[Sammelthread] Der Gehalts- und Arbeitsplatzthread

Nun google ergibt auf den ersten Blick ebenfalls die 10h grenze pro Tag in einem normalen arbeitsverhältnis klingt für mich jetzt nicht so anders
 
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Das Arbeitszeitgesetzt ist ja schön und gut aber in vielen Fällen einfach hinfällig/nicht einhaltbar. Hier kommt ganz klar der Punkt wo kein Kläger da kein Richter. Es ist in vielen Branchen vollkommen normal 10h+ am Tag zu arbeiten. Meine Reisezeiten sind offiziell auch Arbeitszeiten. Ich bin also so gut wie jede Woche am Anreise und Abreisetag 11-12h auf Arbeit. Das juckt doch absolut niemanden solange nicht irgend ein fancy Betriebsrat auf die Idee kommt mal Arbeitszeiterfassungen auszuwerten :fresse2:
 
Dein Wort in Gottes Ohr. Wenn es aber raus kommt sind die konsequenzen eben kein pappenstiel. Weder für dich noch für deinen chef oder die firma.
Ich bin selbst GL und achte da bei meinen MA penibel drauf. Wenn es sein muss gibts ne ausnahme regelung die vorher beantragt wird. Wenn es unvorhersehbar war wird es ordnungsgemäß mit begründung gemeldet.
 
Wie gesagt es ist bei vielen Firmen die Regel, dass das so gemacht wird. Es gibt einfach Berufsbilder da geht es auch gar nicht anders. Ein theoretisches Beispiel von mir als Consultant:

Nehmen wir an ich reise Montag morgens beim Kunden an. Dafür mache ich mich gegen 05:00 zum Flughafen auf um den Flieger gegen 06:30 zu nehmen. Beim Kunden schlage ich dann gegen 08:00-09:00 auf, arbeite 08:00 und muss dann noch ins Hotel (je nach Stadt +1h). Das sind dann ca. 11-12h "Arbeitszeit". Jetzt fange ich teilweise an den Vortag anzureisen, "arbeite" dann ja aber am Sonntag was auch nicht besser ist. Wie soll das dann also gehen ohne das Arbeitszeitgesetzt zu reisen? Es geht schlichtweg nicht, aber dafür gibt es findige Juristen die dann so Sachen wie aktive und passive Arbeitszeiten definiert haben die das wieder möglich machen ;)

Wie gesagt dass ist in vielen Branchen absolut üblich, die Gesetze werden dann eben ein wenig anders interpretiert und ausgelegt und gut ist. Alles nicht illegal alles andere ist egal ;)
 
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@elchu
Mit sowas verstößt zu gegen das Gesetz sowas dann noch hier zu Posten is nicht gerade clever

Oh, das ist nicht das Problem. Wenn er nach 11 Stunden auf der Arbeit ausrutscht, sich den Kopf anschlägt, und zum Pflegefall wird, sagt die Berufsgenossenschaft einfach "Nö, wir zahlen nicht.". Sowas zu tun ist idiotisch. Es scheint keinem bewusst zu sein, was für Risiken man sich und die Familie aussetzt, wenn man bewusst die 10h überschreitet.
 
So siehts aus. Jegliche Absicherung bzw Versicherung ist hin. Am besten passiert einem ein Unfall und die Firma brennt ab. Nach mehr als 10h Arbeit und außerhalb der offiziellen Arbeitszeiten. Gute Nacht.
 
Das stimmt so nicht auch wenn es jeder meint ;)
Die gesetzliche Unfallversicherung greift auch nach den 10h genauso wird die BG da maximal den AG in regress nimmt aber nicht den AN solange das Ganze nicht grob Fahrlässig passiert und der AN nachweislich für den AG tätig ist. Das ist sogar im Gesetzt so geregelt.

Dazu § 7 Abs. 2 SGB VII
(2) Verbotswidriges Handeln schließt einen Versicherungsfall nicht aus.
 
