[User-Review] Lian Li Hydroshift II LCD-S CL

Basic NPC

Neuling
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05.12.2025
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TL;DR:
Ja, kauf sie.
Hübsch, ausreichend leise, tolle Kabelführung.

Einleitung​

Sokrates sagte einmal: „Bläst ihr noch immer Luft auf euren Prozessor oder kühlt ihr ihn schon annähernd lautlos mit der hervorragend aussehenden Wasserkühlung von Lian Li mit optimierter Schlauchführung?“
Zumindest, und davon bin ich überzeugt, hätte er das wohl gesagt, wenn er mit seinen Freunden abends bei einem Bier über seine neue Hydroshift 2 LCD-S 360 CL geredet hätte.
Ich kann mir nicht ausdenken, welche Komponenten Sokrates gewählt hätte – aber ich habe mir gerade ein kleines, schickes System zusammengestellt, das aus folgenden Komponenten besteht:
  • Lian Li A3 Case mATX (von Lian Li aus gutem Grund nicht bei Verwendung dieser Wasserkühlung empfohlen)
  • MSI B850M Mortar Motherboard (von BasicNpc aus noch besserem Grund explizit nur bei robustem Nervenkostüm und krankhafter Freude am Knobeln empfohlen)
  • AMD Ryzen 9800X3D
  • AMD Radeon RX 9070 XT Nitro+
  • ATX Be Quiet Dark Power 14 PSU
  • 2 Corsair RAM-Riegel mit RGB

Unboxing​

Die Hydroshift kommt in einem folierten, schicken, mächtigen 45×21×16 Karton nebst Umkarton geliefert.
Stellt man die Verpackung der Arctic Freezer 3 - eines grantigen Freundes, der sie zur besseren Vergleichbarkeit aus seinem Keller suchen musste - daneben, wirkt selbige fast nur halb so groß, um die Dimensionen zu verdeutlichen.

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Das Design ist Lian-Li-typisch schwarz gehalten mit hellblauen Streifen am Rand. Darin befindet sich - luxuriös verpackt in reichlich dickem Schaumstoff - die bereits vormontierte Wasserkühlung, bestehend aus:
  • Pumpe mit magnetisch aufgestecktem 480p×480p-Monitor
  • 360er Kühlblock
  • 3 Lüftern mit dezenter seitlicher Beleuchtung sowie beleuchteten Blades
  • Befestigungsmaterial für AMD und Intel
  • Kabel für optionalen Anschluss an PSU/SATA
  • Wärmeleitpaste und Spachtel
  • Schlauchführungs-Klammern, Schraubenzieher, Schrauben und Anleitung
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Alles wirkt recht schick, die Komponenten verstecken sich hinter Schutzfolie in ihrer dicken Schaumstoffummantelung. Das Auspacken ist eine echte Freude. Was mir dennoch ins Auge fällt, sind die kleinen Schrauben, die Lian Li mit eingepackt hat. Obwohl ausgezeichnet verarbeitet, fällt auf, dass sie nicht schwarz, sondern in einer Art Gunmetal (ugs. dunkelgrau/schimmernd) gehalten sind. Gefällt mir aber eigentlich trotzdem ganz gut und würde zu meiner Grafikkarte passen. Hint: leider konnte ich schlussendlich fast keine davon verwenden.

Disclaimer​

Ich bin überzeugt davon, dass sich die Hydroshift 2 in den meisten Cases und mit den meisten Motherboards fast schon kinderleicht einbauen lässt. Die Lüfter sind verbunden und vormontiert. Die Schläuche lassen sich seitlich der Lüfter mit einigermaßen robusten, geschraubten Metallklammern gut justieren, um den optimalen Austrittspunkt zu definieren. Die Kabel (3 Anschlüsse: PWM/USB) kommen hinter einer Abdeckung an der Seite hervor und werden dann wahlweise nur ans Motherboard oder zusätzlich ans Netzteil angeschlossen. Es gibt auch die Möglichkeit, die Wasserkühlung mittels des separat erhältlichen „L-Wireless-Controllers“ wireless anzusteuern, um noch saubereres Kabelmanagement zu ermöglichen.

Falls ihr allerdings mit dem Gedanken spielt, meine Komponenten zu verwenden, kann ich euch nur nochmals gute Nerven (und ein anderes Mobo) wünschen. Vieles habe ich probiert und wieder verworfen, schlussendlich hat’s auch funktioniert – aber leicht war es nicht.

