Das Optimum in puncto Klangqualität und Platzbedarf sogleich, dies würde der Mirage OMD-28 entsprechen. Die Mirage Omnisat V2 FS ist trotz ihrer Schmale wohl etwas zu lang geraten, wenngleich hierfür der Kaufpreis in viel realistischer erscheine.
Die Marke "Mirage" ist vielleicht nicht jedermann bekannt, doch unter ihrem einstigen Konzern-Label "Audio Products International" ist sie zu Prestige geworden und zählt seither zu den Innovationsträgern in der Beschallungstechnik, deren Erkenntnisse und Messdaten die Audioindustrie revolutioniert haben und in heutige Lautsprecher eingeflossen sind.
Die eingangs erwähnte Marke "Edifier" zählt inzwischen zum gleichen Konzern, dem der Gigant "Klipsch" vorsteht und der weitere Marken vereint sind, wie "Athena" und "Energy".
Was unterscheide die Omnipolar-Technologie fundamental von herkömmlichen Dipol-Schallwandlern?
- Bei der dipolaren Technologie korrelieren zwei in dipoler Anordnung zueinander ausgerichtete Magneten miteinander, wovon je die einse Seite die repetitiv oszillierende Halbwelle des induzierten Wechselstroms (Sinus, Kosinus) über ihr Magnetfeld entgegenrichtend emittiert. Dadurch wird die Polarität des Schalls in je Richtung zu ein diffuses Klangbild abgegeben.
- Die bipolare Technologie richtet die Halbwellen von den Magneten dagegen, sodass sie eine konstruktive Interferenz übergehen. Dadurch wird -wie unter einer Doppel-Schwingspule- ein Teil des gekippten Magnetfelds invertiert gerichtet - mit dem Resultat, dass eine kugelfömige/ omnipolare Richtcharakteristik entsteht.
Der grundlegende Vorteil, den die bipolare Umsettzung zur Folge hat, ist ein in allen Himmelsrichtungen gefächertes Klangbild mit einer weiten Abstrahlung. Das ist optimal für kleine Lautsprecher, deren Wirkungsgrad nicht dafür beschaffen ist, größere Flächen impulsiv auszufüllen. Der Nachteil liegt dann auch darin, dass eine solche Technologie lediglich mittels kleiner Lautsprecher zu realisieren ist, ohne die Klangeigenschaften neagtiv zu beeinträchtigen, denn in einer konstruktiven Interferenz liege auch eine Konsequenz, von welcher größere Magneten (s. Trägheitsprinzip) nicht profitieren können, ohne unter hohem Klirrfaktor zu überschwingen.
Ich nutze schon seit über zwei Dekaden die Speaker aus der AVS(-Audio/Video Satellite)-Serie - damals waren sie noch teuer gewesen und befanden sich noch weit oberhalb in der Bestenliste von AUDIO und Stereoplay wieder. Bemessen anhand ihrer Bauform ist das spatiale Charakteristik derr von dipolaren Lautsprechern überlegen. Dipolare Lautsprecher gleichen den ihrigen Nachteil dadurch aus, dass sie aufgrund ihrer größeren Masse die Luftt stärker verdrängen können. Sie wirken zwar nach wie vor in ihrer Diffusität in deutlich heraushörbar in je zwei Richtungen, abhängig von der Phase ihres Klangbildes, aber dafür kräftiger in je Richttung. Die omnippolaren Lautsprecher klingen über die gesamte Hörflläche hinweg volumiger, also geschlossen über sämttliche Raumdimensionen. Der Grundsatz, der in der HiFi-Branche seine Runden dreht, "der diffuse Schallanteil sollte in etwa 70% betragen", diesen erfüllen Mirage-Lauttsprecher allemal. Folglich beschallen sie auch die Höhen und Tiefen eines Raumes viel effektiver als dies mit dipolaren Schallwandlern überhaupt nur ansatzweise vorstellbar sei. In der Summe klingen sie weniger ortbarer, mehr unsichtbarer im Raum als dies auf dipolare Lautsprecher zutreffe.
Man sollte solchen Lautsprechen in ebenso genügend Abstand zur Seiten-und Rückwand geben, wie dies für Standlautsprecher gilt. Das höre sich zwar kritisch an, doch es ist leidiglich meine Empfehlung, denn die Rede ist nicht über Magnetostaten sowie Elektrostaten, über diese man inmitten eines Raumes platzierend stolpern könnte (Spaß beiseite), weil das kugelförmige Klangbild davon profitiert, wenn in allen Richtungen die Schalllaufzeiten umso größer ausfallen.