In „Eggplant“ (aus seinem bahnbrechenden Album The Art of Tea von 1975) nutzt Michael Franks die Zubereitung einer Aubergine als eine einzige, große, augenzwinkernde Metapher für Liebe, Erotik und häusliche Intimität.
Der Song erzählt oberflächlich von einer Frau, die ein fantastisches Auberginen-Gericht kocht, ist aber in Wahrheit eine charmante Liebeserklärung an ihre verführerischen Qualitäten.
Hier sind die wichtigsten Facetten des Songs im Detail:
1. Die kulinarisch-erotische Metapher
Das Kochen wird hier zum Vorspiel. Franks beschreibt, wie die Frau die Aubergine zubereitet, doch die Wortwahl ist purer Genuss und Sinnlichkeit. Die Art und Weise, wie sie in der Küche hantiert, spiegelt ihre erotische Anziehungskraft wider.
2. Berühmte Zeilen und ihr doppelter Boden
Der Song glänzt durch Franks’ typische Wortspiele. Zwei der bekanntesten Passagen zeigen das perfekt:
„My girlfriend makes eggplant...“ – Er singt davon, dass sie die Aubergine auf verschiedene Arten zubereitet (mit Käse, weich gekocht). Die Flexibilität in der Küche steht hier metaphorisch für ihre Vielseitigkeit und Leidenschaft im Liebesleben.
„She’s got a provozing algorithm“ – Hier mischt er plötzlich wissenschaftliche Begriffe hinein. Er singt, sie habe einen „provozierenden Algorithmus“, der seinen Rhythmus bestimmt. Das ist Franks' intellektuelle Art zu sagen: Sie weiß genau, wie sie ihn um den Verstand bringt.
3. Die musikalische Untermalung
Das Geniale an dem Song ist der Kontrast: Während der Text voller erotischer Schwingungen steckt, ist die Musik ein ultracooler, entspannter Mid-Tempo-Jazz mit federleichtem Rhythmus. Eingespielt wurde das Ganze übrigens von Mitgliedern der legendären Fusion-Band The Crusaders (u.a. Joe Sample am Piano und Larry Carlton an der Gitarre) – also genau der „Creme de la Creme“, die du vorhin erwähnt hast.
Kurz gesagt: „Eggplant“ ist der perfekte Michael-Franks-Song. Er nimmt ein völlig unromantisches Gemüse, wirft ein paar literarische Begriffe und Jazz-Akkorde hinein und macht daraus eine der elegantesten und humorvollsten Erotik-Hymnen der Jazz-Geschichte.