Der Einbau​

Problem 1:
Nachdem ich das Motherboard im Lian A3 montiert hatte, wurde mir schnell bewusst, warum man die Hydroshift 2 gemäß Lian Li nicht in das A3-Gehäuse aus selbem Hause einbauen kann/soll.
Je nach Motherboard bzw. Höhe der Kühlkörper fehlen ein paar mm in der Breite des Gehäuses, um die AIO anzuschrauben. Aber eigentlich nicht einmal das. Theoretisch ist Platz nach vorne, Richtung Glas vorhanden, aber das A3-Gehäuse besitzt zur Montage Längsschlitze, um möglichst vielen Lüfterlösungen entgegenzukommen. Das hat zur Folge, dass die Schraubenlöcher der AIO (Auf Höhe der Kühlkörper des Mobos) sich um ein paar mm zu weit vor (Richtung Glas) den Schlitzen und unter Blech befinden, um sie einzuschrauben. Ein Bild sagt mehr als tausend Worte ;)

In meinem Fall steht der Radiator, selbst wenn man ihn ganz nach vorne (Richtung Front) schiebt, nicht nur am VRM Kühlkörper, an der Oberseite des Motherboards, sondern auch direkt an der Schräge des Extended Heatsink über den I/O an. Und das meine ich leider wirklich so, wie ich es sage – quasi keinerlei Spielraum.
Ich habe etliche Methoden ausprobiert, die Wasserkühlung dennoch mit Schrauben zu befestigen. Unter anderem wollte ich 2-Cent-Stücke als Brücke verwenden, zwei Löcher einbohren, eines mit Gewinde versehen und dadurch das Schraubloch versetzen. Nachdem ich 12 von den Biestern mit drei (mittlerweile stumpfen) Minibohrern durchbohrt hatte, kam es zu zwei Erkenntnissen:
1. Es passt nicht einmal ein 2-Cent-Stück mit versenktem Schraubenkopf zwischen das Außenblech des Gehäuses und den Radiator - das verhindert der Kühler des Mobos, auf dem die Lüfter aufsitzen.
2. 2-Cent-Stücke haben einen ätzend zu durchbohrenden Stahlkern. Naja, wieder etwas gelernt und eine Handvoll löchriger 2-Cent-Stücke gewonnen.

Wie habe ich es schlussendlich doch noch geschafft? Kabelbinder links an einen Vorsprung der AIO montiert, rechts lassen sich 2 Schrauben montieren. Jetzt steht der Radiator - kaum sichtbar - ein paar Millimeter schräg Das war sicher nicht meine bevorzugte Lösung, aber ich konnte bislang keinerlei Nachteile erkennen. Zusammengebaut ergeben sich nicht einmal optische - wenn man von der kaum sichtbaren, leichten Schieflage mal absieht.

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Problem 2:
Die RAM. Sowohl die Länge des RAM als auch die Positionierung an der Oberkante meines Motherboards machten den Einbau sehr fummelig. Von der Länge gehen sich Corsair mit Beleuchtung gerade so (fast nicht) aus. Aber zurzeit ist guter Rat RAM teuer und daher konnte ich ihn nicht einfach so ersetzen. Er sitzt, aber man bekommt fast Angst, dass er wieder herausspringt, so fest ist er an die Lüfter der AIO gepresst. Beim Einschalten hatte ich dann auch gleich einen RAM Fehler laut LED des Mainboards und einen kleinen Nervenzusammenbruch. Alles kein Ding – war nur das veraltete BIOS.

Die Position der RAM-Steckplätze ist ein ganz anderes Problem. Hier bleibt bei meinem Motherboard nur ein klitzekleiner Schlitz, um die Schläuche der Wakü nach unten zur CPU zu führen. Mehrfach habe ich Builds im Netz gesehen, bei denen die Leute einfach aufgegeben haben und die Schläuche wie bei jeder anderen AIO schräg durchs Gehäuse gelegt haben. Das kam natürlich nicht infrage.
Man muss etwas tricksen: einen der Schläuche aus der vorgegebenen Halterung der AIO entfernen, um sie näher aneinanderlegen zu können, und sie dann hintereinander durchzufädeln – vorausgesetzt, man hat die Positionierung exakt getroffen. Ein bis drölf Versuche, sag ich mal, dann klappt das schon.
Dann RAM mit vorsichtiger Gewalt und schwitzenden Fingern ins Mobo drücken, und schon kann man den Pumpenkopf auf die CPU setzen. Ich habe dafür ausnahmsweise die neue MX-7-Wärmeleitpaste benutzt. Arctic sagt: „Mach ein X.“ Ich dachte: „Naja, jetzt hab ich ja so eine schicke kleine Spachtel von Lian Li dazubekommen.“ Weitere schmerzvolle, zeitfressende Erkenntnis: Macht lieber ein X.

