hardwareLUXX war wieder einmal großzügig und hat einen Lesertest ausberufen. Dieses Mal in Zusammenarbeit mit HUAWEI: Das Komplettpaket von HUAWEI MatePad 11.5 samt Smart Keyboard und M-Pencil 3 galt es auf den Prüfstand zu stellen. Nachdem FirstAid und doller12194 bereits einen Rundumschlag abgeliefert haben, gebe ich euch hier zusätzliche Einblicke, insbesondere mit Hinblick auf Displayqualität, Schreibgefühl und Direktvergleich zu einem e-Ink-Display. Auch knallharte Benchmarks brachten die GPU an die Leistungsgrenze, deren Resultate ich euch natürlich nicht vorenthalten werde.
Eckdaten und Ausstattung
Das Paket beinhaltet schon direkt einmal alles, was man sich so von einem Tablet wünschen kann: Hülle, Ständer, Tastatur, Stift und ein ordentliches, vielseitig einsetzbares Ladegerät (66W USB-C und USB-A). Oh, und sogar ein Mikrofastertuch wird mitgeliefert:
Ins Innenleben des Vollmetall-Unibody-Designs kann ich natürlich nicht blicken, doch Folgendes ist darin verbaut:
| Display | 2456 × 1600 Pixel, 256 PP 100 % sRGB 120 Hz (die ich jedoch nicht erreichen konnte) |
| CPU | 8-Kerne-ARMv8-CPU, 12 Threads |
| GPU | Hisilicone Maleoon 920C |
| Arbeitsspeicher | 8 GB |
| Speicherplatz | 128 GB/256 GB (meine Variante) |
| rückseitige Kamera | 13 MP f/1,8 4160 × 3120 Pixel |
| vorderseitige Kamera | 8 MP f/2,0 3264 × 2448 Pixel |
| Batterie | 10,1 Ah |

Smart Keyboard

Der Name hat mich direkt neugierig gemacht: Welche smarten Funktionen wird es wohl bieten? Kann es mit meinem Kühlschrank telefonieren? Solche und ähnliche Fragen stellten sich mir. Ich war dann zunächst etwas enttäuscht, als ich feststellte, dass gar keine smarten Funktionen darin versteckt sind. Dumm ist das Keyboard deswegen noch lange nicht. Nein, richtig clever ist das Design! Die Tastatur ist superflach und bietet 1,5 mm Tastenhub. Sie ist so designt, dass sie zum einen als Teil der Schutzhülle fungiert, die man über den Bildschirm klappen kann. Dabei liegen keine Tasten auf und drücken ins Display. Das Display geht übrigens aus und das OS sperrt sich, wenn man das Tablet zuklappt. Auch sehr komfortabel. Zum anderen, kann man die Tastatur aber auch wegklappen und das Tablet flach auf den Tisch legen. Dann liegt das Gewicht des Tablets auf den Rändern der Tastatur auf. Man muss sich also keine Sorgen machen, zu stark zu drücken und die Tasten zu beschädigen. Dann kann man das Tablet aber auch im "Laptopmodus" verwenden. Dann dient die Tastatur als Teil der Stütze für das Tablet und man hat einen komfortablen Winkel zum Bildschirm und kann frei tippen. Braucht man etwas mehr Abstand, kann man die Tastatur einfach ausklinken und via Bluetooth bleibt die Verbindung bestehen. Geladen wird die Tastatur aber nur im verbundenen Modus.
Da haben sich die Produktdesigner richtig was gedacht. Smart!M-Pencil 3

