Da dieser wichtige thread langsam von der ersten Seite verschwindet, hier mal ein kleiner Ausblick an was ich so die letzte Zeit gebastelt habe.
Über 10 Ecken bin ich an einen Amiga 2000 gekommen, der aus einem Müllcontainer gefischt wurde. Dort wurde er nicht sanft reingelegt, sondern wohl mit Genuß reingepfeffert. So sah jedenfalls das Gehäuse aus, denn die Halter der Front waren gebrochen, das Gehäuse verzogen.
Nach dem ersten Check fiel er durch Nichtfunktion, aber auch einer guten Ausstattung auf. Der Akku der Echtzeituhr hatte wie durch ein Wunder (noch) kein Schaden verursacht.
Dem Mainboard konnte ich leider nicht helfen und hatte es dann zu einem User im A1k geschickt, der es mir wieder flott machte, waren wohl Bausteine durch den Aufschlag lose.
Ich selbst bin ja mehr der Optikmensch. Hardware reinigen und vernüftig zusammen bauen ist eher mein Ding. Daher hatte ich erstmal die Front mit Pastikschweißgerät fixiert und geklebt, das Gehäuse gereinigt und gerichtet.
Als Steckkarten kam eine PC Emulationskarte (XT), eine IDE Karte (neuer Klon einer damaligen, heute noch beliebten Karte) und eine Turbokarte rein. Festplatten benutzt man eigentlich nicht mehr, deswegen kam auch hier eine CF-Speicherkarte zum Einsatz. Ein Netzwerk zwischen PC und Amiga kann man aufbauen, das tue ich mir aber niemals an. Daher kam die CF Karte in einen IDE-Slotblechadapter, so kann man sie im ausgeschalteten Zustand entnehmen kann, ohne den Amiga öffnen zu müssen. Rein damit in ein Speicherkartenlesegerät am PC und über einen Emulator beschreiben. Da ist die erste Wahl Dopus, so etwas wie der Norton Commander für den Amiga. Also WinUAE an, Speicherkarte einbinden, den Ordner mit der Amiga Software am PC einbinden und Daten verschieben.
Das interne Diskettenlaufwerk in diesem A2000 war nicht mehr zu retten, eins fehlte schon. Leider sind Amiga Diskettenlaufwerke seltenes Gut und man bekommt kaum noch welche. Bei mir hatten sich über die 2,5 Jahrzehnte des Sammels einige defekte angesammelt, die ich 2022 alle mal zu einem Fachmann geschickt hatte und der mir aus den Resten ein paar funktionierende hervorgebracht hat. So eins hab ich eingebaut, aber selbst die 3 Jahre Lagerung haben das Laufwerk schon wieder zur Aufgabe gezwunden. Deswegen ist dann ein Gotek eingezogen. Die gibt´s ja im Ausland für kleines Geld (hatte mir mal ein Schwung gekauft, ca. 22€/ stk). Dort hab ich dann die Flashfloppy Firmware raufgeschrieben, so das der Amiga es lesen kann. Die Platine vom Gotek kam dann in eine 3D gedruckte Halterung, die auch gleich ein Fenster für ein kleines OLED Display hat. Die Displays gibt´s auch in China für 3€/ stk oder so. Jedenfalls kam noch ein Rotationsdrehknopf für die schnelle Navigation auf dem USB Stick im Gotek rein, ein kleiner PC Speaker emuliert die Track-Klackgeräusche des Diskettenlaufwerks und das Display zeigt an, welches Rom man gerade einliest. Das geschieht dann als ob man was von Diskette liest - meist ein Spiel, gell?

Durch die 68030 Turbokarte mit zusätzlichen 4MB Fastram schreit der Amiga eigentlich nach einer Kickstart/ Workbench Umgebung ab 3.1 für WHDload, doch ich hab mich für das klassische 1.3 entschieden, was einen nicht unerheblichen Aufwand mit sich zog, bis die alte Kiste mit dem alten Betriebssystem von einer Speicherkarte über IDE gebootet hat. Hat aber geklappt und ich war Stolz wie Oskar, wobei es für all diese Sachen wirklich viele todos auf YT gibt und es kein Hexenwerk ist, wenn man diesen Schritt für Schritt folgt.
Die PC Karte habe ich dann nicht mehr eingebunden. So etwas hatte ich früher mal ausprobiert, das hat auch alles funktioniert aber warum soll ich mir das antun, wenn ich genug PCs habe, die das alles besser machen?
Jedenfalls war der 2000er dann fertig - und nun habe ich ihn verkauft - habe selbst genug Amigas und Baustellen und mein eigener 2000er ist diesem sehr ähnlich.
Hier mal ein paar Bilder, vielleicht gefällt euch ja der Blick über den Tellerrand und/ oder kommt ggf. selbst aus der 16Bit Zeit....