Kurz gesagt:
Die DRAM-Preise stagnieren bzw. steigen aktuell nicht wegen schwacher Nachfrage, sondern im Gegenteil wegen
struktureller Verschiebungen im Markt. Der klassische PC-/Consumer-RAM ist heute nur noch ein Nebenschauplatz im Vergleich zu KI-Rechenzentren.
Hauptgründe für die aktuelle Preisentwicklung
1) KI-Boom verdrängt klassische DRAM-Produktion
Der größte Treiber ist die massive Nachfrage nach Speicher für KI-Server. Hersteller priorisieren hochmargige Produkte wie HBM und Server-DRAM.
- Große Hersteller (Samsung, SK Hynix, Micron) konzentrieren sich auf KI-Kunden, wodurch weniger Kapazität für Consumer-RAM bleibt. (Tom's Guide)
- Diese drei kontrollieren rund 95 % der weltweiten DRAM-Produktion. (Tom's Guide)
- KI-Rechenzentren sorgen für einen strukturellen Nachfrageüberhang gegenüber dem Angebot. (Industrial Personal Computer 2U GmbH)
2) Umstellung auf DDR5 und Produktionsverschiebungen
- Hersteller verlagern Fertigung von älteren Standards (DDR4) auf DDR5 und vor allem HBM. (Industrial Personal Computer 2U GmbH)
- Dadurch entsteht ein Angebotsengpass bei klassischen DIMMs.
- Beispiel: DDR4-32-GB-Kits stiegen von ca. 60–90 $ im Oktober 2025 auf 150–180 $ Anfang 2026. (Tom's Hardware)
3) Strukturelle Angebotsknappheit statt kurzfristiger Störung
Stagnation bei einzelnen DIMMs – warum?
Wenn du speziell auf Consumer-DIMMs schaust, kann es lokal wie „Stagnation“ wirken. Das liegt daran:
- Retail-Preise reagieren verzögert auf Kontraktpreise.
- Händler haben teilweise noch Lagerbestände aus billigeren Chargen.
- Nachfrage im PC-Segment ist schwächer als im Server-/KI-Segment.
Gleichzeitig zeigen Marktanalysen, dass selbst dort die Preise bereits stark gestiegen sind und weiter steigen könnten. (
theregister.com)
Werden DIMMs bald wieder teurer?
Kurzfristig (2026)
Die meisten Prognosen zeigen
weiter steigende oder mindestens hohe Preise:
- DRAM-Preise könnten im Jahr 2026 im Schnitt um bis zu ~88 % steigen. (Golem.de)
- Teilweise werden noch einmal 40–60 % zusätzliche Steigerungen im Jahresverlauf erwartet. (Braemac Pty Ltd)
- Einige Hersteller warnen sogar vor erneuten Verdopplungen einzelner DDR5-Preise im Verlauf von 2026. (PC Games Hardware)
Mittelfristig (2027+)
- Engpässe könnten laut Analysten bis 2027–2028 anhalten. (Marktbeobachter)
- Erst neue Fabriken und mehr Kapazität könnten die Preise wieder drücken. (CSL Computer)
Fazit
Warum stagnieren die Preise?
- Nicht wegen schwacher Nachfrage, sondern wegen Marktverwerfungen: KI-Boom, Produktionsverschiebung, knappe Kapazitäten.
Werden DIMMs teurer?
- Kurzfristig: sehr wahrscheinlich ja (2026 weiter Aufwärtstrend oder hohe Preise).
- Entspannung: frühestens 2027+, wenn neue Fertigungen anlaufen.