Der Stift bietet 10 000 Druckstufen und wird magnetisch am Rand des Tablets befestigt und dort auch direkt geladen. Der liegt mir zumindest auch gut in der Hand, ist nicht zu groß, nicht zu lang, nicht zu schwer und auch das Gewicht ist zum Schreiben angenehm verteilt. Eine solide Lösung, aus meiner Sicht.
Der Stift kommt direkt noch mit einer Ersatzspitze. Weshalb diese weiß ist und die bereits aufgesetzte durchsichtig, ergründet sich mir nicht. Und ausgerechnet die HUAWEI-Seite zu den Ersatzspitzen lässt mich nicht rein.
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Verpackung
Hier kann ich HUAWEI wohl wirklich mal eine Lanze brechen. Die Verpackung ist echt "reduced to the max". Gerade genug Pappe, dass nichts beim Transport verrutscht, aber nicht tonnenweise unnötiges Plastik. Das ist mir durchaus sympathisch.Einrichtung
Hat man den Gerät erst einmal ausgepackt, gilt es zunächst, einen Benutzeraccount anzulegen. Ich finde dies immer einigermaßen unnötig. Nicht einen lokalen Account, sondern natürlich einen Online-Account. Dabei darf man dann noch nicht einmal einen E-Mail-Alias wie 2Stoned+HUAWEI@hardwareluxx.de verwenden, sondern muss auf den +-Zusatz verzichten. Möchte man nicht getrackt und gezielt beworben werden, gilt es etliche Vorauswahlen bei der Einrichtung auszuschalten. Lange dauert dies nicht. In unter 5 Minuten ist man einsatzbereit. Dies gilt übrigens auch dann, wenn man einen zweiten Benutzeraccount auf dem gleichen Gerät anlegt. Das ist super, wenn man sich das Tablet in der Familie teilt. Jeder kann seine eigenen Einstellungen und Vorlieben festlegen, sich mit seinen eigenen Accounts einloggen und seine eigenen Apps installieren. Jedoch kann jeder Benutzer auf alle anderen Benutzer zugreifen, wenn man das nicht einschränkt. Auch gelten Updates für alle – Apps inklusive. Es haben immer alle die gleiche App-Version installiert. Die 256 GB sind ja großzügig, aber mehrere Versionen vorzuhalten und mehrmals Updates herunterzuladen, wäre wohl auch etwas verschwenderisch.Dass die Einrichtung des zweiten Benutzers super einfach ist, möchte ich nochmals ausdrücklich betonen. Zu Zeiten der ersten Tablets und Phablets, mit Android Honeycomb, war das ein Desaster. Jetzt geht das zackig und reibungslos.

Appstore
Obwohl es ein Android (12) System ist, ist Google Play nicht vorinstalliert. Dafür aber die AppGallery. Auch wird mir schon auf der Außenhülle ans Herz gelegt, den Aurora Store herunterzuladen:
. Das habe ich dann auch direkt mal versucht, bin dann aber daran gescheitert, dass der Store in meinem Land nicht verfügbar sei. Dem bin ich unterdessen noch nicht nachgegangen, denn die AppGallery sucht bei mehreren Drittanbietern nach Apps. Besonders umfangreich scheint die GBox zu sein. Über diese habe ich mir dann auch zum Testen mal den Google PlayStore installiert. Das funktioniert. F-Droid läuft auch, so geht es ganz mit FOSS und ohne Google. Stichwort: deGoogle. Auf Deutsch müsste das wohl EntGooglen heissen. Oder vielleicht UnGooglen? Schreibt in den Kommentaren, was ihr bevorzugt!Technische Tests
Display
Ein Tablet ist ja eigentlich vor allem eines: ein großes Touchdisplay zum Bedienen und Betappen. Hierbei liegt bei meinem Test auch das Hauptaugenmerk.Zum Quervergleich habe ich mir die MicTest-Monitor-Tests und die Tests von Eizo angesehen. Messequipment hatte ich jedoch keines, also musste ich mich auf meine Augen verlassen.
Mir sind dabei keine toten oder fälschlicherweise immer aktive Pixel oder Subpixel aufgefallen.
Auch geometrische Verzerrungen konnte ich keine feststellen. Gitter sehen gerade aus.
Zwei Punkte sehe ich jedoch kritisch. Zum einen sind da die Gradienten. Statt eines feinen Helligkeitsgradienten gibt es klar erkennbare Stufen beim Übergang zum mittleren Grau.
Zum anderen ist da die Helligkeitsverteilung im Allgemeinen:
Insbesondere die Ecke unten links fällt auffällig in der Helligkeit ab. Dies fällt auch beim Lesen auf, wenn man schwarz-weißen Text vor sich hat.
Dass die Schrift hier unscharf wirkt, ist der Kamera und der Belichtungszeit geschuldet. Schrift ist eigentlich einwandfrei und klar zu lesen.
Auch hier scheinen mir die Ecken in der Helligkeit abzufallen. Dies konnte vielleicht auch an der relativ starken Winkelabhängigkeit des Displays liegen. Im Folgenden mal im Vergleich zu einem e-Ink Display.


Die Situation ist natürlich unfair. Extrem flache Winkel und das Ganze bei strahlendem Sonnenschein in der prallen Sonne. Da kann das e-Ink natürlich glänzen. Aber es verdeutlicht die starke Blickwinkelabhängigkeit, die dann zusammen mit der nicht uniformen Ausleuchtung die Ecken stark abgedunkelt erscheinen lässt. Aber wer liest schon im 90º-Winkel?

