Hallo liebes Hardwareluxx-Team,
ich bin Aaron, 40 Jahre alt, komme aus der Nähe von Nürnberg und arbeite beruflich in der strategischen Personalentwicklung. Privat beschäftige ich mich viel mit Technik und eigenen Projekten, insbesondere mit PC-Hardware, 3D-Druck, Lasertechnik und CAD.
Für den Lesertest des QNAP TS-262A-4G zusammen mit den beiden 4-TB-Seagate-IronWolf-Festplatten möchte ich mich sehr gerne bewerben, weil das Testpaket ziemlich genau zu einem Thema passt, das ich bei uns zu Hause schon länger angehen möchte.
Aktuell nutze ich ein älteres Synology 1-Bay-NAS, auf dem unter anderem unser komplettes Familien-Fotoarchiv liegt. Über die Jahre ist da einiges zusammengekommen – Urlaube, Geburtstage, Bilder der Kinder und letztlich viele Dateien, bei denen ein Verlust wirklich ärgerlich wäre. Das NAS funktioniert weiterhin, allerdings fühle ich mich mit nur einer Festplatte inzwischen nicht mehr besonders wohl.
Eine zweite Kopie der Familienfotos sichere ich deshalb zusätzlich auf einer externen Festplatte. Das funktioniert grundsätzlich, ist aber entsprechend manuell und hängt letztlich davon ab, dass ich regelmäßig daran denke, die Sicherung tatsächlich durchzuführen. Natürlich ersetzt auch ein RAID 1 kein separates Backup. Der Ausfall einer einzelnen Festplatte sollte meiner Meinung nach aber trotzdem nicht gleich bedeuten, dass ich auf eine Wiederherstellung aus dem Backup angewiesen bin. Die externe Festplatte würde deshalb auch mit einem neuen NAS nicht verschwinden, sondern könnte zukünftig als zusätzliche Backup-Ebene dienen.
Seit diesem Jahr kommt für mich noch ein zweiter Anwendungsbereich hinzu: Ich betreibe ein Kleingewerbe, in dessen Rahmen ich unter anderem Lasergravuren, 3D-Design und kleinere Fertigungsprojekte umsetze. Dafür entstehen inzwischen regelmäßig Grafik-, CAD- und Schnittdateien sowie verschiedene Versionen und Varianten meiner Entwürfe. Auch diese Daten sichere ich aktuell zusätzlich auf einer externen Festplatte.
Gerade bei diesen Dateien merke ich zunehmend, dass die bisherige Lösung zwar funktioniert, aber auf Dauer nicht besonders komfortabel ist. Viele der Dateien sind das eigentliche Ergebnis mehrerer Stunden Entwicklungsarbeit und lassen sich bei einem Datenverlust nicht einfach neu herunterladen. Ein zentraler Speicher mit automatisierter Sicherung, Versionierung und klar getrennten privaten und geschäftlichen Bereichen wäre deshalb für mich inzwischen nicht nur komfortabel, sondern wirklich sinnvoll.
Genau deshalb interessiert mich das QNAP TS-262A besonders. Mit den beiden mitgelieferten 4-TB-IronWolf-Festplatten würde ich das System im RAID 1 betreiben und damit eine für mich wesentlich sinnvollere Grundlage für die zentrale Datenspeicherung schaffen. Gleichzeitig möchte ich im Lesertest aber nicht einfach nur feststellen, dass zwei Festplatten mehr Ausfallsicherheit als eine bieten, sondern mir genauer ansehen, wie gut das Gesamtkonzept im Alltag tatsächlich funktioniert.
Beginnen würde ich mit Einrichtung, Verarbeitung und Bedienung. Dabei interessiert mich auch der Wechsel von Synology DSM zu QNAP QTS. Wie einfach findet man sich als Anwender zurecht, der bereits ein NAS nutzt, aber eben nicht täglich NAS-Systeme administriert? Wie verständlich sind Speicherpools, Freigaben, Benutzerrechte, RAID-Konfiguration und Backup-Aufgaben aufgebaut? Gerade bei einem NAS für Familien, Selbstständige und ambitionierte Heimanwender finde ich diesen Punkt mindestens genauso wichtig wie reine Benchmarkwerte.
Ein wesentlicher Testbereich wäre anschließend die Datenübertragung. Hier möchte ich nicht nur eine einzelne große Testdatei kopieren, sondern unterschiedliche, realistische Szenarien verwenden. Dazu gehören große Dateien mit mehreren Gigabyte, ein Ordner mit mehreren tausend Fotos und Dokumenten sowie meine typischen Projektordner mit einer Mischung aus Grafiken, SVG-Dateien, Schnittdateien, CAD-Projekten und den dazugehörigen Exportdateien. Zusätzlich würde ich parallele Kopiervorgänge von mehreren Rechnern testen.
Die Transferraten würde ich sowohl mit realen Windows-Kopiervorgängen als auch mit einem NAS-Benchmark erfassen. Besonders interessant ist dabei natürlich der 2,5-Gbit-Ethernet-Anschluss. Ich möchte prüfen, wie nah das TS-262A mit den beiden IronWolf-HDDs unter optimalen Bedingungen an die theoretisch mögliche Geschwindigkeit herankommt und wie groß der Unterschied zu meinem bisherigen alten 1-Bay-System im Alltag tatsächlich ausfällt. Neben dem Spitzenwert interessiert mich vor allem, was bei vielen kleinen Dateien oder zwei gleichzeitigen Zugriffen übrig bleibt.
