Recht auf Reparatur: Kritik kommt von allen Seiten

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Die geplante Umsetzung der EU-Richtlinie zum Recht auf Reparatur in deutsches Recht stößt zunehmend auf Kritik aus den unterschiedlichsten Richtungen. Mitte Januar hat Bundesjustizministerin Stefanie Hubig einen Referentenentwurf vorgelegt, der Hersteller verpflichten soll, Produkte während ihrer üblichen Lebensdauer instandsetzen zu müssen und Ersatzteile zu fairen Preisen bereitzustellen. Die Bundesregierung plant, die europäischen Vorgaben bis spätestens 31. Juli 2026 in nationales Recht zu überführen.
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Der VZBV schlägt deshalb einen bundesweiten Reparaturbonus vor, der von den Herstellern getragen werden soll.

Na, das nenne ich Kompromissbereitschaft. Damit komme man voll durch. Viel Glück auf den Weg des Scheiterns.

Gerade bei langlebigen Geräten mit komplexer Elektronik, leistungsfähigen Prozessoren

Ja, gerade hierfür erfordere es keine zusätzlichen Gewährleisutngszeiträume, denn die heutige Brechstangen-Produktion erfüllt alle Bedingungen an die Ektropie. Ich wette mit jeden von euch da draußen, der seinen Intel Core i9/ i7 bzw. Intel Core Ultra 9/ Ultra 9 ungedrosselt betreibt, ihn sogar "saufen lässt", das Ding lebt keine 5 Jahre lang.
 
Manchmal ist kein Bild besser als so ein KI generiertes Bild, was etwas darstellt, was es gar nicht gibt... aber das ist natürlich nur meine Meinung.

Danke für ein passendes Bild.
 
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Zusätzlich fordern Verbraucherschützer eine Verlängerung der gesetzlichen Gewährleistung. Statt der aktuell üblichen zwei Jahre soll sich diese stärker an der realistischen technischen Lebensdauer eines Produkts orientieren.
Für den Anfang wäre es schon mal hilfreich, wenn wir diese 2 Jahre überhaupt hätten. Es steht zwar überall drauf, aber ab dem 7. Monat greift hier eine "Beweislastumkehr". Ab da muß der Kunde nämlich beweisen,daß der Mangel schon zum Zeitpunkt des Kaufes vorlag. Und das ist in den meisten Fällen unmöglich. Manche regeln das dann über Kulanz aber einen Rechtsanspruch im Sinne einer echten Gewährleistung hat man nach den 6 Monaten nicht mehr.
 
Manchmal ist kein Bild besser als so ein KI generiertes Bild, was etwas darstellt, was es gar nicht...

Das wissen die beim ZDF so oder so schon.
Beitrag automatisch zusammengeführt:

ab dem 7. Monat greift hier eine "Beweislastumkehr". Ab da muß der Kunde nämlich beweisen,daß der Mangel schon zum Zeitpunkt des Kaufes vorlag.

Nach sehr langen sechs Monaten sollte ein Konsument schon erkannt haben, ob ein Mangel vorliegt, für den er nicht in die Verantwortung gezogen werden sollte, und ihn gemeldet haben.
Es tut mir leid, aber gerade auf der Konsumentenseite liegt sehr viel Betrug vor. Und nach sechs Monaten... Wen glaube man da - den Kunden, der seine CPU mutmaßlich overvoltet hatte?
 
Zuletzt bearbeitet:
Für den Anfang wäre es schon mal hilfreich, wenn wir diese 2 Jahre überhaupt hätten. Es steht zwar überall drauf, aber ab dem 7. Monat greift hier eine "Beweislastumkehr". Ab da muß der Kunde nämlich beweisen,daß der Mangel schon zum Zeitpunkt des Kaufes vorlag. Und das ist in den meisten Fällen unmöglich. Manche regeln das dann über Kulanz aber einen Rechtsanspruch im Sinne einer echten Gewährleistung hat man nach den 6 Monaten nicht mehr.
Seit einigen Jahren (glaube 2022) sind es 12 Monate und dann greift die Beweislastumkehr
 
Wenn ich mir ansehe, welche Blüten diese Ankündigung in der Industrie bereits treibt, geht hier bald komplett das Licht aus...

Wir haben das mal für ein kleines Stück Technik von uns grob durchgerechnet:

Herstellkosten Produkt: 150,-€
Reparatur: Bauteiltausch: (je nach Bauteil, öffnen von IP68 geschützen Gehäusen, entfernen von Dicht/Vergussmasse, Fehlersuche & -Behebung) 1500,- ... 3500,-

Die "übliche Betriebsdauer" wird in dem Bereich mit ca. 15 Jahren angegeben.

