Erster Akt:
Speicher Anfang September 2025 (Firmwareversion 110.9) erhalten, angeschlossen, mit hm2mqtt in Home Assistant integriert. Steuerung der Outputleistung über HA-Automation.
- Einrichtung etwas frickelig, weil man dem Speicher über eine Webseite via Bluetooth den eigenen MQTT-Host eintrichtern muss, was aber nur auf Windows mit Chromebrowser läuft.
- Ansteuerung des Outputwerts ist lahm, weil man nur alle 15s MQTT abfragen darf/soll, sonst streikt der Speicher und Anfragen gehen verloren. Aber läuft erstmal
- Der SoC driftet stark ab, wenn man nicht ständig auf 100% lädt. Gut und gerne um 10% pro Zyklus. Also wenn man im Winter mal eine Woche lang nicht auf 100% kommt, aber 6kWh durchschiebt, zeigt der SoC schonmal 50%, obwohl der Speicher eigentlich 80% geladen ist. Das bedeutet aber auch, das der Speicher mit DoD 50% die Einspeisung einstellt, wenn der SoC 50% meldet. Wenn man den Speicher dann doch mal wieder voll macht, springt der SoC aber von 70% direkt auf 100%.
Alles nicht optimal, aber kann man sich drauf einstellen, bzw. workarounden.
Zweiter Akt:
So lief das dann weiter bis April 2026. Dann kam ein heftiger Regenschauer und binnen 3 Minuten war der Speicher von jetzt auf gleich "tot". Offline, keine LED leuchtet mehr, ließ sich auch nichtmehr einschalten. Knapp 2 Tage später (ohne Regen) ist er dann doch wieder zum Leben erwacht. Hmm, IP65 (*)... sollte eigentlich wasserdicht sein.
Zwei Wochen später, wieder ein heftiger Schauer, Speicher nach wenigen Minuten wieder tot. Selbes Spiel, 2 Tage später wieder auferstanden. Ok, kommt also wohl definitiv irgendwo Wasser rein und das BMS oder die Elektronik schaltet ab (immerhin). Wenns dann wieder abgetrocknet ist, startet der Speicher wieder.
Hab dann mit dem Support geschrieben und ein Austauschgerät erhalten.
Bis dahin sind ~200kWh durch den Akku geflossen.
Dritter Akt:
Austauschgerät Ende Mai angekommen. Angeschlossen, eingerichtet, selbes Spiel wie beim Ersten. (Firmware 116.6)
Mittlerweile habe ich auch einen Kasten zusammengezimmert, in dem der Akku vor direkten Wettereinflüssen geschützt ist, sowohl Starkregen, als auch direkter Sonneneinstrahlung. Auch weil mich die Temperaturentwicklung im Mai schon zweifeln lies, das der Akku im Sommer nicht sogar zu warm werden würde, wenn da direkt die Sonne drauf brennt.
- Meine HA-Automation zur Steuerung funktioniert so nichtmehr ganz. Wenn der Speicher 100% erreicht und auf Passthrough umschaltet, was gut 5 Minuten dauert und ich währenddessen den Outputwert ändere, bleibt der Speicher in einem Zustand hängen, in dem sowohl Input als auch Output als auch Passthrough "off" ist, er tut also überhaupt nichts mehr. Das Problem: Man erkennt nicht wirklich, wann der Umschaltvorgang beginnt. Der SoC erreicht nachwievor nicht "langsam" 100% sondern der Speicher springt nachwievor von z.B. 96% auf 100%. Wenn er das tut, hat der Umschaltvorgang aber schon begonnen.
- Die Lösung: Es gab mittlerweile das HA-Addon AstraMeter (vom selben Entwickler wie hm2mqtt) welches ein Shelly 3EM emuliert, das man dann mit dem Speicher direkt pairen kann. Das geht dann wohl einen anderen, direkten Kommunikationsweg, über den dieses Problem immerhin nicht auftritt. Und regelt obendrein viel schneller.
Vierter Akt:
So lief das dann bis Anfang August weiter. Der SoC driftet immernoch ab, aber bei weitem nichtmehr so stark wie mir dem alten Speicher/Firmwareversion.
- Anfang August dann eines Abends springt der Speicher von 83% SoC auf 0%. Das führt natürlich dazu, das er den Output einstellte, weil DoD erreicht. Abends. Nach Sonnenuntergang. Obwohl zu 83% geladen. Akku und Zellspanungen haben sich nicht verändert. Ok, also Nachts halt wohl kein Strom aus dem Akku
- Nächster Tag: Der Akku fängt wieder an zu Laden. Oh Überraschung: Er lädt bis 17% und springt dann direkt auf 100%.
- Bis hierhin waren gerademal ~120kWh durch den Akku gelaufen.