Der Gamma-Wert liegt übrigens bei rund 1,2, was doch auffällig niedrig ist (normal sind 2,2). Das dürfte das Bild insgesamt eigentlich aufhellen, insbesondere Schatten sollten angehoben sein, und man weicht hier von der sRGB-Kurve ab.
Bildwiederholraten
HUAWEI verbaut nach eigenen Aussagen ein 120 Hz. In den Einstellungen kann man das noch künstlich begrenzen, um beispielsweise Akku zu sparen.
Ich bin ja von Natur aus ein kritischer Mensch. Ich wollte natürlich wissen, wie das Display denn so hin und her schaltet mit der Rate. Dafür habe ich in den Entwicklereinstellungen aktiviert, dass mir die Frequenz stets angezeigt wird. Dabei ist mir aufgefallen, dass die Basisrate immer 60 Hz beträgt. Bedient man das Tablet, indem man den Bildschirm in berührt, springt die Rate auf 90 Hz hoch. Ist man stetig am Eingaben machen, bleibt die Rate auch auf 90 Hz. Lässt man dann die Finger vom Tablet, bleibt die Rate noch für wenige Sekunden bei 90 Hz und fällt dann wieder auf 60 zurück. 120 Hz konnte ich bei keinem meiner Tests erreichen. Nicht bei den Monitortests (hierbei habe ich übrigens auch das TestUFO bemüht), nicht beim Videoschauen, bei keinem Spiel, das ich ausprobiert hatte, und auch bei keinem Benchmark. Registriert das Gerät Touch, schnellt die Rate auf 90 Hz hoch, geht aber nie auf 120. Gibt es keine Toucheingaben, fällt die Bildwiederholrate auf 60 Hz zurück. Dies übrigens auch während der Benchmarks (die aber auch keine 90 FPS erreichten). Ich habe noch ein paar fadenscheinige Tools getestet, die versprechen, die höhere Rate in die Props und Systemkonfiguration zu schreiben, das hat aber keine Früchte getragen. Auch das Tool Screen Refresh Rate, bei dem zumindest keine Touch-Eingabe notwendig ist, um die Rate bei 90 Hz zu lassen, meldet ein Maximum von 90 Hz. Nicht 120 Hz. Falls jemand noch eine Idee hat, wie ich den Gerät doch noch auf 120 Hz boosten kann: Lass hören!

