Nach Nokia-Patenturteil: Acer und ASUS stoppen PC- und Notebook-Verkauf in Deutschland

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Acer und ASUS dürfen in Deutschland vorerst keine PCs und Notebooks mehr verkaufen. Auslöser ist ein Urteil des Landgerichts München I in einem Patentstreit mit Nokia rund um den H.265-/HEVC-Videostandard. Die siebte Zivilkammer kam zu dem Schluss, dass beide Hersteller standardessentielle Video-Patente von Nokia verletzen und nicht bereit seien, diese zu fairen, FRAND-konformen Bedingungen zu lizenzieren. In der Folge erließ das Gericht Unterlassungsverfügungen, die es beiden Herstellern untersagen, entsprechende Geräte in Deutschland anzubieten, in den Verkehr zu bringen, zu gebrauchen oder zu diesen Zwecken einzuführen oder zu besitzen. Praktisch trifft das einen Großteil der aktuellen PC- und Notebook-Modelle, weil HEVC tief in den Hardware- und Software-Stacks moderner Systeme verankert ist.
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Der Videocodec betrifft doch dann auch Grafikkarten! Deren Verkaufstop sollte dann auch noch erfolgen. Vielleicht hat das Gericht dies nicht erwähnt, aber es sollte eintreten.
 
Was ich nicht verstehe: Der Codec ist doch in die Hardware implementiert. Wenn man diese Hardware dann in Fertigprodukte einbaut, wieso werden dann zusätzliche Lizenzgebühren fällig? Die können doch schlecht Notebooks ohne CPU (mit iGPU) verkaufen?
Zumal der Standard doch allgemein Verbreitung hat? Nicht nur im Internet, DVB-T2 sendet bspw. in H.265 und somit hat jeder Fernseher die Technik in Hardware implementiert! Und ohne die gehts nicht, da der Codec so aufwendig ist, daß jede Softwarelösung hier an Grenzen kommt.

Wir kommen immer wieder an den Punkt, wo Gier den Fortschritt bremst oder abschafft. Daß sich Firewire einst nicht durchgesetzt hat, und wir uns jahrelang mit den Problemen des ersatzweise aufgebohrten USB-2.0 rumplagen mußten, hatte ja auch hauptsächlich damit zu tun, daß ein gewisser Steve Jobs plötzlich einen Dollar Lizenzgebühren je verbauter Buchse verlangte, obwohl Apple den Standard nicht mal allein entwickelt hatte.
 
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@ Rudi, das war auch mein erster Gedanke. Ich bin davon ausgegangen, daß eigentlich die Chiphersteller, also Intel, AMD, Nvidia die Lizenzgebühren bereits bezahlen. Daß nun die Produzenten wie Asus das zu begleichen haben, überrascht mich ebenfalls.
 
Ist doch bei anderen Komponenten nicht anders, siehe HDMI. Da fallen die Lizenzgebühren auch erst beim Endprodukt an.
 
Jedenfalls ist der gesamte Supportbereich von ASUS seid gestern nicht erreichbar - ob das damit zusammenhängt ist die Frage.
 
Bei Grafikkarten war das mit HEVC/H.265 im Browser unter Linux auch so eine Sache.
Im Endeffekt wurde das dann umgesetzt da die Hersteller der GPU ja "bestimmt alles geklärt haben".
Wobei Firefox das am 1. April 2025 umsetzte und ich mich erst fragte ob das ein sehr schlechter Scherz sein soll. Es kam aber wirklich.
Mächtiger Graubereich meiner Meinung nach.

Acer und ASUS löten das aber auf ihre eigene Hardware, womit dann wieder gesagt werden kann "ihr müsst aber auch" - zumindest wenn der Hersteller der Chips das nicht eindeutig erledigt hat.
 
@ Rudi, das war auch mein erster Gedanke. Ich bin davon ausgegangen, daß eigentlich die Chiphersteller, also Intel, AMD, Nvidia die Lizenzgebühren bereits bezahlen. Daß nun die Produzenten wie Asus das zu begleichen haben, überrascht mich ebenfalls.
Nicht nur die Chips! Die Treiber, die die Funktionalität der Codecs herstellen, stammen ja auch von Intel, AMD und Nvidia.
 
Nicht nur die Chips! Die Treiber, die die Funktionalität der Codecs herstellen, stammen ja auch von Intel, AMD und Nvidia.
Wie gesagt, unterscheidet sich jetzt nicht wirklich von anderen lizenzpflichtigen Komponenten, siehe beispielsweise HDMI. Ich würde an der Stelle davon ausgehen dass die Lizenzgebühren halt erst beim Verkauf an den Endverbraucher anfallen und nicht einzeln in jedem Schritt der Produktionskette.
 