Danke liebe EU!


Wirtschaftlich lässt sich bei unseren Produkten keine Reparatur abbilden, weder in DE, der EU noch in China/Indien.

Wir schaffen ja noch nicht einmal Kunststoff-Recycling in DE, obwohl der Müll in DE getrennt wird und in gelben Säcken abgeholt wird. Landet dann entweder im Kraftwerk zur Verbrennung oder in Indien im Hinterhof....

Würde ein Hund solche Ideen hervorbringen, würde man ihn wohl einschläfern.
 
Nach sehr langen sechs Monaten sollte ein Konsument schon erkannt haben, ob ein Mangel vorliegt, für den er nicht in die Verantwortung gezogen werden sollte, und ihn gemeldet haben.
Wenn bei einem Spaten die Schraube im Stiel fehlt, ok. Aber wenn mein 1000-Euro-Smartphone nach 8 Monaten einfach nicht mehr geht - wie soll ich da beweisen, daß ein Herstellungsfehler vorliegt? Gewährleistung heißt für mich, daß der Hersteller/Händler mir eine Gewähr für das Funktionieren gibt. Und zwar über die vollen zwei Jahre, die er verspricht. Und nicht nur für 6 Monate.

Bevor das gesetzlich eingeführt wurde, gab es ja noch die 6 Monate Gewährleistung und alles darüber mußten die Hersteller mit einer Herstellergarantie abdecken, die sie dann auch als Werbung für ihre Produkte benutzten. Mit Einführung der neuen Regel "2 Jahre Gewährleistung" bei Beweislastumkehr nach 6 Monaten haben viele Hersteller das aber nicht mehr gemacht. Für die "Verbraucher" wurde damit also mal wieder vieles schlechter.
Beitrag automatisch zusammengeführt:

Seit einigen Jahren (glaube 2022) sind es 12 Monate und dann greift die Beweislastumkehr
Danke für den Hinweis!
Das wußte ich noch nicht.
 
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Nach sehr langen sechs Monaten sollte ein Konsument schon erkannt haben, ob ein Mangel vorliegt, für den er nicht in die Verantwortung gezogen werden sollte, und ihn gemeldet haben.

Das echte Leben ist halt deutlich komplizierter.

Aktuelles Beispiel bei mir: vor ca. 1 Jahr habe ich ein neues Netzteil von Corsair gekauft und eingebaut (RM1000x), das eine RTX 4090 von Asus befeuert. Das zugehörige (neue!) 12VHPR-Kabel habe ich seitdem vielleicht 5 oder 6 mal aus.-und wieder eingesteckt. Irgendwann vor ein paar Monaten wurde während des Betriebs auf einmal der Bildschirm schwarz und die Lüfter der Grafikkarte gingen auf 100%. Das passierte seitdem dann immer wieder mal, und - wie das so ist - immer häufiger.

Wenn derweil ein Spiel lief, konnte ich weiter den Ton hören.
Nach Aus- und wieder Einschalten lief der PC dann wieder.

Ich entschied mich, das erst mal zu beobachten.
Denn: was genau ist überhaupt die Ursache?
- Die Grafikkarte, gebraucht gekauft, bei der ich selbst die Wärmeleitpaste erneuert habe?
- Das Netzteil?
- Das 12VHPR-Kabel des Netzteils?
- Das Mainboard?
- Die Nvidia-Treiber?
- Windows 11?

Mit der Zeit häuften sich die Ausfälle, zuletzt trat es einfach sicher täglich auf.

Ich hatte den PC dann mal wieder auf, weil ich eine neue SSD eingebaut habe. Als der PC dann offen lief, bin ich an eine Leitung des 12VHPR-Kabels gestossen, und sofort wurde der Schirm schwarz, und die Lüfter drehten hoch. Ich habe mir dann ein neues 12VHPR-Kabel von Bequiet gekauft (mit gewinkeltem Stecker, um Zug auf den Leitungen zu minimieren), und seitdem das eingebaut ist, ist Ruhe.

Keine Frage: Beschiss scheint eine Sportart geworden zu sein. Manch einer protzt ja damit, dass er immer an die SB-Kasse geht, und seitdem nie mehr für Milch oder was auch immer bezahlt hat. Aber bei komplexen Produkten gibt es oft eine lange Zeitspanne in der Zwischenwelt zwischen "funktioniert" und "funktioniert nicht", bei der weder der genaue Zustand noch die Ursache greifbar sind, und irgendjemandem gemeldet werden könnten.
 
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