Datenrettung von Optane-RAID - nur Optanespeicher wird erkannt

Tigerfox

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Meine Schwägerin hat mir ihren beruflich genutzten Laptop (vom Arbeitgeber finanziert, aber selbst gekauft und nicht von der Firma unterstützt), ein ASUS VivoBook 15 R565JA-EJ283T, vorbeigebracht, weil Windows nicht mehr startete und keine Reparaturoption anschlug.

Leider hat sich die Sitaution schon nach kurzer Zeit bei mir verschlimmert: Als ich den Laptop bekommen habe, war der Windows-Bootmanager zumindest noch vorhanden und man wurde automatisch zu den Reparaturoptionen befördert, nachdem ich die aber alle erfolglos durchprobiert hatte, scheint der Bootmanager verschwunden und es geht sofort ins UEFI.
Nur die üblichen Befehle in der Eingabeaufforderung konnte ich vorher nicht mehr ausprobieren. Da ich die nachgucken musste, habe ich erst die anderen Möglichkeiten versucht.

Ich habe dort festgestellt, dass das Gerät mit einer hybriden Optane-SSD ausgestattet ist, die 32GB Optane-Speicher und ein 512GB SSD auf einem M.2-Modul (Optane H10 HBRPEKNX0202A) in einem RAID-Modus laufen lassen.
Im BIOS werden mir nur die ~30GB vom Optane-Speicher angezeigt, allerdings als "offline", der Bootmanager, der dort anfangs aufgelistet wurde, gar nicht mehr. Ich konnte durch Hin- und Herschalten zwischen RAID-Modus und AHCI-Modus noch einmal in die Windows-Reparaturoptionen gelangen, nach dem nächsten Neustart aber nicht mehr und konnte das auch nicht reproduzieren.

Ich habe dann einen Notfall Stick mit der "Systemrescue CD 13.00" erstellt und drot GParted aufgerufen - das erkennt aber auch nur den Optane-Speicher, nicht das normale SSD. Das Gleiche mit einem Win11-Installations-Stick. Es wird zwar angeboten, eine Windows-Installation zu reparieren, es wird dann aber keine gefunden.

Wie komme ich nun also an die Daten, um sie zu sichern? Ich gehe mal stark davon aus, dass dies alles an dem merkwürdigen Optane-RAID-Modus liegt und ich nicht einfach die SSD in meinen Rechner einbauen kann, um darauf zuzugreifen.

Wenn es hilft, einen Optane-taugliches Mainboard mit Intel-Chipsatz zu haben, habe ich noch mein altes System mit i7-4790K auf Gigabyte GA-Z87X-UD3H im Keller. Dort habe ich allerding nur einen M.2-Slot per PCIe x4-Adapter und in dem steckt die WD Black SN750 mit den Systemdateien.

Ich bin da echt ziemlich überfragt.

Wenn es hilft, kann ich Fotos vom BIOS machen.
 
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Das ist kein RAID, sondern in Caching, die 32GB Optane auf der H10 cacht die 512GB SSD auf der gleichen Platine, die ja nun nicht mehr gefunden wird. Damit ist eine Datenrettung auch allenfalls noch im Labor möglich und Datensicherungen muss man immer machen, bevor es Probleme gibt, alles danach fällt unter Datenrettung! Dann kommt noch erschwerend hinzu, dass diese H10 nur in bestimmten M.2 Slots funktionieren, da es ja zwei SSDs mit jeweils eigenem Controller auf der Platine sind und jeder der beiden Controller wird mit 2 PCIe Lanes angebunden, der M.2 Slot muss also PCIe Lane Bifurcation unterstützen um beide SSDs ansprechen zu können. Dies können meinst nur Notebooks aus der Zeit als die H10 aktuell waren mit Intel CPUs. In anderen Slots dürfte man nur die normale QLC SSDs mit in diesem Fall dann 512GB sehen bzw. bei dieser eben nicht, weil sie offenbar defekt ist.

Das Caching erfolgt dann durch den Treiber, vermutlich mit Hilfe von Teilen die im BIOS stecken, nicht durch HW auf der Platine der SSD, aber dazu muss meines Wissens eben der RAID Modus aktiv sein. Die Windowsreparatur dürfte angeboten worden sein, weil vermutlich Teil die fürs Booten wichtig sind, eben in dem 32GB Cache der Optane stehen und erkannt wurden, der Rest steht dort aber nicht und deshalb konnte dann auch keine Reparatur gemacht werden. Im AHCI Modus gibt es den Cache nicht, daher wurde dort nicht einmal die Reparatur angeboten, weil eben gar nichts von einer Windows Installation gefunden wurde.

Hier kann allenfalls noch ein seriöses Datenrettungsunternehmen helfen, was dann aber Kosten in 4 stelliger Höhe verursachen wird und Vorsicht, es tummeln sich viele unseriöse Anbieter auf dem Markt die Preise aufrufen die zu gut scheinen um wahr zu sein, dann immer mehr verlangen weil dies und das und am Ende hat man mehr gezahlt und bekommt doch keine seiner Daten dafür zurück.
 
Danke für die ausführliche Antwort. Habe auch schon ziemlich aufgegeben, der Einbau in den eigenen Rechner erscheint mir auch aus o.g. Gründen wenig aussichtsreich. Es ist natürlich kein RAID im klassichen Sinne, aber Intel hat dem Ganzen einen Marketingnamen mit RAID verpasst, der so auch im BIOS steht.
Nachdem ich einige YT-Videos gesehen habe, scheinen die Optane SSD reihenweise gestorben zu sein. Hatte 3D-Xpoint eigentlich immer für gute Technik gehalten, die ihrer Zeit nur voraus war und daher zu wenig realen Nutzen hatte, aber nun hab ich den Eindruck, es war eine Zeitbombe.

Ich habe schon angefangen, meiner Schwägerin Datenverlust beizubringen. Natürlich werde ich in Zukunft eine Sicherung empfehlen, was ich von ihrer Arbeit kenne, gibt es dort jedoch auch niemanden, der für sowas zuständig wäre oder sich damit auskennt.
 
Es ist ja nicht der Teil mit dem 3D Xpoint gestorben, also die 32GB, sondern die normale 512GB QLC SSD. 3D XPoint war seiner Zeit voraus, für die KI wäre es mit seiner geringeren Latenz vielleicht interessant gewesen und bei den vielen Milliarden die da investiert werden, wäre der Preis wohl auch kaum ein Problem gewesen, aber Micron und Intel haben es wohl leider zu früh begraben. Dabei hatte Intel damals seine NAND und SSD Sparte verkauft, weil sie das Ende der Skalierbarkeit erkannt haben und damals davon ausgegangen sind, dass 3X DPoint besser als NAND skalierbar sein würde, also irgendwann sogar günstiger als NAND werden würde. Schade das wir nie sehen werden, ob sich dies bewahrheitet hätte, aber vielleicht hat Intel es auch aufgegeben, weil sie erkennen mussten, dass diese Annahme ein Irrtum war, wir werden dies wohl auch nie erfahren.
 
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