donpablo66
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Lesertest zur Endorfy Thock v2 75% Wireless
#tldr:
Die Endorfy Thock v2 Wireless ist eine solide 75%-Tastatur zu einem fairen UVP-Preis. Die Verarbeitung ist weitestgehend gut, die Tastatur ist hotswap-fähig, die Switches können also einzeln ersetzt bzw. getauscht werden, die Basics funktionieren wie erwartet, die Anschlussvielfalt ist durch Tri-Mode super und es tippt sich schlicht und ergreifend gut auf den 83 Tasten. Der Klang ist einigermaßen tief, voll und für mich persönlich sogar laut. Die Switches sind sehr gut vorgeschmiert, die Tastenkappen hingegen sind etwas dünn und die Beschriftung nicht ganz einheitlich. Die Enter-Taste fällt hinsichtlich des Tippgefühls deutlich ab und die Lesbarkeit der Tasten ist ohne RGB Hintergrundbeleuchtung nicht ideal. Die Anzeige von aktiviertem Capslock oder des aktuellen Batterieladestands sind im Rahmen der nicht allzu farbechten Hintergrundbeleuchtung nicht optimal gelöst.
1) Lieferumfang & Unboxing
Das Auspacken gestaltet sich unspektakulär, alles wesentlich ist aber dabei. Im Paket befindet sich die Tastatur, sowie:
- Anleitung
- Tastenschalter- und Switchabzieher
- 2x Ersatz-Switches
- USB-C auf USB-A Kabel
- Alternative Tastenkappen für Esc und Enter in Grau (passend zum Rest der Tastatur).
Die Tastatur selbst ist in einer Tasche aus PE Schaum verpackt, welche prinzipiell zum Modden von Tastaturen genutzt werden könnte. Leider ist das Aufschreiben der Tastatur nur unter Verlust der Garantie möglich, was ich als unglückliche (aus der Perspektive von Serviceaufwand aber wohl nachvollziehbare) Entscheidung empfinde.
2) Verarbeitung
Beim Auspacken der Tastatur hat man durch das Gewicht von knapp 740g direkt das Gefühl, etwas Solides in den Händen zu halten. Durch die Aluminiumplatte auf der Oberseite, die zu diesem Gewicht beiträgt, kann man die Tastatur zudem quasi nicht verbiegen, was den guten Eindruck bestärkt. Der Lautstärkeknopf hat eine hervorragende Haptik und bietet einen guten Widerstand beim Drehen durch die Rasterung. An der rechten Seite befindet sich der (blau markierte) Schalter, um die Verbindungsmodi „Kabelgebunden“ und „Wireless“ auszuwählen, sowie die Tastatur auszuschalten. Dies mag für Puristen störend sein, ist aber aus meiner Sicht allemal besser, als den Schalter unter einer der Tasten zu verstecken, wie es manche Budget-Alternativen aus dem asiatischen Raum tun. Und apropos Puristen: Diese werden definitiv keine Freude an der Unterseite der Tastatur haben, schreit diese doch geradezu „Gamer“ durch ihre durchgehende Geometrie-Musterung. Zum Glück bleibt dieses Design dort, wo man es so gut wie nie sieht. Auf der Rückseite findet man außerdem zweifach einstellbare Kippfüße, die ebenso wie der Boden der Tastatur mit einer Gummierung für einen sicheren Stand sorgen und ein Verrutschen der Tastatur auch bei wilderen Gaming-Sessions verhindern. Sehr gut. Für den kabelgebundenen Betrieb bietet einem das Gehäuse drei Wege an, an denen Kabel verlaufen kann, je nachdem, ob man es mittig, links oder rechts entlangführen möchte. Und zuletzt finden sich auf der Rückseite Einschubfächer für den 2.4 Ghz USB-Dongle (magnetisch gehalten, clever) sowie einen zusätzlichen Switchabzieher.
Das ist alles sehr sinnvoll gelöst.
Ich persönlich finde die Tastenhöhe etwas zu hoch, um dauerhaft ohne Handballenauflage darauf zu tippen, aber das mag Geschmacks- oder Gewohnheitssache sein. Eine magnetische Handballenauflage verkauft Endorfy separat.
