Terr0rSandmann
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Vorwort:
Ich wurde spontan von Hifigo gefragt, ob ich nicht Interesse hätte den neu erscheinenden Binary 1900 zu testen. Zu der Zeit war der noch nicht offiziell käuflich, ich recherchiert aber kurz und wieso auch immer, dachte ich, dass das ein Hybrid IEM für 999€ sein wird. Erst später, als ich das Paket bereits erhalten hatte, und der Binary 1900 dann bei Hifigo bereits gelistet war, stellte ich überraschend fest, dass er nur um die 200€ kostet und das fand ich dann bei den technischen Daten echt erstaunlich günstig.
Technische Daten:
Die technischen Daten, speziell bei dem tatsächlichen Preis, fand ich an dem 1900er am spannendsten. Kurz und knapp schaut das wie folgt aus:
(Bildquelle: https://hifigo.com/products/binary-...rMTYhtyMVAcS64mJiGPygzd6vm0poM_meBdsS5Ag4rZMa)
Die Nozzle am Schallausgang hat 3 Röhrchen, damit gem. des 3 Wege Systems Hoch-, Mitte-, und Tieftonbereich getrennt werden.
(Bildquelle: https://hifigo.com/products/binary-...rMTYhtyMVAcS64mJiGPygzd6vm0poM_meBdsS5Ag4rZMa)
Unboxing & Lieferumfang:
Verpackung und Zubehör ist nicht sonderlich spannend. Es liegt eine gute, stabile und für den Preis überdurchschnittlich gute Transportbox bei. Die Tips sind noch einmal in einer aufklappbaren Plastikschachtel. Die Tips sind irgendwie 0815. Ich nutze aber i.d.R. eh nie die mitgelieferten Tips, sondern welche von Final, Spinfit oder Azla.
Das Kabel wirkt ok, haut einen aber haptisch nicht vom Hocker. Das Kabel hat leider keine Möglichkeit des Steckerwechselns. Das machen andere Hersteller besser. Da ich aber eh immer nur 4,4mm nutze, stört mich das persönlich nicht.
Optik & Verarbeitung:
Der IEM selbst ist schick - die Plate schaut hochwertig aus, ist dabei elegant, aber auch nicht zu aufdringlich oder verspielt. Das Gehäuse selbst ist aus dem gängigen schwarzen Kunststoff.
Das Kabel sieht ok aus, aber der Splitter gefällt mir gar nicht. Da steht lediglich eine Nummer drauf. Ich weiß nicht, ob das die Seriennummer sein soll? Da hätte ich lieber einen komplett schriftlosen Splitter vorgezogen oder ein Markenlogo oder so gewählt.
Komfort:
Overall ist der IEM inkl. der Nozzle eher oberer Durchschnitt - ich bin da eher empfindlich, weshalb ich privat IEM von 64Audio nutze, aber zu meinem Erstaunen sitzen sie echt gut im Ohr. Ich denke, dass es sich hier um eine sehr gut gewählte Ergonomie handelt, die trotz der nicht ganz kleinen Größe einer großen Mehrheit an Personen passen dürfte.
Der 1900 dichtet erstaunlich gut ab - das kommt dann natürlich nicht nur dem Komfort zugute, sondern auch dem Sound, aber dazu später mehr. Diese starke Isolierung kann aber auch dazu fühlen, dass man rein gar nichts mehr von seiner Umwelt mitbekommt. Das kann ein Vor- oder eben Nachteil sein. Bei einem IEM würde ich das aber eher auf der Pro Seite einordnen.
Als Größenvergleich, hier mal der Raptgo Hook-X und 64Audio Tia Trio als Referenz:
Sound:
Jetzt kommen wir zum spannendsten Part ... initial dachte ich ja, dass es sich um einen IEM für 1000€ handelt. So begann ich auch die Hörsession. Ich fand den Sound gut, aber er haute mich nicht um. Nach dem 1. Reinhören recherchierte ich dann etwas und war komplett erstaunt, dass das ja nur ein 200€ IEM ist und das rückte den Ersteindruck instand in ein ganz anderes Licht. Denn er spielt viel viel besser als das Preisschild von 200€ vermuten lässt. Mit einem Preis von 200€ spielt er preislich gar etwas unterhalb der gängigen planaren IEM, die ich sonst immer als die Preis-/Leistungsempfehlungen schlechthin ansehe.
Ich muss natürlich auch sagen, dass das Sounding mir stark in die Karten spielt. Das ist genau das, was ich bei IEMs bevorzuge. Harman-angelehnt, aber oben und unten ein klein wenig mehr. Das ist meiner Meinung nach auch ein Sounding, was eine sehr große Zielgruppe treffen sollte.