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Also bei uns wird die AZ über Stempeln elektronisch erfasst. Bei nem Verstoß, sprich mehr als 10 Stunden oder Ruhepausen nicht eingehalten, geht's automatisch zum Betriebsrat. Wenn das nur ganz selten vorkommt und dann mit guter Begründung ("es musste fertig werden" zählt nicht) ist es OK. Ansonsten gibt's für einen und den Vorgesetzten nen gehörigen Einlauf...
Wenn es raus kommt das man vorzeitig aus stempelt um die Kontrolle zu umgehen ist man richtig fällig... Da kann's dann mal bei Wiederholungstätern ne Abmahnung geben. Wenn der Chef davon wusste oder es sogar angeordnet hat wird's für ihn sogar noch schlimmer.
 
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Ja klar, dass es einen BR gibt ist natürlich Voraussetzung für sowas ;)
 
in meiner firma ist einer nach der arbeit verunglückt und heute ein pflegefall. die versicherung zahlt natürlich nicht, weil er zur freundin gefahren ist und nicht zu seiner wohnung.

zurück zum thema: man sollte tatsächlich vermeiden über 10 std zu arbeiten. die chefs müssen auch nur sagen "arbeitet 8 stunden, auf keinen fall regelmäßig mehr und schon gar nicht über 10 std" dann sind sie aus dem schneider
 
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Wenn der Betrieb stillsteht, gehst du einfach heim und sagst, hab schon 9 Stunden, morgen ist auch noch ein Tag... Deine Sache. Es kommt nicht regelmäßig vor und ich setz mich gern ein und mach meinen Job.
 
in meiner firma ist einer nach der arbeit verunglückt und heute ein pflegefall. die versicherung zahlt natürlich nicht, weil er zur freundin gefahren ist und nicht zu seiner wohnung.

zurück zum thema: man sollte tatsächlich vermeiden über 10 std zu arbeiten. die chefs müssen auch nur sagen "arbeitet 8 stunden, auf keinen fall regelmäßig mehr und schon gar nicht über 10 std" dann sind sie aus dem schneider

Ganz so einfach ist das nicht... Der Arbeitgeber bzw der Chef hat eine Fürsorgepflicht, d.h. er muss die Einhaltung auch "überwachen".

Und ich würde auch nie über 10h arbeiten, dass kann verdammt teuer bzw ordentlich Konsequenzen haben...

Gesendet von meinem A0001 mit der Hardwareluxx App
 
Das stimmt so nicht auch wenn es jeder meint ;)
Die gesetzliche Unfallversicherung greift auch nach den 10h genauso wird die BG da maximal den AG in regress nimmt aber nicht den AN solange das Ganze nicht grob Fahrlässig passiert und der AN nachweislich für den AG tätig ist. Das ist sogar im Gesetzt so geregelt.

Dazu § 7 Abs. 2 SGB VII

Das ist richtig, nützt aber nichts da jeder halbwegs intelligente Arbeitgeber daraufhinweisen wird daß die Belegschaft wiederholt auf die Einhaltung der Arbeitszeitregeln ermahnt wurde. Mit dem Resultat daß einem dann noch fristlos gekündigt wird.
Immer der kleine Unterschied zwischen Recht haben und Recht bekommen.
 
Reisezeit ist je nach Reisegerät nicht als 100% Arbeitszeit im Sinne des Versicherungsschutzes durch die BG zu werten, da gibts Schlüssel, die z.b. Arbeitszeit als Beifahrer oder als auf der Rückbank sitzend werten.

Das hat mit der Bezahlung/Wertung durch den AG nicht das geringste zu tun, nur bist du versichert, auch wenn du über 10h unterwegs bist.
 
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Geb ich dir vollkommen recht und da liegt einfach der Unterschied zwischen den Berufen und den AGs und deren Handhabung. Es gibt eben kein Schwarz-Weiß sondern jeder Fall liegt anders und muss entsprechend geprüft werden. Ich wollte mit dem Beitrag eben nur aufzeigen, dass die allgemeine Herangehensweise mit über 10h kein Versicherungsschutz so eben auch nicht gilt und eine Ausübung mancher Berufe mit 10h Arbeitszeit teilweise nicht wirklich möglich ist bzw. auch hier genügend Schlupflöcher existieren.

