Für den Durchschnittsnutzer, der ein Pixel 11 oder Pixel 11 Pro erwirbt, ist der Verlust von MTE unserer Meinung nach nicht die Katastrophe, als die sie von GrapheneOS dargestellt wird. MTE ist probabilistisch (auf Wahrscheinlichkeit beruhend) und keine feste Garantie. Es besteht eine Wahrscheinlichkeit von 1 zu 16, dass ein bestimmter Zugriff außerhalb des zulässigen Bereichs die Tag-Prüfung vollständig umgeht. Laut
"ARM MTE Performance in Practicee" (
TikTag) wurde die Tag-Vertraulichkeit auf echter Pixel-Hardware mithilfe spekulativer Ausführung umgangen, was bedeutet, dass selbst der gebotene Schutz in der Praxis nicht so zuverlässig ist, wie „15/16“ vermuten lässt. Und – was entscheidend ist – fast keiner der Exploits, um die sich ein durchschnittlicher Smartphone-Besitzer tatsächlich Sorgen machen muss, ist überhaupt ein Speicher-Sicherheitsfehler. Phishing, bösartige App-Berechtigungen, SIM-Swapping, Stalkerware und Kontoübernahmen – nichts davon fällt unter den Schutzbereich von MTE. Selbst GrapheneOS räumt ein, dass die Abdeckung für Apps von Drittanbietern nur auf Wunsch aktiviert wird und selten genutzt wird. Signal etwa schaltet sie nicht ein.