Der für mich persönlich wichtigste Test wäre aber das Verhalten des RAID-1-Verbunds. Nach der Grundeinrichtung und vollständigen Befüllung möchte ich einen Festplattenausfall simulieren, eine HDD entfernen und beobachten, wie verständlich das QNAP auf den Fehler hinweist und ob alle Daten währenddessen weiterhin erreichbar bleiben. Anschließend würde ich den Wiederherstellungsprozess starten und dokumentieren, wie lange der Rebuild benötigt, welche Systemlast dabei entsteht und wie stark die Übertragungsleistung während der Wiederherstellung einbricht. Gerade für jemanden, der ein NAS wegen höherer Datensicherheit kauft, finde ich diesen Vorgang wesentlich interessanter als einen reinen RAID-Benchmark.
Daran anschließend würde ich die Backup-Funktionen testen. Mein Ziel wäre eine sinnvolle mehrstufige Strategie sowohl für die Familienfotos als auch für meine geschäftlichen Projektdateien. Das RAID 1 schützt zunächst vor dem Ausfall einer einzelnen HDD, wichtige Daten müssen aber zusätzlich unabhängig davon gesichert werden.
Hier würde ich deshalb meine vorhandene externe Festplatte bewusst in das Testkonzept einbeziehen. Statt Dateien wie bisher regelmäßig manuell zu kopieren, möchte ich testen, wie komfortabel sich automatisierte Sicherungen des NAS auf den externen Datenträger einrichten lassen. Zusätzlich interessiert mich die Wiederherstellung versehentlich gelöschter oder überschriebener Dateien. Gerade bei meinen Grafik- und Schnittdateien kann eine Versionsverwaltung sehr hilfreich sein, wenn beispielsweise eine ältere Variante eines Entwurfs benötigt wird. Auch Snapshots und deren Grenzen würde ich mir deshalb genauer ansehen.
Spannend finde ich außerdem die One-Touch-Copy-Funktion in Verbindung mit den schnellen USB-Anschlüssen. Gerade für Fotos oder größere Projektordner könnte das praktisch sein, um Daten von einem externen Datenträger schnell auf das NAS zu übernehmen beziehungsweise Sicherungen anzustoßen. Hier würde ich Übertragungsgeschwindigkeit und Bedienung testen und schauen, ob daraus im Alltag tatsächlich eine Funktion wird, die ich regelmäßig nutze.
Auch die beiden M.2-Steckplätze möchte ich zumindest in die Betrachtung einbeziehen. Mich interessiert, welchen Nutzen NVMe-SSDs bei einem solchen 2-Bay-NAS tatsächlich haben können und ob beispielsweise ein SSD-Cache bei vielen kleinen Dateien einen spürbaren Unterschied macht. Gerade bei meinen Projektverzeichnissen mit vielen Grafik-, CAD- und Schnittdateien wäre interessant, zwischen einem lediglich im Benchmark messbaren und einem beim Arbeiten tatsächlich wahrnehmbaren Vorteil zu unterscheiden.
Ein weiterer Punkt ist die Mediennutzung. Da auf dem NAS ohnehin Fotos und Videos liegen, würde ich die Medienbereitstellung auf verschiedene Geräte im Heimnetz testen. Dabei interessiert mich, wie sich das TS-262A beim direkten Abspielen und gegebenenfalls beim Transcoding von Videomaterial verhält und wie stark Prozessor und Arbeitsspeicher dabei ausgelastet werden. Hierzu würde ich das NAS auch als Datenspeicher für Videoschnittdateien verwenden und schauen, wie gut die Übertragung bzw. Zwischenspeicherung funktioniert.
Neben Performance und Funktionen möchte ich auch die eher unspektakulären Dinge messen, die bei einem Gerät im 24/7-Betrieb langfristig wichtig werden: Stromverbrauch im Leerlauf, bei Festplattenzugriffen und im HDD-Standby, Temperaturen der beiden IronWolf-Festplatten sowie die Lautstärke beziehungsweise das Laufgeräusch des Systems. Gerade weil ein NAS bei mir dauerhaft läuft, sind ein paar Watt Unterschied auf Dauer durchaus relevant.
Am Ende möchte ich vor allem die Frage beantworten, wie groß der Schritt von einem alten einfachen 1-Bay-NAS zu einem aktuellen 2-Bay-System wie dem TS-262A tatsächlich ist. Was bringt RAID 1 im Fehlerfall wirklich? Wie unkompliziert funktioniert die Wiederherstellung? Wie viel schneller ist 2,5-GbE in realistischen Situationen? Wie gut lassen sich private Familienfotos und geschäftliche Projektdaten voneinander trennen und automatisiert sichern? Und welche der zusätzlichen Möglichkeiten braucht man als normaler Heimanwender beziehungsweise Betreiber eines kleinen Gewerbes tatsächlich?
Für mich wäre der Lesertest deshalb nicht nur die Gelegenheit, interessante Hardware auszuprobieren. Das QNAP könnte anschließend tatsächlich die Aufgabe übernehmen, für die ich aktuell ohnehin eine bessere Lösung suche: viele Jahre Familienfotos sowie meine zunehmend umfangreicheren Grafik-, CAD- und Schnittdateien zentral zu verwalten und zuverlässiger abzusichern. Die externe Festplatte könnte dabei von einer manuellen Hauptlösung zu dem werden, wofür sie sich eigentlich besser eignet: eine zusätzliche, getrennte Backup-Ebene.
Den Test würde ich ausführlich mit Messwerten, Screenshots und Fotos dokumentieren und dabei neben den Stärken natürlich auch Punkte ansprechen, die mir im Vergleich zu meinem bisherigen Synology-System weniger gut gefallen (falls mir hier etwas auffällt). Nach Veröffentlichung würde ich außerdem gerne auf Fragen und zusätzliche Testwünsche aus der Hardwareluxx-Community eingehen.
Ich würde mich sehr freuen, beim Lesertest dabei zu sein!
Viele Grüße
Aaron