Vergleich Akko 5075b plus (links), Endorfy Thock v2 (rechts, bereits mit neuen Switches)
3) Tasten & Switches
Die durchscheinenden Tastenkappen im Cherry-Profil sind sog. PBT double-shot Kappen, was dafür sorgt, dass sich auch nach längerer Zeit keine Beschriftung ablöst und die Tasten dem Fett, das tagtäglich an unseren Finger klebt, länger widerstehen können, bevor sie anfangen, zu glänzen. Die Qualität der Tastenkappen ist ok, die innere Schicht des Zweifach-Spritzgusses befindet sich nur an der Wand mit der Beschriftung und ist nicht über die Seitenwände gezogen. Dadurch haben die Tastenkappen eine geringere Wandstärke als höherwertige Alternativen. Die Beschriftung ist ohne Hintergrundbeleuchtung in dunkleren Räumen nur bedingt gut zu erkennen. Hierfür ist besonders die Farbkombination „hellgrau auf dunkelgrau“ verantwortlich, die der (etwas eigenwilligen) Schrift nicht zur besten Lesbarkeit verhilft. Die Schrift ist nicht auf allen Tasten gleichmäßig, was besonders bei den Umlauten bemerkbar ist. Insbesondere das Ö und das Ä sind deutlich kleiner und dünner, was mancher vielleicht als störend empfindet.
Die Tastenkappen haben zudem relativ viel Spiel auf den Switches, was sie ein wenig wackelig macht, was man aber möglicherweise nur dann bemerkt, wenn man bereits bessere Tastaturen unter seinen Fingern hatte.
Die linearen Endorfy Yellow by Gateron Switches sind vorgeschmiert und das merkt man. Sie drücken sich butterweich, was ein sehr angenehmes Druckgefühl vermittelt. Es braucht 49g Betätigungskraft, um sie zu drücken, was für mich weder besonders leicht, noch allzu schwer ist. Es fühlt sich nach einem guten, mittleren Druck an, wozu auch der 3.6mm kurze Hubweg beiträgt. Viele mechanische Switches setzen auf volle 4mm, der kürzere Hub mag Spielern den Eindruck direkterer Eingaben vermitteln, auch wenn der Auslösepunkt vermutlich (genaue Informationen zum Switch konnte ich nicht finden) wie zumeist bei 2mm liegt.
Der Klang der Tastatur wird dem Namen der Tastatur (Thock) nur zum Teil gerecht. Mit Thock wird in der Szene üblicherweise ein tieferer, gedämpfter Klang beschrieben, im Gegensatz zum Clack, was einen höheren, präsenteren Klang bezeichnen soll. Zum Sound tragen natürlich mehrere Elemente der Tastatur bei. Die Tastenkappen, Switches, die top plate und die Dämpfung. Gerade bei letzterem hat Endorfy mit mehreren Lagen sound-absorbierendem Schaumstoff einigen Aufwand betrieben. Zwei Poron- und eine IXPE-Schicht dämpfen den Klang der Tastatur. Allerdings schlagen die verbauten Endorfy Yellow by Gateron Switches beim Durchdrücken auf eine Aluminiumplatte auf, was den Tastenanschlag insgesamt recht laut macht. Der Klang ist zwar voll und einigermaßen tief, gedämpft klingt er gerade beim Anschlag aber nicht.
Im Rahmen dieses Tests hab ich drei weitere Switches auf der Tastatur getestet, die Ergebnisse sind in folgendem Video zu finden:
An dieser Stelle möchten wir Ihnen ein Youtube-Video zeigen. Ihre Daten zu schützen, liegt uns aber am Herzen: Youtube setzt durch das Einbinden und Abspielen Cookies auf ihrem Rechner, mit welchen sie eventuell getracked werden können. Wenn Sie dies zulassen möchten, klicken Sie einfach auf den Play-Button. Das Video wird anschließend geladen und danach abgespielt.
Youtube Videos ab jetzt direkt anzeigen
Die Lautstärke der Endorfy Yellow by Gateron Switches kommt in dem Video leider nicht voll rüber. Sie sind definitiv weniger laut und clacky als die Akko Cream Yellow v3‘s, aber der Unterschied zu den Gateron Milky Yellow v3 ist größer, als er im Video zu hören ist. Die verbauten Endorfy Switches hab ich daher nach dem Test durch die Milky Yellows ersetzt, die in dieser Tastatur auf jeden Fall deutlich leiser zu Werke gehen.
Zuletzt hier noch ein Satz zu den plate-mounted (also einklickbaren) Stabilisatoren, welche unter den drei größeren Tasten (Leertaste, Enter und Backspace) liegen. Gerade die Stabilisatoren unter der Leertaste sorgen für einen zufriedenstellendes "Sound and Feel", die Backspace-Taste drückt sich ebenfalls sauber. Der Stabilisator der Leertaste wurde sogar noch durch zwei dämpfende Silikonstreifen ergänzt, was zum guten Klang beiträgt, auch wenn die Leertaste auf einer Seite etwas tickt, was für einen nicht vollständig begradigten Draht spricht. Die Enter-Taste fällt hingegen deutlich ab, der Anschlag ist hier auffallend matschig (dafür aber auch ziemlich leise)
Der Lautstärkeknopf kann übrigens gedrückt werden und stellt auf stumm, was ich immer wieder praktisch finde. Die Funktion kann nicht in der Software geändert werden.