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Siehe dazu CB News von November. Wird wohl der gleiche Grund sein.

Ich gehe davon aus, dass das lediglich dem Wechsel zu AV1 oder VP9 oder den Verbleib bei h264 beschleunigen wird. Man merkt ja schon, dass die Hersteller nicht bereit sind h265/HEVC zu lizenzieren…

 
Ah, deswegen dürftet Ihr das Notebook noch verlosen(y):giggle:


Danke für den sehr ausführlichen Artikel, immer wieder interessant, die Stolpersteine der Wirtschaft kennenzulernen.
 
Die Chiphersteller zahlen nicht die Lizenzgebühren, weil die Lizenzgebühren pro Gerät erhoben werden und nicht pro Chip.

Das sich Hersteller so anstellen, verstehe ich nicht.
Die Lizenzgebühren sind lächerlich gering.
Die betragen zwischen 0,25 und 1 USD pro Gerät.
Warum schlagen die Hersteller diese max. 1 USD nicht einfach auf den Gerätepreis drauf?
Selbst bei einem Billiggerät, das im Laden 300,- € kostet, gehen diese max. 1 USD im Rauschen unter, die merkt der Käufer gar nicht.
 
Siehe dazu CB News von November. Wird wohl der gleiche Grund sein.

Ich gehe davon aus, dass das lediglich dem Wechsel zu AV1 oder VP9 oder den Verbleib bei h264 beschleunigen wird. Man merkt ja schon, dass die Hersteller nicht bereit sind h265/HEVC zu lizenzieren…

Na, herzlichen Glückwunsch!

H.265 in Software auf den Notebook zu dekodieren... daran ist mein Kollege mit seinem Schleppi gescheitert. Der ist zwar schon ein wenig älter, und hatte nie H.265 in Hardware an Bord, aber das Problem bleibt ja auch bei aktueller Hardware. Am Ende geht der 2k-Filkm vielleicht, aber kurz bevor die Frage geklärt wird, wer denn der Mörder ist, ist der Akku alle.

Eine vorhandene Standard-(!!)-Technologie zu deaktivieren., weil es Lizenzstreit gibt, ist sowas von....
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Die Chiphersteller zahlen nicht die Lizenzgebühren, weil die Lizenzgebühren pro Gerät erhoben werden und nicht pro Chip.

Das sich Hersteller so anstellen, verstehe ich nicht.
Die Lizenzgebühren sind lächerlich gering.
Die betragen zwischen 0,25 und 1 USD pro Gerät.
Warum schlagen die Hersteller diese max. 1 USD nicht einfach auf den Gerätepreis drauf?
Selbst bei einem Billiggerät, das im Laden 300,- € kostet, gehen diese max. 1 USD im Rauschen unter, die merkt der Käufer gar nicht.
Da geht es wohl ums Prinzip, und wir wissen auch nicht, was da im Vorfeld gelaufen ist. Aber fakt ist: Die tragen das jetzt auf dem Rücken der Kunden aus, die eine vorhandene Funktion nicht mal "nachkaufen" können.
 
Einfach keine PCs und Notebooks von den Herstellern kaufen, die sich weigern, die Lizenzgebühren zu zahlen.
Auch wenn da die Hardwarefunktion in Deutschland abgeschaltet ist.
Auch nicht aufs Ausland ausweichen, denn das trifft dann die Hersteller nicht.
 
Da geht es wohl ums Prinzip, und wir wissen auch nicht, was da im Vorfeld gelaufen ist. Aber fakt ist: Die tragen das jetzt auf dem Rücken der Kunden aus, die eine vorhandene Funktion nicht mal "nachkaufen" können.
"Auf dem Rücken der Kunden" wird hier gerade garnichts ausgetragen. Bereits gekaufte Laptops von ASUS und Acer funktionieren meines Wissens nach genauso wie vorher. Wenn die Funktion bereits vorhanden ist muss da auch nichts "nachgekauft" werden. Von welchen Fakten redest du hier bitte?
 
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Schräge Sache...
In der Tat scheinen die Lizenzkosten bei einem Dollar oder gar weniger zu liegen. Für sowas essentielles schon verkraftbar. Da sollte man meinen dieser Verkaufsstop kostet ein vielfaches.