(Bildquelle: https://hifigo.com/products/binary-...rMTYhtyMVAcS64mJiGPygzd6vm0poM_meBdsS5Ag4rZMa)
Der 1900 skaliert und spricht sehr gut auf unterschiedliche Musikrichtigen an. Was meine ich damit? Auch wenn er einen betonten Bassbereich, wirkt es nicht so, als wenn jedes Lied gezwungen "angedickt" wird. Tracks, bei denen einfach wenig Bass vorhanden ist und vorhanden sein soll, klingen auch nicht zu basslastig. Aber wer dann doch mal lauter auf die Kacke hauen will, wie zB bei diesen Tracks, bekommt hier gut was geboten.
Bei diesen Track von Neelix einfach mal lauter machen, Spaß haben und mittanzen - das klappt super.
Hier ist der Bass stärker als ich es kenne, aber es fügt sich dennoch sehr gut ins Gesamtbild ein. Ja, dem Track kann das auch gut tun.
Einer meiner absoluten Lieblingstracks aktuell. Auch dem Lied steht das Sounding des 1900 sehr gut. Allgemein wirkt das Zusammenspiel von allem, trotz des gesoundeten Frequenzverlaufs des 1900, stimmig.
Diese Bassimpulse wirken sehr gut und hier ist mir das auch nicht zu viel. Auch wieder ein Track, der von der stärkeren Bassbetonung stark profitiert. Das hat schon Subwoofereffekt irgendwie
Bei Serac von Conjure One ist mir das im Bassbereich aber zu viel und zu dröhnig. Das liegt aber auch etwas am Titel selbst. Das ist aber tatsächlich einer der wenigen Titel, die ich mit dem 1900 dann nicht so schön fand.
Ja, der Bass ist bei allen dieser basslastigen Titel sehr fordergründig. Das ist natürlich auch so gewollt, aber hier merkt man dann auch, dass mein 64Audio Tia Trio das kontrollierter und sauberer macht und der Bass nicht in die Mitten geht. Das bekommt der 1900 so nicht hin, er lässt hier eher den kleinen Basshead raushängen, auch wenn ich den 1900 per se nicht als Basshead-IEM bezeichnen würde. Der Vergleich hingt aber auch etwas, da der Tia Trio mehr als das 10-fache kostet.
Die Mitten sind, damit der Sparkle obenrum und der Bass untenrum besser zur Geltung kommt, eher unauffällig gehalten. Aber nicht so wie etwa bei einem Empire Ears Valkyrie den ich mal besessen hatte. Je nach Track klangen dort die Höhen, als wäre ich das durch einen Strohhalm hören. Das ist mit dem 1900 nicht so.
Ich mag ja Frauenstimmen ... ich höre da gerne Alison Krauss, Enya, Morgan James, Anette Askvik und Co. Und hier muss ich sagen, hätte ich damit gerechnet, dass es mir hier und da zu viel in den Höhen sein könnte. Aber das ist tatsächlich nicht der Fall. Es ist für den Preisbereich perfekt getroffen. Die Höhen, in dem Fall die Frauenstimmen, sind schön im Vordergrund und im Fokus, aber genau so soll es sein, und all das ohne das es schrill, spritz oder anstrengend wird. Auch zwischeln keine S-Laute.
Ich höre für Tests der Frauenstimmen gerne Jacobs Dream. Klar, schön, vordergründig, aber nicht spitz und das trotz gehobener Testlautstärke. Kann schon mal Gänsehaut hervorrufen!
Allgemein bietet der 1900 über alle Genres hinweg eine sehr gute Separation von allem, was in der Musik geschieht. Speziell in den Mitten und im Hochtonbereich. Kein Brei, keine verschwommene Bühnendarstellung - alles klar und gut ortbar. Die Auflösung und die Detailwiedergabe sind für den Preis wirklich sehr gut!
Overall muss ich sagen, dass der Bassbereich bei dem ein oder anderen Track qualitativ etwas zu unsauber ist. Es kann, je nach Genre und/oder Stimmung, aber auch einfach passen und macht dann auch Laune. Ich war erstaunlicherweise von den Höhen am meisten positiv überrascht. Sparkle ist vorhanden, ja, sie sind angehoben, aber nie anstrengend oder nervig - genau so mag ich das. Man muss die Kritik beim Bass aber in Relation zum Preis sehen und da ist das dann zu vernachlässigen.