4) Verbindung
Die vorhandenen Verbindungsmodi funktionierten alle einwandfrei. Per Bluetooth wurde die Tastatur am Laptop sofort gefunden und hinzugefügt, per Dongle klappte die Verbindung initial sogar, ohne dass zuvor irgendetwas eingestellt werden musste und auch die Verbindung per Kabel funktionierte erwartungsgemäß. Die Tastatur funktioniert also am Windows PC & Laptop, ebenso wie an Android Tablets oder Smartphones (ich hab keine iOS Geräte, kann dies also nicht testen)
5) Beleuchtung
Die Beleuchtung der Tastatur in 4 Helligkeitsstufen anpassbar, zudem kann man per Software oder Tastenkombination insgesamt 18 voreingestellt Muster auswählen. Jedes dieser Muster kann man hinsichtlich der Bewegungsorientierung umdrehen und dabei die Farbe, Geschwindigkeit und Helligkeit ändern und speichern. Diese Muster kann man zudem als Profile in der Software speichern. Durch die durchscheinenden Tastenkappen wird dadurch die Beschriftung auf den Tasten lesbar.
Da die Switches selbst orange sind und die Beleuchtung durch diese Switches fällt, tönen sie jedoch jede ausgewählte Farbe ein Stück weit orange, was natürlich besonders bei rein weißer Beleuchtung auffällt.
Die Endorfy Switches im Unterschied zu den umliegenden Gateron Milky Yellow v3‘s
Diese orangene Färbung wird spätestens dann zum Problem, wenn man den Akkuladestand der Tastatur erfahren möchte. Dies funktioniert per Tastenkombination, wodurch die Endorfy-Taste farblich den Ladestand signalisiert. Durch die orangene Färbung der Beleuchtung funktioniert dies nur bedingt gut. Ähnliches gilt für die Aktivierung von Capslock. Auch dieses wird per Beleuchtung der Capslock-Taste signalisiert, was bei aktivierter Hintergrundbeleuchtung kaum erkennbar ist.
Die Beleuchtung schaltet sich bei Inaktivität übrigens bei nicht verbundener Tastatur nach ca 10 Sekunden wieder aus. Ist die Tastatur z.B. per Dongle verbunden, geht sie nach ca. 5 Minuten in den Sleep Modus, ist aber beim ersten Tastendruck sofort wieder nutzbar.
6) Software
Die Endorfy-Software ist größtenteils verständlich und übersichtlich. Neben der Beleuchtung kann man allen Tasten weitere Funktionen (mittels zusätzlichem Druck der FN- bzw. Endorfy-Taste) zuordnen. Hierfür stehen diverse Optionen bereit von mehrfachem Tastendruck, über die Simulierung eines Mausklicks bis zu Multimediafunktionen oder dem Ausführen von Makros. Diese Makros können ebenfalls in der Software erstellt werden.
Des weiteren können in der Software einige Funktionen der Tastatur aktiviert oder deaktiviert werden wie das Blockieren der Windows-Taste oder den nicht weiter erläuterten Funktionen „Exchange Key“ und „N Key“. Zuletzt kann die Polling Rate der Tastatur zwischen 125Hz, 250Mhz, 500Mhz und 1000Hz ausgewählt werden. Allerdings ist dieser Punkt mit „USB Polling Rate“ bezeichnet, es ist also eindeutig erkennbar, ob die ausgewählte Abfragerate auch für die 2,4 Ghz Funkverbindung gilt.
In der Software wird übrigens kein Batterieladestand angezeigt, was als alternative Anzeige zum suboptimalen Beleuchtungsindikator durchaus wünschenswert gewesen wäre.
Insgesamt ist die Software ausreichend, jedoch scheint sie auch ein wenig lieblos zusammengebaut. Ein paar Erklärungen an der einen oder anderen Stelle wären sicherlich hilfreich.
[Kurzer Nerd-Exkurs: Die Tastatur beherrscht das sog. N-Key-Rollover, was bedeutet, dass auch beim Drücken beliebig vieler Tasten gleichzeitig, alle einzelnen Eingaben von der Tastatur registriert werden. Günstige Membran-Tastaturen können zumeist nur 2 (oder in manchen Fällen 6) Eingaben gleichzeitig registrieren, was beim Zocken bereits schräg nach vorne laufen und dabei springen unmöglich macht...]
Zuletzt sei noch erwähnt, dass die Endorfy-Software bei der Installation von Windows 11 zunächst als Gefahr blockiert wurde. Die Installation musste dann manuell fortgesetzt werden. Hier sollte Endorfy dringend nacharbeiten.
