart - wer nur vereinzelte Funktionen nutzen will, sollte also nicht zu sehr auf den Preis achten. 

Positive Aspekte des Sony SmartBand SWR10:

  • Schlafphasenwecker
  • Fitness-Tracking und Bedienung von Medienapps
  • leicht & schick
  • Kompatibilität zu allen Android 4.4 Apps
  • Core kann auf Dauer in anderen SmartWear-Gegenständen genutzt werden

Negative Aspekte des Sony SmartBand SWR10:

  • Funktionen oft nicht zuende gedacht
  • Lifelog App mit fehlenden Funktionen
  • Wettervorhersage nur als Link in App
  • schlechte Platzierung der LEDs
  • ohne Display und Rückmeldung oft blindes, ratloses Bedienen