Ich habe den 7Hz Timless nicht mehr hier, aber der Hook-X spielt in der gleichen Preisklasse wie der 1900 und ich muss sagen, dass mir der 1900 tatsächlich besser gefällt. Er macht einfach "mehr Laune" und das ist es, was mir bei einem IEM in dieser Preisklasse wichtig ist.
Vorteile / Nachteile
+ Sehr guter Komfort
+ Schicke und moderne Optik
+ Super Höhenwiedergabe
+ Soundabstimmung trifft vermutlich breite Zielgruppe
+ Preis/Leistung überragend
+ Tolle Transporttasche
o Kabel (Kabel an sich ist gut und hat keine Mikrofonie, aber Splitter und Haptik ist nicht so gut)
o Aufsätze sind Standardkost
- Bass könnte bei einigen Tracks etwas zu schwammig & to much sein
Fazit:
Ist der Binary 1900 nun ein Flaggschiffkiller? Nein, ist er nicht. Aber wie sieht es gegen die gängigen P/L Empfehlungen der planaren IEMs aus? Diesen sind sonst so meine Standardempfehlung im 200-300€ Bereich. Und hier beginnt der 1900 zu scheinen. Der 1900 macht einfach Spaß - und das egal bei welchem Genre. Ja, neutral ist er sicher nicht, ein IEM für absolute Bassheads auch nicht, aber dennoch trifft er genau die Mitte. Gesoundet, aber eben an den richtigen Stellen und speziell im Hochtonbereich trifft er es für mich perfekt.
Wertung:
Verarbeitung/Haptik: 4 von 5
Optik: 4,5 von 5
Zubehör: 3,5 von 5
Komfort: 5 von 5
Klang: 4 von 5
Preis/Leistung: 5 von 5
Gesamtwertung: 4,5 von 5
Ich wurde spontan von Hifigo gefragt, ob ich nicht Interesse hätte den neu erscheinenden Binary 1900 zu testen. Zu der Zeit war der noch nicht offiziell käuflich, ich recherchiert aber kurz und wieso auch immer, dachte ich, dass das ein Hybrid IEM für 999€ sein wird. Erst später, als ich das Paket bereits erhalten hatte, und der Binary 1900 dann bei Hifigo bereits gelistet war, stellte ich überraschend fest, dass er nur um die 200€ kostet und das fand ich dann bei den technischen Daten echt erstaunlich günstig.
Technische Daten:
Die technischen Daten, speziell bei dem tatsächlichen Preis, fand ich an dem 1900er am spannendsten. Kurz und knapp schaut das wie folgt aus:
- Weitläufiges Hybrid-Design mit sechs Treibern pro Seite.
- Treiber-Konfiguration: 1 dynamischer Treiber (DD) + 1 Passivmembran (PR) + 4 Balanced-Armature-Treiber (BA).
- 10-mm-Dynamiktreiber kombiniert mit einer 6-mm-Passivmembran.
- Vier Balanced-Armature-Treiber.
- Innovatives 3-Wege-Akustik-Frequenzweichen-Design.
- 124dB/Vrms@1kHz
- Künstlerisches Design der Frontplatte: Inspiriert von Rhythmus und Freiheit.
- Hochwertige Frontplatte aus 316L-Edelstahl mit Elementen im Stil eines Vintage-Klaviers.
- Ergonomisches Gehäuse aus Kunstharz für komfortablen, ermüdungsfreien Hörgenuss.
- Hochreines, versilbertes und geflochtenes OFC-Kabel (sauerstofffreies Kupfer), abnehmbar.
- Standardmäßige 0,78-mm-2-Pin-Anschlüsse.
- Erhältlich mit 3,5-mm- oder 4,4-mm-Anschluss.
(Bildquelle: https://hifigo.com/products/binary-...rMTYhtyMVAcS64mJiGPygzd6vm0poM_meBdsS5Ag4rZMa)
Die Nozzle am Schallausgang hat 3 Röhrchen, damit gem. des 3 Wege Systems Hoch-, Mitte-, und Tieftonbereich getrennt werden.
(Bildquelle: https://hifigo.com/products/binary-...rMTYhtyMVAcS64mJiGPygzd6vm0poM_meBdsS5Ag4rZMa)
Unboxing & Lieferumfang:
Verpackung und Zubehör ist nicht sonderlich spannend. Es liegt eine gute, stabile und für den Preis überdurchschnittlich gute Transportbox bei. Die Tips sind noch einmal in einer aufklappbaren Plastikschachtel. Die Tips sind irgendwie 0815. Ich nutze aber i.d.R. eh nie die mitgelieferten Tips, sondern welche von Final, Spinfit oder Azla.