7) Akku
Leider habe ich keine offiziellen Informationen zur Größe des Akkus gefunden. Auf irgendeiner lettischen Internetseite stand unter den technischen Daten etwas von 4000 mAh, aber weder auf der Internetseite von Endorfy, noch auf der Verpackung hab ich dafür eine Bestätigung gefunden. Ich konnte die Tastatur zumindest 3 Tage mit voller Helligkeit der RGB-Beleuchtung nutzen, bevor sie wieder aufgeladen werden musste. Da die Lesbarkeit der Tasten völlig ohne Beleuchtung gerade in etwas dunkleren Räumen nicht ideal ist, würde ich die Helligkeitsstufe zukünftig etwas runterstellen, um die Laufzeit des Akkus zu verlängern und trotzdem alles vernünftig erkennen zu können.
8) Modding
Aufgrund des möglichen Garantieverlustes habe ich davon abgesehen, die Tastatur aufzuschrauben, um z.B. einen Tape Mod oder Foam Mod durchzuführen. Stattdessen habe ich die Stabilisatoren mit Krytox 205g0 geschmiert und den Plumbers Mod genutzt, um das leichte Ticken der Leertaste zu beheben. Auch die Enter-Taste drückt sich nun deutlich besser und ist nicht mehr so matschig im Anschlag. Die Leertaste habe ich außerdem von innen mit 2 Lagen Malerkreppband ausgeklebt, was den Klang der Taste weniger hohl macht. Insgesamt haben diese Mods die Tastatur bereits verbessert.
Die Switches hab ich zuletzt mit handgeschmierten Gateron Milky Yellow v3 Switches ersetzt, was einen deutlich leiseren, nochmals tieferen und insgesamt weniger aufdringlichen Sound brachte. Da dies die erste mechanische Tastatur meiner Frau wird, wollte ich ihr ein angenehm ruhiges Brett basteln
Ein weiterer Vorteil der neuen Switches ist, dass die Hintergrundbeleuchtung jetzt nicht mehr orange gefärbt wird.
Mein persönliches Fazit
Da ich in meinem Freundeskreis derjenige mit der meisten Begeisterung für Peripheriegeräte bin, werde ich gelegentlich nach Tastaturempfehlungen gefragt. Und zumindest für alle Anfragen für "eine erste, preiswerte mechanische Tastatur" oder "etwas günstiges für meinen Sohn" habe ich mit der Endorfy Thock v2 jetzt einen weiteren Kandidaten, den ich grundsätzlich empfehlen kann. Insbesondere in der Kategorie "Deutsches Layout, Wireless, Hotswap, 75%" findet sich kaum etwas vergleichbar günstiges, zumindest wenn man auf die UVP schaut (abseits von gelegentlichen Angeboten für Sharkoon, Redragon oder Red Thunder Tastaturen). Zum aktuellen Preis von fast 80€ (Stand: 09.01.2026) hingegen findet man gelegentlich schon fast meine aktuelle Akko 5075b plus im Angebot, welche ich persönlich weiterhin bevorzuge, da mir das Design und die Tastenhöhe eher zusagen und sie für mich die insgesamt "erwachsenere Tastatur" ist, da die Endorfy ihre Schwächen bei einigen Quality-of-life features hat. Aber es ist definitiv eine sehr gute Sache, dass sich nun mehr Tastaturen mit dieser gehobenen Ausstattung im Bereich von deutlich unter 100€ tummeln und es ist ja nicht jeder ein Tastatur-Connoisseur. Wer mit der Lautstärke leben kann, findet hier ein solides Einstiegsboard, das sich mit wenigen Mods zu einer wirklich anständigen Tastatur machen lässt. Durch die Hotswap-Fähigkeit kann man auf der Endorfy-Tastatur alle möglichen 3- und 5-Pin Switches ausprobieren, um sie ganz nach den eigenen Vorlieben zu gestalten. Auch bessere Stabilisatoren (wenn auch nur zum Einstecken, nicht zum Anschrauben) kann man verbauen. Ganz ohne diese Mods wäre mir persönlich das Teil nicht nur zu laut, sondern besonders die matschige Enter-Taste hätte mir über Kurz oder Lang den Spaß am Tippen verdorben. Und die Lautstärke hat zumindest ausgereicht, dass mich ein Kumpel beim Zocken über Discord fragte, ob ich eine neue Tastatur hätte... was in so einem Fall leider kein Kompliment ist. Die Tastatur steht jetzt gemodded auf dem Schreibtisch meiner Frau (mit Handballenauflage) und wird dort täglich ordentlich betippt.
Vielen Dank an HardwareLUXX und an Endorfy, dass ich die Tastatur testen durfte!!