Wenigstens kann man dies mal nicht AI in die Schuhe schieben :d
 
Der grund warum man nicht gezahlt hat ist klar, hoffnung!

Wenn man lizenzkosten zahlt, dann gilt das als gekauft, und da kann der lizenzgeber gerne nachher dann die preise erhöhen, das haben wir ja nicht nur bei uns endkunden bei den abo's. Wenn man aber klagt, kann es sein dass sich die lizenzkosten für immer erledigen, auf 10 jahre betrachtet, kann sich da eine klage schon lohnen.
 
"Auf dem Rücken der Kunden" wird hier gerade garnichts ausgetragen. Bereits gekaufte Laptops von ASUS und Acer funktionieren meines Wissens nach genauso wie vorher. Wenn die Funktion bereits vorhanden ist muss da auch nichts "nachgekauft" werden. Von welchen Fakten redest du hier bitte?
Aber natürlich!

Die Kunden bekommen von Asus und Acer aktuell gar keine Hardware zu kaufen, und wie das ausgeht, ist noch nicht absehbar. Vielleicht findet man eine "Lösung" à la Dell und HP, wo die Funktion einfach werksseitig "ausgebaut" wurde, ohne daß man das den Kunden mitgeteilt hat. Die gehen davon aus, daß ein Core sowieso von Intel die von Intel angegebenen Features hat, also De/Encoding von Mpeg2, H.264, H.265 und AV1 - und dann hat der das gar nicht! Und es läßt sich auch nicht nachträglich aktivieren, wie einst PAL bei Sony-Fernsehgeräten ohne PAL-Lizenz.

Das ist Betrug am Kunden! So hart muß man das formulieren! Und ob jetzt Nokia, Intel oder Asus "schuld" ist, ist dem Kunden völlig Latte!
 
Das scheint gerade Mode zu sein. Ich erinnere hier nur an: Disney Plus verliert HDR10+, Dolby Vision und 3D-Filme
Um DolbyVision ist es nicht schade. Dieser "Standard" ist unheimlich inkompatibel.
Wenn H.265 vom PC nicht unterstützt wird, ist es immer noch ein Film, den man anschauen kann, wenn die CPU das schafft. Bei DolbyVision ohne passende Software/Hardware sieht das Bild dagegen aus, wie ausgekotzt. Pink und Grün sind dann die Grundfarben, statt RGB
 
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Aber natürlich!

Die Kunden bekommen von Asus und Acer aktuell gar keine Hardware zu kaufen
Wenn ich nicht kaufe oder in sonstiger Vertragsbeziehung zu ASUS oder Acer stehe bin auch nicht Kunde. "Auf dem Rücken der Kunden" wird hier nach wie vor garnichts ausgetragen, da Kunden hier überhaupt nicht betroffen sind. Kaufinteressenten vielleicht, Kunden definitiv nicht, da das Urteil keine Auswirkung auf bereits ausgelieferte Geräte hat.

Das ist Betrug am Kunden! So hart muß man das formulieren!
Was für eine unsinnige Behauptung. Kunden wurden hier nach wie vor nicht betrogen, da sie überhaupt nicht betroffen sind. Die Geräte wurden weder vor noch nach dem Kauf in irgendeiner Form im Funktionsumfang eingeschränkt. Wenn hier irgendjemand betrogen wurde dann höchstens Nokia - so man der Beurteilung des Gerichtes folgen will.
 
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Kommentare lesen ist nicht so dein Ding, was?
Siehe
Aber natürlich!

Die Kunden bekommen von Asus und Acer[...]
Fass dich erstmal an deine eigene Nase bevor du hier andere anmotzt. Du klagst hier über angeblich betrogen Kunden von ASUS und Acer - nichts könnte weiter von den Tatsachen entfernt sein. Weder haben ASUS noch Acer ihre Kunden betrogen, noch wurden die Geräte um welche es hier geht im Funktionsumfang beschnitten. Die Firmen haben sich ja eben explizit dazu entschieden den Verkauf einzustellen anstatt die Funktionalität einzuschränken.
 
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Die Chiphersteller zahlen nicht die Lizenzgebühren, weil die Lizenzgebühren pro Gerät erhoben werden und nicht pro Chip.

Das sich Hersteller so anstellen, verstehe ich nicht.
Die Lizenzgebühren sind lächerlich gering.
Die betragen zwischen 0,25 und 1 USD pro Gerät.
Warum schlagen die Hersteller diese max. 1 USD nicht einfach auf den Gerätepreis drauf?
Selbst bei einem Billiggerät, das im Laden 300,- € kostet, gehen diese max. 1 USD im Rauschen unter, die merkt der Käufer gar nicht.