Das Kabel wirkt ok, haut einen aber haptisch nicht vom Hocker. Das Kabel hat leider keine Möglichkeit des Steckerwechselns. Das machen andere Hersteller besser. Da ich aber eh immer nur 4,4mm nutze, stört mich das persönlich nicht.
Optik & Verarbeitung:
Der IEM selbst ist schick - die Plate schaut hochwertig aus, ist dabei elegant, aber auch nicht zu aufdringlich oder verspielt. Das Gehäuse selbst ist aus dem gängigen schwarzen Kunststoff.
Das Kabel sieht ok aus, aber der Splitter gefällt mir gar nicht. Da steht lediglich eine Nummer drauf. Ich weiß nicht, ob das die Seriennummer sein soll? Da hätte ich lieber einen komplett schriftlosen Splitter vorgezogen oder ein Markenlogo oder so gewählt.
Komfort:
Overall ist der IEM inkl. der Nozzle eher oberer Durchschnitt - ich bin da eher empfindlich, weshalb ich privat IEM von 64Audio nutze, aber zu meinem Erstaunen sitzen sie echt gut im Ohr. Ich denke, dass es sich hier um eine sehr gut gewählte Ergonomie handelt, die trotz der nicht ganz kleinen Größe einer großen Mehrheit an Personen passen dürfte.
Der 1900 dichtet erstaunlich gut ab - das kommt dann natürlich nicht nur dem Komfort zugute, sondern auch dem Sound, aber dazu später mehr. Diese starke Isolierung kann aber auch dazu fühlen, dass man rein gar nichts mehr von seiner Umwelt mitbekommt. Das kann ein Vor- oder eben Nachteil sein. Bei einem IEM würde ich das aber eher auf der Pro Seite einordnen.
Als Größenvergleich, hier mal der Raptgo Hook-X und 64Audio Tia Trio als Referenz:
Sound:
Jetzt kommen wir zum spannendsten Part ... initial dachte ich ja, dass es sich um einen IEM für 1000€ handelt. So begann ich auch die Hörsession. Ich fand den Sound gut, aber er haute mich nicht um. Nach dem 1. Reinhören recherchierte ich dann etwas und war komplett erstaunt, dass das ja nur ein 200€ IEM ist und das rückte den Ersteindruck instand in ein ganz anderes Licht. Denn er spielt viel viel besser als das Preisschild von 200€ vermuten lässt. Mit einem Preis von 200€ spielt er preislich gar etwas unterhalb der gängigen planaren IEM, die ich sonst immer als die Preis-/Leistungsempfehlungen schlechthin ansehe.
Ich muss natürlich auch sagen, dass das Sounding mir stark in die Karten spielt. Das ist genau das, was ich bei IEMs bevorzuge. Harman-angelehnt, aber oben und unten ein klein wenig mehr. Das ist meiner Meinung nach auch ein Sounding, was eine sehr große Zielgruppe treffen sollte.
(Bildquelle: https://hifigo.com/products/binary-...rMTYhtyMVAcS64mJiGPygzd6vm0poM_meBdsS5Ag4rZMa)
Der 1900 skaliert und spricht sehr gut auf unterschiedliche Musikrichtigen an. Was meine ich damit? Auch wenn er einen betonten Bassbereich, wirkt es nicht so, als wenn jedes Lied gezwungen "angedickt" wird. Tracks, bei denen einfach wenig Bass vorhanden ist und vorhanden sein soll, klingen auch nicht zu basslastig. Aber wer dann doch mal lauter auf die Kacke hauen will, wie zB bei diesen Tracks, bekommt hier gut was geboten.
Bei diesen Track von Neelix einfach mal lauter machen, Spaß haben und mittanzen - das klappt super.
Hier ist der Bass stärker als ich es kenne, aber es fügt sich dennoch sehr gut ins Gesamtbild ein. Ja, dem Track kann das auch gut tun.
Einer meiner absoluten Lieblingstracks aktuell. Auch dem Lied steht das Sounding des 1900 sehr gut. Allgemein wirkt das Zusammenspiel von allem, trotz des gesoundeten Frequenzverlaufs des 1900, stimmig.
Diese Bassimpulse wirken sehr gut und hier ist mir das auch nicht zu viel. Auch wieder ein Track, der von der stärkeren Bassbetonung stark profitiert. Das hat schon Subwoofereffekt irgendwie

Whilk & Misky - Rain Dance (Marian Hill Remix)
Listen to Rain Dance (Marian Hill Remix) on TIDAL
tidal.com
Bei Serac von Conjure One ist mir das im Bassbereich aber zu viel und zu dröhnig. Das liegt aber auch etwas am Titel selbst. Das ist aber tatsächlich einer der wenigen Titel, die ich mit dem 1900 dann nicht so schön fand.