#tldr:
Die Endorfy Thock v2 Wireless ist eine solide 75%-Tastatur zu einem fairen UVP-Preis. Die Verarbeitung ist weitestgehend gut, die Tastatur ist hotswap-fähig, die Switches können also einzeln ersetzt bzw. getauscht werden, die Basics funktionieren wie erwartet, die Anschlussvielfalt ist durch Tri-Mode super und es tippt sich schlicht und ergreifend gut auf den 83 Tasten. Der Klang ist einigermaßen tief, voll und für mich persönlich sogar laut. Die Switches sind sehr gut vorgeschmiert, die Tastenkappen hingegen sind etwas dünn und die Beschriftung nicht ganz einheitlich. Die Enter-Taste fällt hinsichtlich des Tippgefühls deutlich ab und die Lesbarkeit der Tasten ist ohne RGB Hintergrundbeleuchtung nicht ideal. Die Anzeige von aktiviertem Capslock oder des aktuellen Batterieladestands sind im Rahmen der nicht allzu farbechten Hintergrundbeleuchtung nicht optimal gelöst.
1) Lieferumfang & Unboxing
Das Auspacken gestaltet sich unspektakulär, alles wesentlich ist aber dabei. Im Paket befindet sich die Tastatur, sowie:
- Anleitung
- Tastenschalter- und Switchabzieher
- 2x Ersatz-Switches
- USB-C auf USB-A Kabel
- Alternative Tastenkappen für Esc und Enter in Grau (passend zum Rest der Tastatur).
Die Tastatur selbst ist in einer Tasche aus PE Schaum verpackt, welche prinzipiell zum Modden von Tastaturen genutzt werden könnte. Leider ist das Aufschreiben der Tastatur nur unter Verlust der Garantie möglich, was ich als unglückliche (aus der Perspektive von Serviceaufwand aber wohl nachvollziehbare) Entscheidung empfinde.
2) Verarbeitung
Beim Auspacken der Tastatur hat man durch das Gewicht von knapp 740g direkt das Gefühl, etwas Solides in den Händen zu halten. Durch die Aluminiumplatte auf der Oberseite, die zu diesem Gewicht beiträgt, kann man die Tastatur zudem quasi nicht verbiegen, was den guten Eindruck bestärkt. Der Lautstärkeknopf hat eine hervorragende Haptik und bietet einen guten Widerstand beim Drehen durch die Rasterung. An der rechten Seite befindet sich der (blau markierte) Schalter, um die Verbindungsmodi „Kabelgebunden“ und „Wireless“ auszuwählen, sowie die Tastatur auszuschalten. Dies mag für Puristen störend sein, ist aber aus meiner Sicht allemal besser, als den Schalter unter einer der Tasten zu verstecken, wie es manche Budget-Alternativen aus dem asiatischen Raum tun. Und apropos Puristen: Diese werden definitiv keine Freude an der Unterseite der Tastatur haben, schreit diese doch geradezu „Gamer“ durch ihre durchgehende Geometrie-Musterung. Zum Glück bleibt dieses Design dort, wo man es so gut wie nie sieht. Auf der Rückseite findet man außerdem zweifach einstellbare Kippfüße, die ebenso wie der Boden der Tastatur mit einer Gummierung für einen sicheren Stand sorgen und ein Verrutschen der Tastatur auch bei wilderen Gaming-Sessions verhindern. Sehr gut. Für den kabelgebundenen Betrieb bietet einem das Gehäuse drei Wege an, an denen Kabel verlaufen kann, je nachdem, ob man es mittig, links oder rechts entlangführen möchte. Und zuletzt finden sich auf der Rückseite Einschubfächer für den 2.4 Ghz USB-Dongle (magnetisch gehalten, clever) sowie einen zusätzlichen Switchabzieher.
Das ist alles sehr sinnvoll gelöst.
Ich persönlich finde die Tastenhöhe etwas zu hoch, um dauerhaft ohne Handballenauflage darauf zu tippen, aber das mag Geschmacks- oder Gewohnheitssache sein. Eine magnetische Handballenauflage verkauft Endorfy separat.