Am Ende gilt natürlich trotzdem, dass man es tunlichst vermeiden sollte 10h+ zu Arbeiten und somit überhaupt erst in diese Lage zu kommen argumentieren und erklären zu müssen. Ich denke bei vielen ist das auch "ohne weiteres" umsetzbar andere müssen etwas mehr improvisieren (wie ich z.B.) um das geregelt zu bekommen.


@Shadow
Das meinte ich mit passiver und aktiver Reisezeit. Fahre ich mit dem Auto ist es "aktive Reisezeit" und damit 100% Arbeitszeit. Fliege ich bzw. fahre Bahn ist das "passive Reisezeit" und eben wie du gesagt hast keine 100% Arbeitszeit. Aber das sind alles Dinge die wie oben geschrieben sehr individuell sind
 
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Wenn der Betrieb stillsteht, gehst du einfach heim und sagst, hab schon 9 Stunden, morgen ist auch noch ein Tag... Deine Sache. Es kommt nicht regelmäßig vor und ich setz mich gern ein und mach meinen Job.
Ich finde das hat nix mit Einsatz zu tun. Ich mag meinen Job auch sehr gerne und bin entsprechend motiviert. Trotzdem habe ich auch schon ein spontanes, spätes Meeting abgebrochen weil es sonst mehr als 10h gewesen wären. Mein Arbeitgeber verlangt es so und dann halte ich das auch ein. Warum sollte ich mir den Ärger antun?
Allerdings sehe ich natürlich ein das es Branchen gibt wo es einfacher und welche wo das ganze etwas schwieriger ist.
 
Mein Arbeitgeber hält uns auch an, Heim zu gehen, nur wie gesagt, wenn der Betrieb stillsteht!

Deshalb sag ich ja, ist nicht immer alles weiß oder schwarz.
 
Maggus
Da ist soviel falsch in dem was Du schreibst.
Dein AG verlangt dies sicherlich nicht; Dein Vorgesetzter vielleicht.
Außer dem Aspekt daß es illegal ist, ist das im Endeffekt nichts anderes als ekn Almosen von Dir an deinen AG. Ohne deinen AG zu kennen, ist es ziemlich gewiß daß er das nicht braucht. Der zutreffende Begriff ist Ausbeutung.

Durch Dein Verhalten zwingst Du die Kollegen es gleich zutun.
 
Die BG lässt sich bei jedem Arbeits oder Wegeunfall die zeitauswertung geben. Ist es eine einmalige übertretung werden sie vermutlich zahlen. Ist jedoch eine wiederholbarkeit ersichtlich ist es vorbei mit Versicherungsschutz. Dazu kommt wohl mindestens eine Abmahnung durch den AG. Für den AG kommen dann auch noch saftige Geldstrafe dazu die er sich beim Vorgesetzten und oder dem AN zurück holen könnte. Im extrem Fall kann das also neben dem eigenen Schaden dazu führen das man von einem Tag auf den anderen ruiniert ist. Muss jeder selbst wissen ob er bereit ist das Risiko für die berühmte extra Meile einzugehen oder nicht. Ich bin es nicht und toleriere es auch nicht bei meinen MA.
 
Kurz mal dazwischen gefunkt, aber bin ich der einzige der Unverständnis für Aussagen a la "ich hab durch das Studium xx Jahre an möglichem Verdienst versäumt, deswegen muss ich mindestens xx €/p. a. verdienen" hat?

Was man verdient richtet sich nach dem Marktwert gemäß Angebot und Nachfrage und nicht nach möglichem Verdienstausfall... Wo kämen wir denn da hin.. :fresse:
 
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Maggus
Da ist soviel falsch in dem was Du schreibst.
Dein AG verlangt dies sicherlich nicht; Dein Vorgesetzter vielleicht.
Außer dem Aspekt daß es illegal ist, ist das im Endeffekt nichts anderes als ekn Almosen von Dir an deinen AG. Ohne deinen AG zu kennen, ist es ziemlich gewiß daß er das nicht braucht. Der zutreffende Begriff ist Ausbeutung.

