Das Problem ist einfach, dass zu viele Parteien die Hand aufhalten.
Das fängt damit an, dass der Bau selbst völlig überzogen ist. Die Baukosten sackt zu 2/3 die Baufirma ein, damit sie ein Betonfundament mit ein paar Schrauben zum festmachen hinstellt. Du kannst in manchen Ecken als Baufirma schlicht jeden Preis fordern. Wir hatten von der alten Firma aus eine Kooperation mit der Stadt, dazu mussten 4 Stück 0815-Steckdosen in ein Parkhaus "Aufputz" montiert werden. Das macht eine einzige Firma, Kosten 25.000€, die Aktion hat ganze zwei Stunden gedauert. Dann will der Ladestationsbetreiber natürlich Geld, der Netzbetreiber, der Stromversorger und der Staat. Dazu kommt die Kommunikation, diverse Infrastrukturbetreiber (Ladeverbund, Roaminganbieter, Bezahlsystem etc.). Bei Goingelectric haben einige private Betreiber öffentlicher Ladeinfrastruktur ihre Angebote veröffentlicht. Das ist für die Betreiber solcher Plattformen die Lizenz zum Gelddrucken. Wenn der "IT-Support" einer Ladestation eine niedrige vierstellige Summe im Jahr kosten soll, dann wird es schwer das durch Stromverkäufe reinzuholen. Effektiv muss die Anzahl der beteiligten Parteien drastisch reduziert werden, daran führt kein Weg vorbei.
Die Margen beim Strom sollten in dem Fall durchaus ausreichen, um beim AC-Normal-Laden wieder auf den Hausstrompreis zu kommen.
Beim DC-Laden sieht es anders aus, das kann ruhig teurer sein. Aber auch da sind ab 50cent pro kWh nur sehr schwer vermittelbar. Ob man da sagen muss "ist ja teurer als Diesel" ist die Frage. Wohin der Ölpreis geht weiß kein Mensch. Ich hab meinen TDI zu einem Zeitpunkt gekauft, als der Liter Diesel zwischen 1,50€ und 1,65€ geschwankt hat. Die ganze "unter V8 geht gar nichts"-Fraktion hat reihenweise die Autos für nen Appel und n Ei verkauft, weil die Kosten bei 1,70€ für den Liter E10 da kaum mehr tragbar waren. An der Stelle muss man aber auch einfach festhalten, dass die derzeitigen Preise einerseits natürlich stark von der Situation der Weltwirtschaft und dem Preiskrieg der ölfördernden Länder geprägt sind. Andererseits ist Erdöl einfach an vielen Stellen längst nicht mehr so alternativlos. Die OPEC hat viel ihrer Macht verloren. Die ganze CO2-Steuer-Geschichte ist aber natürlich mal wieder ein perfekter Vorwand zur Preiserhöhung. Gestern waren zeitweise ein paar Tankstellen bei 1,45€/Liter Diesel. Hat natürlich nicht lange gehalten, aber der Ölindustrie sind wieder genug Leute auf den Leim gegangen, die auf die "Grünwähler" geschimpft haben statt direkt die Ursache der Abzocke zu erkennen...