Vergleich Akko 5075b plus (links), Endorfy Thock v2 (rechts, bereits mit neuen Switches)
3) Tasten & Switches
Die durchscheinenden Tastenkappen im Cherry-Profil sind sog. PBT double-shot Kappen, was dafür sorgt, dass sich auch nach längerer Zeit keine Beschriftung ablöst und die Tasten dem Fett, das tagtäglich an unseren Finger klebt, länger widerstehen können, bevor sie anfangen, zu glänzen. Die Qualität der Tastenkappen ist ok, die innere Schicht des Zweifach-Spritzgusses befindet sich nur an der Wand mit der Beschriftung und ist nicht über die Seitenwände gezogen. Dadurch haben die Tastenkappen eine geringere Wandstärke als höherwertige Alternativen. Die Beschriftung ist ohne Hintergrundbeleuchtung in dunkleren Räumen nur bedingt gut zu erkennen. Hierfür ist besonders die Farbkombination „hellgrau auf dunkelgrau“ verantwortlich, die der (etwas eigenwilligen) Schrift nicht zur besten Lesbarkeit verhilft. Die Schrift ist nicht auf allen Tasten gleichmäßig, was besonders bei den Umlauten bemerkbar ist. Insbesondere das Ö und das Ä sind deutlich kleiner und dünner, was mancher vielleicht als störend empfindet.
Die Tastenkappen haben zudem relativ viel Spiel auf den Switches, was sie ein wenig wackelig macht, was man aber möglicherweise nur dann bemerkt, wenn man bereits bessere Tastaturen unter seinen Fingern hatte.
Die linearen Endorfy Yellow by Gateron Switches sind vorgeschmiert und das merkt man. Sie drücken sich butterweich, was ein sehr angenehmes Druckgefühl vermittelt. Es braucht 49g Betätigungskraft, um sie zu drücken, was für mich weder besonders leicht, noch allzu schwer ist. Es fühlt sich nach einem guten, mittleren Druck an, wozu auch der 3.6mm kurze Hubweg beiträgt. Viele mechanische Switches setzen auf volle 4mm, der kürzere Hub mag Spielern den Eindruck direkterer Eingaben vermitteln, auch wenn der Auslösepunkt vermutlich (genaue Informationen zum Switch konnte ich nicht finden) wie zumeist bei 2mm liegt.
Der Klang der Tastatur wird dem Namen der Tastatur (Thock) nur zum Teil gerecht. Mit Thock wird in der Szene üblicherweise ein tieferer, gedämpfter Klang beschrieben, im Gegensatz zum Clack, was einen höheren, präsenteren Klang bezeichnen soll. Zum Sound tragen natürlich mehrere Elemente der Tastatur bei. Die Tastenkappen, Switches, die top plate und die Dämpfung. Gerade bei letzterem hat Endorfy mit mehreren Lagen sound-absorbierendem Schaumstoff einigen Aufwand betrieben. Zwei Poron- und eine IXPE-Schicht dämpfen den Klang der Tastatur. Allerdings schlagen die verbauten Endorfy Yellow by Gateron Switches beim Durchdrücken auf eine Aluminiumplatte auf, was den Tastenanschlag insgesamt recht laut macht. Der Klang ist zwar voll und einigermaßen tief, gedämpft klingt er gerade beim Anschlag aber nicht.
Im Rahmen dieses Tests hab ich drei weitere Switches auf der Tastatur getestet, die Ergebnisse sind in folgendem Video zu finden:
Datenschutzhinweis für Youtube
An dieser Stelle möchten wir Ihnen ein Youtube-Video zeigen. Ihre Daten zu schützen, liegt uns aber am Herzen: Youtube setzt durch das Einbinden und Abspielen Cookies auf ihrem Rechner, mit welchen sie eventuell getracked werden können. Wenn Sie dies zulassen möchten, klicken Sie einfach auf den Play-Button. Das Video wird anschließend geladen und danach abgespielt.
Youtube Videos ab jetzt direkt anzeigen
Die Lautstärke der Endorfy Yellow by Gateron Switches kommt in dem Video leider nicht voll rüber. Sie sind definitiv weniger laut und clacky als die Akko Cream Yellow v3‘s, aber der Unterschied zu den Gateron Milky Yellow v3 ist größer, als er im Video zu hören ist. Die verbauten Endorfy Switches hab ich daher nach dem Test durch die Milky Yellows ersetzt, die in dieser Tastatur auf jeden Fall deutlich leiser zu Werke gehen.
Zuletzt hier noch ein Satz zu den plate-mounted (also einklickbaren) Stabilisatoren, welche unter den drei größeren Tasten (Leertaste, Enter und Backspace) liegen. Gerade die Stabilisatoren unter der Leertaste sorgen für einen zufriedenstellendes "Sound and Feel", die Backspace-Taste drückt sich ebenfalls sauber. Der Stabilisator der Leertaste wurde sogar noch durch zwei dämpfende Silikonstreifen ergänzt, was zum guten Klang beiträgt, auch wenn die Leertaste auf einer Seite etwas tickt, was für einen nicht vollständig begradigten Draht spricht. Die Enter-Taste fällt hingegen deutlich ab, der Anschlag ist hier auffallend matschig (dafür aber auch ziemlich leise)
Der Lautstärkeknopf kann übrigens gedrückt werden und stellt auf stumm, was ich immer wieder praktisch finde. Die Funktion kann nicht in der Software geändert werden.
