Inzwischen führen wir ganze Applikationen (theoretisch) völlig unabhängig vom Endgerät im Browser aus.
Ja, aber die Applikation die dann im Browser lauffähig ist, ist meistens trotzdem nicht die, die der Anwender gewohnt ist. Ist also trotzdem ein Wechsel.
Skype ist tot und durch MS Teams ersetzt worden.
Genau, der perfekte Plan: Wir gehen von Microsoft weg und als Messenger benutzen wir dann Teams.
Das läuft auf Linux wenigstens im Browser. Und wenn mir 2 Dinge sofort einfallen, warum eine große Umstellung schief geht und auf Widerstand stößt, dann liegt es 1. an den Benutzern, für die ein Computer einfach aus Windows besteht.
Richtig.
Das größte Problem ist dann aber meistens, das man so auch mit propritären Programmen umgegangen ist, die aber weder unter Linux noch im Browser laufen. Und für die braucht man dann einen kompletten Ersatz. Ein blankes Linux als OS-Unterbau dessen GUI halt ein bisschen anders aussieht als Windows ist ja meist tatsächlich eher das kleinste Problem.
Bonus: 3. Nicht mehr einfach exe Dateien herunterladen zu können, tritt auf Unverständnis.
Das sollte man auf einem Arbeitsrechner in der Verwaltung aber sowieso nicht können... auch nicht unter Windows.
Deutlich hatte ich das im Frühjahr 2025 gemerkt, als plötzlich mehrere Unternehmen, aus verschiedenen Branchen ihre Telefonanlagen umgestellt haben. Mein Arbeitgeber hat sich auch dazu entschieden, jetzt voll in die Microsoft Klebefalle zu werfen. Hier noch ein Dienst, da kommt Teams, dann nutzt man noch Entra ID und überträgt mal seine Rechnerverwaltung nach Azure... Das funktioniert alles erstaunlich gut. Aber da lässt man sich gut von der Venusfliegenfalle namens Microsoft aussaugen.
Ja, ist bei mir auch so. AG war mal ein "OSS-Fanboy". Bei uns lief Openxchange, die Mitarbeiter hatten LibreOffice und der Messenger war... ich habs schon wieder vergessen was es war.
Irgendwann wurde das alles zu personalaufwändig wegen Wartung, Updates, Hosting, etc, da gingen dann die ersten Sachen doch wieder weg von OSS zu "bezahlt, aber läuft".
Dann wurden wir von einer Firmengruppe aufgekauft und mittlerweile sind wir auch wieder bei MS (Web-)Office, Outlook (wie auch immer gehostet) und Teams.
Das ironische daran ist: Das ist für die Firma aber unterm Strich finanziell trotzdem günstiger.
Zugute kommt vielleicht noch, dass Menschen deutlich mehr ihr Smartphone nutzen und deswegen die Workflows von Windows gar nicth kennen und damit viel empfänglicher für andere Desktop Umgebungen sind.
Die stecken meiner Erfahrung nach genauso in ihren Daddelphone-Android/iOS-Workflows wie Windowsnutzer am PC. Brauchst nur einem langjährigem iPhone-User mal ein Android-Handy in die Hand drücken und das selbe Geheule geht los, wie wenn ein Windowsnutzer auf MacOS (oder umgekehrt) umsteigen soll.
Die Technik ist allgemein soweit, das ein Anwender nichtmehr verstehen muss, was er da eigentlich tut. Er macht es einfach. Wenn genau das dann aber bei einem andern OS ein bisschen anders funktioniert oder aussieht, ist das schon wieder ein Problem.
Da schlägt auch die Psychologie zu. Setz einen (DAU-)Anwender vor einen Linux-PC. Wenn du dann anfängst mit "Wir wollen weg von Windows und jetzt mal ausprobieren, wie du mit Linux zurecht kommst", hast du schon verloren. Wenn du aber sagst: "Wir haben hier eine noch top secret Beta-Version von Windows 13, die eigentlich erst in 3 Jahren auf den Markt kommt und wollen jetzt mal ausprobieren, wie Anwender damit zurecht kommen", dann klappt das meist automagisch gleich vieeel besser.
