Vorallem wird es dann wieder so verhandelt, dass es nen hohen Sockelbeitrag gibt aber die Prozente niedrig sind. Ist ja das Verdi Ziel, dass alle gleich verdienen. Den Laden kann man doch eh nicht mehr Ernst nehmen.
Ich hab dieses Jahr 5,2% bekommen, und das als Top Performer. Normalerweise wären es ca. 2,6% gewesen. So sehen Erhöhungen in Bereichen aus wo man Wert schaffen muss, da spiegelt nämlich die Realität die Lohnentwicklung wieder und nicht irgendwelche Verdi Forderungen die dann die Allgemeinheit zahlen muss.
Wir haben auch Verdi und es gab 3,5% für ich glaube 18 Monate. Ich habe nicht den Eindruck, dass es da bei uns darum geht, dass jeder das gleiche verdienen soll - es ist eher so, dass halt das maximale Tarifgehalt nur das etwa doppelte des niedrigsten ist. Ehrlich gesagt: vollkommen ok für mich. Im ÖD hört es halt für 95% dort auf, wo unser Haustarifvertrag anfängt - insofern scheint es verdi da erstmal darum zu gehen, dass alle gute Gehälter bekommen (halt in der Tat auch für Low-Performer)...
Wenn die AGs in dem Fall keine Lust haben, auch die Attraktivität von Jobs für Leistungsträger/Experten zu steigern (ich glaube nicht, dass Verdi ein Problem hat, wenn die Gehälter weiter oben genauso stark steigen wie unten

), dann ist das deren Problem. In dem Fall halt auch ein Problem für uns alle, wenn die Verwaltung nicht mehr funktioniert. Im ÖD (gerade bei den Ländern) muss man auch einfach ehrlich feststellen, dass bei den Jobs in der Breite die Bezahlung sehr gut ist (siehe auch Scrush hier). Das Problem ist, eher, dass man ab einem gewissen Qualifikations/Skilllevel Beamter werden muss, damit man ordentlich bezahlt wird und das mag nicht jeder/viele dieser Stellen werden sowieso eher politisch vergeben (hinzukommt, dass man da auch die passende Qualifikation braucht). Man will ja auch, dass BMW 300M€ für Wasserstoffautos bekommt. - da will man gar nicht am Markt die Besten "auslesen", auch wenn man das eigentlich tun sollte...
Dort, wo man Angestelle hat, sieht es nicht anders aus:
https://www.byte.bayern/wer-wir-sind - da sieht man schön, wie man das (sicher sehr gut bezahlte...) Management mit Ja-Sagern mit minimaler Fachkompetenz auffüllt und dann irgendwelche Profile (praktische Erfahrung in der "vollständigen Umsetzung digitaler Produkte und Prozesse" hat da niemand...) in E12-E13 auf Stellenbeschreibungen hat, die in ähnlichen Bürokratien einfach 20-30% mehr zahlen (dort sind dann aber auch keine Kulturwissenschaftler auf den Stellen, es sei denn, sie haben wirklich Skills...). Ergebnis: es wird das gemacht, was die Lobby will. Also Cloud und M365 für die großen und dynamischen Workloads der Länder. Und klar ist das besser, mit 70k€/Jahr und vorsinntflutlichen Arbeitsbedingungen (Homeoffice-Regelungen; gelegentliche Verlegung des Dienstsitzes, wenn der Fürst es wünscht) wird man da nix auf die Beine stellen können...
Meiner Ansicht nach hat das Methode, die Parteien, die die Mehrheit wählt, wollen halt keinen funktionierenden Staat für diese Mehrheit und für die oberen 0.5% funktioniert das (inkl. schöner Beamtenstellen) ganz wunderbar. Dazu passt auch, dass die Kommunen (wo man ja eigentlich eher mehr niedrige Rollen erwarten würde, da die ja nur machen, was beschlossen wurde...) a) mehr für gleiche Stellen zahlen und b) das auch ausreizen. Und unterhalb der B-Besoldungen geht's da auch noch gar nicht um Korruption...
EDIT:
Witzigerweise durfte ich im Wartezimmer eben ein Gespräch belauschen. Will jemand unbedingt verbeamtet werden als Berufseinsteiger. Berufswahl nachrangig, Hauptsache Beamtenstatus. Beim Einstellungstest, den persönlichkeitsfragen nicht ehrlich antworten sondern so, das man sich die höchste Zustimmung verspricht. Wartezeit nimmt man hin weil die noten nicht ganz so waren wie vll nötig.
Wenn beamter zu werden nicht aus Idealismus geschieht sondern als einkommenskarriere gesehen wird. Das ist genau das, was durch sowas immer verstärkter der fall wird. Wenn der job dann erwartungsgemäss wenig erfüllend ist, wird man dienstunfähig.
Da ist halt im unteren Qualifikationsbereich so, da wird auch richtig gut gezahlt.... Einen höheren Ministeriumsjob macht man auch heute noch aus "Idealismus" (aka: man will Kinder haben (die geben da gut extra Geld) oder erhofft sich dadurch Vorteile in der Partei...). Im allgemeinen finde ich aber, dass man, wenn man für die Gesellschaft arbeiten möchte, auch durchaus gut bezahlt werden kann... (bei Beament mit sehr spezifischen Profile ist das der Fall, im IT-Sektor, gerade als Quereinsteiger/ohne Studium eher nicht...)
Neben dem hast du im ÖD auch garantiert bis auf wenige Ausnahmen weder den Stress noch das Arbeitsvolumen wie in der freien Wirtschaft. Eine längere Arbeitswoche hast du dort in aller Regel auch.
Das wage ich zu bezweifeln - sobald man Fach/Personalverantwortung hat, geht die Arbeit dort auch nicht aus... Richtig ist, dass man halt irgendwann einfach "nein" sagen kann oder muss und man (und alle Prozesse, die an einem hängen...) einfach stehenbleibt, ohne dass Maßnahmen ergriffen werden... Dass das so einfach geht und niemand versucht gegenzusteuern (außer mit Populismus) ist das eigentliche Problem...
also ja, das ist natürlich eine perspektive. Da hast du recht. Ich meinte halt ne positive, für die man auch was tun möchte.
ist halt nirgendwo (mit ähnlicher Größenordnung) besser... Aber hey, freiwilliger Wehrdienst soll auch besser zahlen, da kann jeder hin!