Benchmarks
| Test | FPS | Wert | Besser als x % der getesteten Geräte weltweit |
|---|---|---|---|
| 3DMark Slingshot Unlimited (OpenGL ES 3.0) | 16 – 85 | 7409 | 78 |
| 3DMark Slingshot Extreme (OpenGL ES 3.1) | 11 – 85 | 5355 | 75 |
| Wild Life (Vulkan) | 18,99 Ø | 3170 | 35 |
| Wild Life Extreme (Vulkan) | 5,07 Ø | 846 | 11 |
| Steel Nomad Light (Vulkan) | 1,69 Ø | 228 | 2 |
| Geekbench 6 GPU | 176,6 (Particle Physics) | 2304 | Unterhalb Samsung Galaxy A54 |
| Geekbench 6 CPU Single Core | — | 1334 | Vergleichbar mit Xiaomi Poco F5 |
| Geekbench 6 CPU Multi Core | — | 3660 | Vergleichbar mit Xiaomi Poco F5 |
Die meisten Apps werden aber wohl ohnehin auf OpenGL setzen. Da kann man sich dann daran erfreuen, im oberen Drittel mitzuspielen. Dem Spielspaß steht also nichts im Wege!
Alltagseindruck
Display
So, auf einer rein technischen Seite muss ich festhalten, dass Graustufen, Helligkeitsverteilung und Gammawerte nicht optimal sind und auch die versprochenen 120 Hz werden nicht erreicht. Für den Alltagsgebrauch stellt dies aber beides kein Hindernis dar. Die etwas dunklere Ecke ist zwar wahrnehmbar, stört mich aber nicht groß. Spielt man ein Spiel oder schaut ein Video, ändert sich der Inhalt ja ohnehin laufend, ist farbig und bunt, und 120 FPS konnte ich auch nicht erreichen. Beim Lesen fällt die Helligkeitsverteilung noch eher auf, aber auch da verbringt der Fokus ja nicht viel Zeit unten in der Ecke. Für den Alltagseinsatz ist das Display zumindest für mich absolut tauglich. Es ist hell genug, um es bei Sonnenschein zu benutzen. Schrift ist für mich ausreichend scharf dargestellt. Für kleine Spiele zwischendrin reicht es allemal. Für den professionellen Einsatz, wo es um Farbechtheit geht, muss man abwägen, was man genau kreieren will: Ein schnelles Mock-up oder einen Entwurf, der dann später erst am kalibrierten Bildschirm umgesetzt wird, oder soll schon das finale Produkt am Tablet entstehen?Tastatur und Tippgefühl
Kurzer Tastenhub scheint in der Mode zu sein, und das SmartKeyboard reiht sich ein mit Gerätschaften, die das Zehnfache kosten. Steuerung, Alt und Funktionstaste sind allesamt da; man muss also nicht auf gängige Tastenkombinationen verzichten. Die Tastatur ist leicht und, wie ich oben schon beschrieben habe, echt clever designt. Für längere Schreibarbeiten wäre es jedoch nicht meine Wahl, da mir die Tasten zu klein sind und zu eng beieinanderstehen. Das kann natürlich auch einfach Gewöhnungssache sein, und mit einer mechanischen Full-Form Realforce-Tastatur, die ziemlich genau anderthalbmal so lang ist wie das Tablet, auch die falsche Zielgruppe.Stift und Schreibgefühl
Die richtige Zielgruppe bin ich hingegen, wenn es darum geht, sich handschriftliche Notizen zu machen. Hierfür nutze ich schon seit vielen Jahren ein reMarkable 2 (war bei den Kickstarter Vorbestellern dabei). Dieses ist, wenn die Spitze des Stifts langsam etwas abgenutzt ist (*hust*) doch recht rau, und hat einen großen Reibungswiderstand, mittlerweile eher wie grobes Papier. Das HUAWEI MatePad mit PaperMatte Display ist da diametral auf der anderen Seite angegliedert. Man spürt, dass man auf Glas schreibt. Die "Feder" gleitet samt und flüssig über die Oberfläche, reagiert auf Druck und Widerstand und entfaltet Kreativität und Freude am Malen, Zeichnen und Schreiben. Mit Spass springe ich zwischen Farben hin und her, ändere den Stifttyp, mache Randnotizen in PDFs oder ergänze meine To-Do-Liste um einen weiteren Punkt, streiche einen erledigten Punkt mit einer geraden Linie durch, oder hebe etwas mit einem geradlinigen Kasten darum hervor. Im Vergleich zum reMarkable 2 Pro Stift, nimmt der M-Pencil 3 etwas mehr Druck entgegen, wenn man wahrnehmbare Unterschiede haben will, zumindest just in dem Druckbereich, mit welchem ich typischerweise schreibe. Dafür bietet das MatePad die Möglichkeit, in Farbe und bunt zu malen und zu schreiben. Das ist natürlich toll.Nur damit kein falscher Eindruck entsteht: Das Gedicht ist von Hermann Hesse, nicht von mir.

Besonders schön finde ich, wie sich die Farben miteinander mischen lassen. Der darunterliegende Layer wird beachtet und es wird ihm erlaubt, durchzuschimmern. Auch gibt es ein großes Sortiment an Pinseln, das sich auch noch erweitern lässt, indem man weitere Pinsel hochlädt oder händisch definiert.
TL;DR & Abschließende Worte
Das HUAWEI MatePad 11.5 ist ein handliches, fixes Tablet mit cleverer, abnehmbarer Tastatur, die gleichzeitig als Hülle dient, einem druckempfindlichen Stift und einem hellen, jedoch nicht wie versprochen 120 Hz (aber 90 Hz) schnellem Display, welches etwas mit der Helligkeitsverteilung und Farbverläufen zu kämpfen hat, aber keine toten Pixel aufweist. Rundum macht das Gerät Spaß im Alltag, lässt sich leicht mitnehmen und hält akkumäßig lange durch. Dank 256 GB Speicherplatz kann der Gerät auch mit zwei Benutzerkonten betrieben werden, ohne dass man sich allzu schnell in die Quere kommt. Dank HarmonyOS muss man nichts missen, was man von Android erwarten würde, wird aber hin und wieder durch eine clevere Ergänzung überrascht. (Anklopfen zum Screenshot? Hallooo? Wie praktisch ist das denn!)Disclaimer: Ich habe das HUAWEI MatePad 11.5 samt Ladegerät, M-Pencil 3 und SmartKeyboard von HUAWEI für den hardwareLUXX Lesertest kostenlos zur Verfügung gestellt bekommen und darf das Tablet behalten. Weder HUAWEI noch hardwareLUXX haben diesen Bericht vor Veröffentlichung gesehen, redigiert, zensiert oder auf mich anderweitig Einfluss genommen. Die Eindrücke sind allesamt meine eigenen. Dieser Text wurde nicht mit KI geschrieben, bewertet, oder gegengelesen. Wer Tippfehler oder Ähnliches findet, darf sie gerne mit mir teilen.