Und da ging die wirkliche Tragödie los:
- Mir fiel auf, das nach diesem "Reset" die Spannung der Zelle 1 deutlich abdriftet.
- Vollladen: Zelle 1 erreicht 3,6V (also Ladeschluss) während die anderen Zellen noch bei 3,3V rumdümpeln
- Entladen auf 0%: Zelle 1 erreicht die Ladeschlussspannung von 2,6V, während die anderen Zellen noch bei >3V sind.
- Hat sich auch nach mehreren Zyklen nichtmehr beruhigt.
- Entsprechend ist die effektiv nutzbare Kapazität mal eben um 10-15% gesunken. Das spiegelt sich auch darin, das der Akku beim Entladen von 5% direkt auf 0% fällt und beim Vollladen dann von 95% direkt auf 100% springt. Und laut integriertem Stromzähler, brauchts auch nur noch 1,9kWh um den Akku von 0% auf 100% zu laden. Das waren vorher wirklich 2,2kWh.
- Seitdem zeigt der Akku weitere Mängel. Keine Ahnung ob durch die Zelldegradierung verursacht oder "sowieso":
- Der SoC springt jetzt wieder extrem
- Der Akku gibt manchmal nicht soviel Strom aus wie er soll. Normalerweise gibt er auf beiden Outputs gleichviel aus. Jetzt hängt aber öfter mal ein Output und gibt 30W weniger aus, oder auch gar nichts. Die Differenz fehlt natürlich bei der Einspeisung. Der Akku kriegt aber die korrekten Werte, er regelt also intern irgendwie falsch.
- Zwei Wochen später: Wieder ein Reset auf 0%.
- Vorgestern: Wieder ein Reset auf 0%.
Also wieder mit dem Support geschrieben. Der hat diverse Antworten gegeben:
- Ich soll nach dem Reset 3 volle Zyklen durchlaufen lassen, damit sich das BMS wieder kalibriert. Also Vollladen ohne dabei Strom auszugeben und danach Enladen ohne Nachzuladen (was für eine Verschwendung an Strom). Hab ich gemacht, hat genau die obigen Ergebnisse geliefert.
- Dann sollte ich den Akku mit einer konstanten Stromzufuhr laden und danach mit einem konstantem Strom entladen. Ich hab aber kein Labornetzteil mit dem ich den Akku "kontrolliert" laden könnte. WTF?
- Dann sollte ich den Akku auf Zimmertemperatur einmal vollladen und entladen... ich hab aber immernoch kein Labornetzteil um den Akku "kontrolliert" zu laden. Soll ich das komplette BKW in meinem Wohnzimmer aufbauen und die Panels ans Fenster stellen oder wie? Was dann immernoch keine "kontrollierte" Aufladung wäre.
So, Schnauze voll. Wir sind noch in der Gewährleistung. Das bringt alles nichts. Ich will auch nicht nochmal ein Austauschgerät. Da bereits ein Austausch erfolgt war, wurde bereits "Nachgebessert", geht aber wieder nicht, also Rücktritt vom Kaufvertrag, ich will mein Geld zurück.
Ich soll mich dafür an den Händler wenden, bei dem ich den Akku gekauft habe. Heute habe ich die Bestätigung vom Händler erhalten, das das Gerät demnächst abgeholt wird und ich mein Geld zurückkriege.
Nebenschauplatz:
Das erste Gerät steht seit Ende Mai IMMERNOCH bei mir. Trotz mehrmaliger Rückfrage beim Support wie denn jetzt der Rückversand ablaufen soll oder überhaupt mal passiert.
Ich habe ihnen mittlerweile eine 14-tägige Frist zur Abholung gesetzt und angekündigt, das ich mit Ablauf der Frist das Gerät fachgerecht entsorgen werde. Die Frist läuft die nächsten Tage ab. Ausser das sich (mal wieder) jemand bei mir wegen der Abholung melden sollte, habe ich weiter nichts mehr gehört. Bin ja mal gespannt ob da noch was passiert.
(*) Gemini hat mich mittlerweile belehrt, das IP65 für "Sturm" mit waagrechtem Regen nicht unbedingt ausreichend ist. Na dann sollte man seine Geräte aber vielleicht auch nicht mit Schaubildern bewerben, in denen der Akku sogar ohne irgendwelches Vordach oder sonstwas in direktem Regen gezeigt wird.
Und deswegen suche ich nach Ersatz und habe nach dem Zendure Solarflow 800 gefragt, bzw. mich über die Anker-Geräte schlau gemacht.
Die Idee bei dem Gerät war eigentlich, das es eine kostengünstige Nachrüstung eines Speichers wäre und ich damit Panels und Wechselrichter weiterverwenden kann. Und eben eine der seltenen Lösungen, die lokale Steuerung ermöglichen, also alles ohne Cloudgedöns.