Ja, der Bass ist bei allen dieser basslastigen Titel sehr fordergründig. Das ist natürlich auch so gewollt, aber hier merkt man dann auch, dass mein 64Audio Tia Trio das kontrollierter und sauberer macht und der Bass nicht in die Mitten geht. Das bekommt der 1900 so nicht hin, er lässt hier eher den kleinen Basshead raushängen, auch wenn ich den 1900 per se nicht als Basshead-IEM bezeichnen würde. Der Vergleich hingt aber auch etwas, da der Tia Trio mehr als das 10-fache kostet.
Die Mitten sind, damit der Sparkle obenrum und der Bass untenrum besser zur Geltung kommt, eher unauffällig gehalten. Aber nicht so wie etwa bei einem Empire Ears Valkyrie den ich mal besessen hatte. Je nach Track klangen dort die Höhen, als wäre ich das durch einen Strohhalm hören. Das ist mit dem 1900 nicht so.
Ich mag ja Frauenstimmen ... ich höre da gerne Alison Krauss, Enya, Morgan James, Anette Askvik und Co. Und hier muss ich sagen, hätte ich damit gerechnet, dass es mir hier und da zu viel in den Höhen sein könnte. Aber das ist tatsächlich nicht der Fall. Es ist für den Preisbereich perfekt getroffen. Die Höhen, in dem Fall die Frauenstimmen, sind schön im Vordergrund und im Fokus, aber genau so soll es sein, und all das ohne das es schrill, spritz oder anstrengend wird. Auch zwischeln keine S-Laute.
Ich höre für Tests der Frauenstimmen gerne Jacobs Dream. Klar, schön, vordergründig, aber nicht spitz und das trotz gehobener Testlautstärke. Kann schon mal Gänsehaut hervorrufen!
Allgemein bietet der 1900 über alle Genres hinweg eine sehr gute Separation von allem, was in der Musik geschieht. Speziell in den Mitten und im Hochtonbereich. Kein Brei, keine verschwommene Bühnendarstellung - alles klar und gut ortbar. Die Auflösung und die Detailwiedergabe sind für den Preis wirklich sehr gut!
Overall muss ich sagen, dass der Bassbereich bei dem ein oder anderen Track qualitativ etwas zu unsauber ist. Es kann, je nach Genre und/oder Stimmung, aber auch einfach passen und macht dann auch Laune. Ich war erstaunlicherweise von den Höhen am meisten positiv überrascht. Sparkle ist vorhanden, ja, sie sind angehoben, aber nie anstrengend oder nervig - genau so mag ich das. Man muss die Kritik beim Bass aber in Relation zum Preis sehen und da ist das dann zu vernachlässigen.
Ich habe den 7Hz Timless nicht mehr hier, aber der Hook-X spielt in der gleichen Preisklasse wie der 1900 und ich muss sagen, dass mir der 1900 tatsächlich besser gefällt. Er macht einfach "mehr Laune" und das ist es, was mir bei einem IEM in dieser Preisklasse wichtig ist.
Vorteile / Nachteile
+ Sehr guter Komfort
+ Schicke und moderne Optik
+ Super Höhenwiedergabe
+ Soundabstimmung trifft vermutlich breite Zielgruppe
+ Preis/Leistung überragend
+ Tolle Transporttasche
o Kabel (Kabel an sich ist gut und hat keine Mikrofonie, aber Splitter und Haptik ist nicht so gut)
o Aufsätze sind Standardkost
- Bass könnte bei einigen Tracks etwas zu schwammig & to much sein
Fazit:
Ist der Binary 1900 nun ein Flaggschiffkiller? Nein, ist er nicht. Aber wie sieht es gegen die gängigen P/L Empfehlungen der planaren IEMs aus? Diesen sind sonst so meine Standardempfehlung im 200-300€ Bereich. Und hier beginnt der 1900 zu scheinen. Der 1900 macht einfach Spaß - und das egal bei welchem Genre. Ja, neutral ist er sicher nicht, ein IEM für absolute Bassheads auch nicht, aber dennoch trifft er genau die Mitte. Gesoundet, aber eben an den richtigen Stellen und speziell im Hochtonbereich trifft er es für mich perfekt.
Wertung:
Verarbeitung/Haptik: 4 von 5
Optik: 4,5 von 5
Zubehör: 3,5 von 5
Komfort: 5 von 5
Klang: 4 von 5
Preis/Leistung: 5 von 5
Gesamtwertung: 4,5 von 5
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