4) Verbindung
Die vorhandenen Verbindungsmodi funktionierten alle einwandfrei. Per Bluetooth wurde die Tastatur am Laptop sofort gefunden und hinzugefügt, per Dongle klappte die Verbindung initial sogar, ohne dass zuvor irgendetwas eingestellt werden musste und auch die Verbindung per Kabel funktionierte erwartungsgemäß. Die Tastatur funktioniert also am Windows PC & Laptop, ebenso wie an Android Tablets oder Smartphones (ich hab keine iOS Geräte, kann dies also nicht testen)
5) Beleuchtung
Die Beleuchtung der Tastatur in 4 Helligkeitsstufen anpassbar, zudem kann man per Software oder Tastenkombination insgesamt 18 voreingestellt Muster auswählen. Jedes dieser Muster kann man hinsichtlich der Bewegungsorientierung umdrehen und dabei die Farbe, Geschwindigkeit und Helligkeit ändern und speichern. Diese Muster kann man zudem als Profile in der Software speichern. Durch die durchscheinenden Tastenkappen wird dadurch die Beschriftung auf den Tasten lesbar.
Da die Switches selbst orange sind und die Beleuchtung durch diese Switches fällt, tönen sie jedoch jede ausgewählte Farbe ein Stück weit orange, was natürlich besonders bei rein weißer Beleuchtung auffällt.
Die Endorfy Switches im Unterschied zu den umliegenden Gateron Milky Yellow v3‘s
Diese orangene Färbung wird spätestens dann zum Problem, wenn man den Akkuladestand der Tastatur erfahren möchte. Dies funktioniert per Tastenkombination, wodurch die Endorfy-Taste farblich den Ladestand signalisiert. Durch die orangene Färbung der Beleuchtung funktioniert dies nur bedingt gut. Ähnliches gilt für die Aktivierung von Capslock. Auch dieses wird per Beleuchtung der Capslock-Taste signalisiert, was bei aktivierter Hintergrundbeleuchtung kaum erkennbar ist.
Die Beleuchtung schaltet sich bei Inaktivität übrigens bei nicht verbundener Tastatur nach ca 10 Sekunden wieder aus. Ist die Tastatur z.B. per Dongle verbunden, geht sie nach ca. 5 Minuten in den Sleep Modus, ist aber beim ersten Tastendruck sofort wieder nutzbar.
6) Software
Die Endorfy-Software ist größtenteils verständlich und übersichtlich. Neben der Beleuchtung kann man allen Tasten weitere Funktionen (mittels zusätzlichem Druck der FN- bzw. Endorfy-Taste) zuordnen. Hierfür stehen diverse Optionen bereit von mehrfachem Tastendruck, über die Simulierung eines Mausklicks bis zu Multimediafunktionen oder dem Ausführen von Makros. Diese Makros können ebenfalls in der Software erstellt werden.
Des weiteren können in der Software einige Funktionen der Tastatur aktiviert oder deaktiviert werden wie das Blockieren der Windows-Taste oder den nicht weiter erläuterten Funktionen „Exchange Key“ und „N Key“. Zuletzt kann die Polling Rate der Tastatur zwischen 125Hz, 250Mhz, 500Mhz und 1000Hz ausgewählt werden. Allerdings ist dieser Punkt mit „USB Polling Rate“ bezeichnet, es ist also eindeutig erkennbar, ob die ausgewählte Abfragerate auch für die 2,4 Ghz Funkverbindung gilt.
In der Software wird übrigens kein Batterieladestand angezeigt, was als alternative Anzeige zum suboptimalen Beleuchtungsindikator durchaus wünschenswert gewesen wäre.
Insgesamt ist die Software ausreichend, jedoch scheint sie auch ein wenig lieblos zusammengebaut. Ein paar Erklärungen an der einen oder anderen Stelle wären sicherlich hilfreich.
[Kurzer Nerd-Exkurs: Die Tastatur beherrscht das sog. N-Key-Rollover, was bedeutet, dass auch beim Drücken beliebig vieler Tasten gleichzeitig, alle einzelnen Eingaben von der Tastatur registriert werden. Günstige Membran-Tastaturen können zumeist nur 2 (oder in manchen Fällen 6) Eingaben gleichzeitig registrieren, was beim Zocken bereits schräg nach vorne laufen und dabei springen unmöglich macht...]
Zuletzt sei noch erwähnt, dass die Endorfy-Software bei der Installation von Windows 11 zunächst als Gefahr blockiert wurde. Die Installation musste dann manuell fortgesetzt werden. Hier sollte Endorfy dringend nacharbeiten.