Die Lizenzgebühren bewegen sich pro Notebook zwischen 48,-€ bis 55,-€, bei einem Notebook-Wert von 1000,-€.

Es ist nicht das einzige Patent, wo Notebookhersteller zahlen müssen☝️, daher auch die hohe Summe. I

Hinzu kommen auch noch einmal Urheberrechtsabgaben pro PC/Notebook in Höhe von 13,65€!



Quellen:


 
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Da stellt sich doch die Frage: Wissen Milliardenkonzerne das nicht vorher und sorgen für dementsprechende Beschaffung der notwendigen Lizenzen?
Meiner Meinung nach ganz klar Ja. Ein Versäumnis dessen fällt daher zwangsläufig (aus Mangel an alternativen Erklärungen) unter Vorsatz und folglich ist die Anordnung einer Unterlassung durchaus zu rechtfertigen.
 
Das sind die Gesamt-Lizenzgebühren für alles, was da drin steckt.
Wie geschrieben: Die Lizenzgebühren für HEVC betragen max. 1 USD pro Gerät.
 
Das sind die Gesamt-Lizenzgebühren für alles, was da drin steckt.
Wie geschrieben: Die Lizenzgebühren für HEVC betragen max. 1 USD pro Gerät.
Bei Wiki liest sich das anders.


Da gibt es die MPEG-LA, die noch sehr moderate Preise hat, zusätzlich seit 2015 die HEVC Advance, die Stand damals allein schon 1,5 Dollar je Gerät verlangte, und seit 1.1. 2026 noch mehr haben will. Später trat Technicolor aus und will seitdem eigene Kosten eintreiben... dann tauchte noch eine "Velos Media" mit eigenen Ansprüchen auf, und dieses Urteil geht auf die Klingelputzer von Nokia zurück. Wird langsam unübersichtlich.... ;)
Und das alles für einen längst Allgemeingut gewordenen Codec.

Das erinnert mich an die Zeiten, als DVDs aufkamen, und sich am PC nur abspielen ließen, wenn man eine teure Abspielsoftware mit kaufte, da der Mpeg2-Codec nicht in Windows drin war, und auch sonst mit keinem Player funzte.
 
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"Auf dem Rücken der Kunden" wird hier nach wie vor garnichts ausgetragen, da Kunden hier überhaupt nicht betroffen sind.
Naja, wir haben in der Firma Dell Pro 16 Plus gekauft und die wurden im guten Glauben angeschafft, dass die IGP das volle Featureset unterstützt. So wie von Intel beworben. Faktisch ist das aber nicht so, wie man im oben verlinkten CB Artikel lesen kann. Und nun? Kommt Dell wohl damit durch…

Also ja, es wird auf dem Rücken der Kunden ausgetragen.
 
Das sind die Gesamt-Lizenzgebühren für alles, was da drin steckt.
Wie geschrieben: Die Lizenzgebühren für HEVC betragen max. 1 USD pro Gerät.

Habe ich auch erwähnt, siehe mein Eigenzitat!
Die Lizenzgebühren bewegen sich pro Notebook zwischen 48,-€ bis 55,-€, bei einem Notebook-Wert von 1000,-€.

Es ist nicht das einzige Patent, wo Notebookhersteller zahlen müssen☝️, daher auch die hohe Summe. I

Daher muss man immer die Gesamtkosten betrachten, also alle Patente und nicht nur ein einziges Patent, dass vermeidlich auf den ersten Blick günstig erscheint☝️
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In einem einzigen Notebook stecken eine enorme Akkumulation von geistigem Eigentum, teilt man zum Beispiel die 55,-€ durch 1000 Patente,

die mindestens in einem Notebook stecken, dann kostet ein Patent alleine nur 0,05€. Ein US-Dollar für ein Patent ist dann verdammt viel Geld.
Beitrag automatisch zusammengeführt:

Bin hier raus, wenn man mich bewusst falsch verstehen möchte, dann ist es so!
 
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Daher muss man immer die Gesamtkosten betrachten,
Dazu kommen im Deutschland noch zusätzlich Abgabe an z.B. die GEMA, die für Speichermedien wie USB Sticks, HDDs, SSDs, Laufwerke und optische Medien fällig werden.

Vergessen einige auch gerne mal. Klar sind das alles für sich gesehen immer nur paar Cent, aber wie du sagst ist es die Masse die reinhaut.
 
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