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Lautstärke und Kühlleistung​

Im Test stand der PC direkt neben meinem Kopf am Tisch. Der 9800X3D erreichte bei mir im Idle etwa 50–55 °C. Die Kühlungssteuerung steuerte die Pumpe voreingestellt mit 2700 PWM und ist dabei mit einem nicht allzu lauten, aber mir nicht ganz angenehmen Surren zu vernehmen.
Stellt man die Pumpe manuell auf 1800 rpm, ist sie unhörbar; bei 2000 ist sie erahnbar. Die Temperatur im Idle ändert sich dadurch kaum. Positiv hervorzuheben sind die Lüfter, die im Quiet-Modus wirklich leise vor sich hinsurren.

Dann ging es an den Stresstest mittels Prime95. Die Lüfter blieben im Quiet-Modus, die Pumpensteuerung wieder auf PWM. Nach 2 Minuten war die CPU bereits bei 72 °C und die Pumpe auf ihren maximalen 3200 PWM. Die Lüfter drehten von 750 rpm im Idle auf 1000 rpm hoch und blieben leise. Die Pumpe war dauerhaft surrend wahrnehmbar, was aber überraschend nicht unangenehm war. Nach ca 7 Minuten kletterte die Temperatur auf 93 °C, wo sie bis Minute 25 blieb. Die Pumpe lief weiter am Anschlag, und die Lüfter schwankten zwischen 1050 und 1300 rpm, blieben aber weiterhin erstaunlich leise.

Zum Glück habe ich später auch noch die Beta der Lüftersteuerung ausprobiert, die ich nur jedem ans Herz legen kann. In dieser finden sich einstellbare Lüfterkurven, sowohl für Pumpe als auch Lüfter. Damit bekommt man die Pumpe im Idle sehr leise und muss trotzdem keine Angst haben, wenn Leistung und Temperatur mal hochgehen.

Optik​

Sehr clean kommt die Hydroshift 2 daher – was natürlich der hervorragenden Lösung der Schlauchführung geschuldet ist. Es macht schon etwas her, wenn die Schläuche nicht schlapp und quer durchs Gehäuse hängen.
Der schicke Monitor lässt mein gimmickverwöhntes Geekherz höher schlagen, sieht trotz der nicht allzu hohen Auflösung wunderbar aus und ist ziemlich blickwinkelstabil. Die dezent seitlich beleuchteten Lüfter runden das Ganze ab. Mit der Software lassen sich viele Farbspielereien auswählen und natürlich auch der Monitor mit individuellen Bildern belegen.

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Fazit​

Ich würde sie jedem empfehlen, der das Geld für eine schicke AIO ausgeben möchte und sich mit der Kühlleistung bzw Lautstärke anfreunden kann.
Für mich würde ich sie auf jeden Fall kaufen.

Bonus​

Lian Li hat einen 8,8-Zoll-Monitor (Universal-Screen) im Programm, und wie in meiner Bewerbung versprochen, möchte ich auch dazu ein paar Worte verlieren.
Es war gar nicht einfach, ihn zu bekommen, da er zur Zeit wirklich schlecht erhältlich ist. Nachdem mir ein großer deutscher Händler mitteilte, dass sich das Lieferdatum um ein knappes Monat verschiebt, habe ich ihn kurzerhand via Amazon aus den USA bestellt.

Top verarbeitet und mit einer RGB-Umrandung versehen, lässt er sich mit derselben Software wie die Lüftung steuern. Bei den Anschlüssen hat Lian Li mitgedacht und sowohl am unteren Ende als auch an der Seite einen Anschluss angebracht. Dieser lässt sich dann per USB direkt mit dem Motherboard verbinden, per Adapter auch über einen beliebigen USB-Anschluss.

Wahnsinnig gut durchdacht ist auch die beiliegende Halterung, mit der sich der Monitor in allen möglichen Lagen montieren oder aufstellen lässt. Und wenn alle Stricke reißen, liegen auch noch zwei Klebestreifen dabei – die sind Gold wert, wenn man gar keinen Platz hat und wie ich den Monitor an der PSU-Halterung befestigen möchte.

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Ehrlich gesagt habe ich mich sofort in das Teil verliebt, aber ich bin auch sehr anfällig, was Spielereien angeht :)
Von mir: klare Empfehlung!

Kurzes aber dickes Danke noch an das hardwareLUXX Team. Auch wenn es mehr Aufwand war als gedacht, habe ich mich sehr über diese Chance gefreut!
 

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