7) Akku
Leider habe ich keine offiziellen Informationen zur Größe des Akkus gefunden. Auf irgendeiner lettischen Internetseite stand unter den technischen Daten etwas von 4000 mAh, aber weder auf der Internetseite von Endorfy, noch auf der Verpackung hab ich dafür eine Bestätigung gefunden. Ich konnte die Tastatur zumindest 3 Tage mit voller Helligkeit der RGB-Beleuchtung nutzen, bevor sie wieder aufgeladen werden musste. Da die Lesbarkeit der Tasten völlig ohne Beleuchtung gerade in etwas dunkleren Räumen nicht ideal ist, würde ich die Helligkeitsstufe zukünftig etwas runterstellen, um die Laufzeit des Akkus zu verlängern und trotzdem alles vernünftig erkennen zu können.
8) Modding
Aufgrund des möglichen Garantieverlustes habe ich davon abgesehen, die Tastatur aufzuschrauben, um z.B. einen Tape Mod oder Foam Mod durchzuführen. Stattdessen habe ich die Stabilisatoren mit Krytox 205g0 geschmiert und den Plumbers Mod genutzt, um das leichte Ticken der Leertaste zu beheben. Auch die Enter-Taste drückt sich nun deutlich besser und ist nicht mehr so matschig im Anschlag. Die Leertaste habe ich außerdem von innen mit 2 Lagen Malerkreppband ausgeklebt, was den Klang der Taste weniger hohl macht. Insgesamt haben diese Mods die Tastatur bereits verbessert.
Die Switches hab ich zuletzt mit handgeschmierten Gateron Milky Yellow v3 Switches ersetzt, was einen deutlich leiseren, nochmals tieferen und insgesamt weniger aufdringlichen Sound brachte. Da dies die erste mechanische Tastatur meiner Frau wird, wollte ich ihr ein angenehm ruhiges Brett basteln

Ein weiterer Vorteil der neuen Switches ist, dass die Hintergrundbeleuchtung jetzt nicht mehr orange gefärbt wird.
Mein persönliches Fazit
Da ich in meinem Freundeskreis derjenige mit der meisten Begeisterung für Peripheriegeräte bin, werde ich gelegentlich nach Tastaturempfehlungen gefragt. Und zumindest für alle Anfragen für "eine erste, preiswerte mechanische Tastatur" oder "etwas günstiges für meinen Sohn" habe ich mit der Endorfy Thock v2 jetzt einen weiteren Kandidaten, den ich grundsätzlich empfehlen kann. Insbesondere in der Kategorie "Deutsches Layout, Wireless, Hotswap, 75%" findet sich kaum etwas vergleichbar günstiges, zumindest wenn man auf die UVP schaut (abseits von gelegentlichen Angeboten für Sharkoon, Redragon oder Red Thunder Tastaturen). Zum aktuellen Preis von fast 80€ (Stand: 09.01.2026) hingegen findet man gelegentlich schon fast meine aktuelle Akko 5075b plus im Angebot, welche ich persönlich weiterhin bevorzuge, da mir das Design und die Tastenhöhe eher zusagen und sie für mich die insgesamt "erwachsenere Tastatur" ist, da die Endorfy ihre Schwächen bei einigen Quality-of-life features hat. Aber es ist definitiv eine sehr gute Sache, dass sich nun mehr Tastaturen mit dieser gehobenen Ausstattung im Bereich von deutlich unter 100€ tummeln und es ist ja nicht jeder ein Tastatur-Connoisseur. Wer mit der Lautstärke leben kann, findet hier ein solides Einstiegsboard, das sich mit wenigen Mods zu einer wirklich anständigen Tastatur machen lässt. Durch die Hotswap-Fähigkeit kann man auf der Endorfy-Tastatur alle möglichen 3- und 5-Pin Switches ausprobieren, um sie ganz nach den eigenen Vorlieben zu gestalten. Auch bessere Stabilisatoren (wenn auch nur zum Einstecken, nicht zum Anschrauben) kann man verbauen. Ganz ohne diese Mods wäre mir persönlich das Teil nicht nur zu laut, sondern besonders die matschige Enter-Taste hätte mir über Kurz oder Lang den Spaß am Tippen verdorben. Und die Lautstärke hat zumindest ausgereicht, dass mich ein Kumpel beim Zocken über Discord fragte, ob ich eine neue Tastatur hätte... was in so einem Fall leider kein Kompliment ist. Die Tastatur steht jetzt gemodded auf dem Schreibtisch meiner Frau (mit Handballenauflage) und wird dort täglich ordentlich betippt.
Vielen Dank an HardwareLUXX und an Endorfy, dass ich die Tastatur testen durfte!!
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