Durch Dein Verhalten zwingst Du die Kollegen es gleich zutun.

Das verstehe ich jetzt nicht so ganz... Warum sind es Almosen an meinen AG wenn ich nach 10h nach Hause gehe? Du hast da glaub was falsch verstanden ;)
 
Kurz mal dazwischen gefunkt, aber bin ich der einzige der Unverständnis für Aussagen a la "ich hab durch das Studium xx Jahre an möglichem Verdienst versäumt, deswegen muss ich mindestens xx €/p. a. verdienen" hat?

Was man verdient richtet sich nach dem Marktwert gemäß Angebot und Nachfrage und nicht nach möglichem Verdienstausfall... Wo kämen wir denn da hin.. :fresse:

Diese Aussagen kommen aber von entsprechenden Studien etc. die sowas auswerten und berechnen und dann vom Studenten aufgegriffen werden. Ich finde es auch absolut blödsinnig so zu rechnen aber man hört es sehr häufig.

@MagsCrabs
Wie gesagt muss jeder selber wissen und auch individuell entscheiden. Vorbildlich, dass du als GF da so penibel drauf achtest! bei uns gibt es z.B. nicht mal eine Zeiterfassung daher ist das relativ hinfällig ;P
 
Die Tage mal nachgerechnet: Derzeit bleibt mir 1/3 vom Bruttogehalt zur freien Verfügung; der Rest sind Abzüge, Versicherungen, Miete, Altersvorsorge, Sparen, Auto, Nahrungsmittel etc.
 
Nicht vergessen, dass auch immer schön 11 Stunden Ruhezeit zwischen den Schichten liegen müssen, das kann auch richtig weh tun, wenn da mal ein Kollege für den anderen einspringt und die unterschritten werden (und sich ein "Kläger und Richter" findet...).

Bei dem Anreisebeispiel bin ich mir aber nicht sicher, in wie weit die Anreisezeit als Abreitszeit im Sinne der täglichen Höchstgrenze zu werten ist. Meine da mal was gelesen zu haben, wonach das eben nicht gilt, bin mir aber nicht mehr sicher und werde mal meine Personalerin befragen. Aber sonst wäre ja jeder zweite AD'ler heftigst in der Illegalität, klar, da gibts ne Menge die nicht "nach Gesetz" gehandhabt wird, aber in dem Maßstab kann ich mir das fast nicht vorstellen.
 
Kurz mal dazwischen gefunkt, aber bin ich der einzige der Unverständnis für Aussagen a la "ich hab durch das Studium xx Jahre an möglichem Verdienst versäumt, deswegen muss ich mindestens xx €/p. a. verdienen" hat?

Das taugt sicher nicht als Argument dem Arbeitgeber gegenüber, aber es ist doch kein Problem für sich so zu rechnen.
Wenn man mit und ohne Studium die gleichen Gehaltsaussichten hat wird man es sich wahrscheinlich zwei mal überlegen, ob man studiert, deswegen finde ich es völlig normal zu sagen "wenn ich studiere möchte ich mindestens X € mehr verdienen, sonst lohnt es sich für mich nicht".
 
Es geht halt heute nur noch ums Geld verdienen und nicht ums "Ich freue mich aufs Studium und die Fächer".
Deswegen wird heute studiert.
Liegt auch daran, dass man heute ja schon ein Loser ist, wenn man mal neben seinem Studium ein paar andere Kurse belegt, weil sie einen interessieren, und man deshalb 3-4 Semester später fertig ist.
 
Es geht halt heute nur noch ums Geld verdienen und nicht ums "Ich freue mich aufs Studium und die Fächer".
Deswegen wird heute studiert.

Quatsch, also ich geh in meinem Studium voll auf und find alles superinteressant :)
Aber wenn man meinetwegen schon ne Ausbildung gemacht hat und studieren will, weil man sich mehr Gehalt verspricht, muss man das halt gegenrechnen.
 
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