Das hier ist aber schon ein Fall, den man sehr differenziert betrachten muss. Hätte sie irgenwie im Konjunktiv geschrieben, was sie mit dem Polizeichef gerne tun würde,
oder hätte sie das ganze in Form einer Geschichte verfasst, wäre wohl nicht wirklich etwas passiert. Eventuell hätte der Bot ebenfalls Alarm geschlagen und ein Mensch
hätte das ganze dann als Fiktion erkannt.
Hier musste die KI davon ausgehen, dass jemand seinem Tagebuch berichtet morgen jemanden real töten zu wollen (was wohl auch zutraff, wenn man die dafür gekaufte
Waffe mit einbezieht) und dann sind wir in einem ziemlichen Dilemma angekommen (Datenschutz vs. Verhinderung eines Tötungsdeliktes).
Ich würde das in diesem Fall mit der Schweigepflicht einer Ärztin oder Anwältin vergleichen. Auch dort endet diese, wenn ein Patient/Mandantin von einer konkret geplanten
Straftat berichtet.
Also mMn hat die KI bzw. die überwachenden Entwickler dahinter, in diesem Fall alles richtig gemacht. Die Gedanken sind weiterhin frei und die Redefreiheit, so wie die
Trennung von Künstler und Werk, werden in den USA sogar noch höher gewertet als in Deutschland. Sie hätte der KI fiktiv davon schreiben können täglich zehn Kinder
zu fressen oder wie sie den Polizeichef ausweidet um sich aus ihm einen Schlüpfer zu nähen, aber das hätte sie in irgend einer Weise als Fiktion kennzeichnen müssen,
oder es hätte sich aus der voran gegangenen Konversation ableiten lassen müssen.